Baubeginn für Businesshotel an Schongauer Straße im Spätherbst

Neuer Standort überflügelt Proteste

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Die Gärtnerei an der Schongauer Straße muss Platz machen für das neue Vier-Sterne-Businesshotel.

Marktoberdorf – Eine neue Wendung beim Hotel-Projekt in Marktoberdorf überflügelt die jüngsten Diskussionen und Anwohnerproteste. Denn statt auf dem bisherigen, von der Bürgerschaft vehement kritisierten, Standortes Saliterstraße wird nun auf dem Areal einer Gärtnerei an der Schongauer Straße gebaut.

Man sei durch „glückliche Umstände“ zusammengekommen, erklärte Gerhard Breher erfreut anlässlich des Pressegespräches zum neuen Vier-Sterne-Hotel in Marktoberdorf. Es war nicht das erste Mal, dass Öffentlichkeit und Medien über dieses Thema informiert wurden: Erst Ende November 2013 hatte die Vorstellung des Hotel-Investors Breher im Landratsamt stattgefunden, doch diesmal gab es grundsätzlich Neues zu berichten – was Landrat Johann Fleschhut zu der Aussage bewegte: „Alle Signale sind nun auf Grün gestellt.“ Ein zusätzlicher Investor und ein neues, bestens geeignetes Grundstück an der Schongauer Straße lassen die Euphorie der Beteiligten tatsächlich durchaus angemessen erscheinen. 

„Warum nicht gleich so?“ – Diese Frage drängte sich angesichts der Bürgerproteste gegen den Hotelstandort Saliterstraße unwillkürlich auf. Denn der ursprünglich geplante Standort war schwer anfahrbar und be-fand sich in direkter Anlehnung an ein Wohngebiet (wir berichteten). Wie so oft hat nun der Zufall eine wichtige Rolle gespielt, wusste Peter Däubler, Wirtschaftsreferent des Landkreises, im Vorfeld des Pressegesprächs zu berichten. 

Seit Anfang der 1980er Jahre sei das Hotelprojekt im Fokus von Stadt und Landkreis gewesen. Mehrfach musste es aber, trotz positiver Bewertung, beerdigt werden, denn es mangelte an einem für Investoren attraktiven Standort. Das nun von allen Seiten favorisierte Gärtnereigelände an der Schongauer Straße sei durchaus betrachtet worden, es habe für das Projekt jedoch bisher nicht zur Verfügung gestanden, so Däubler – zumal der Eigentümer und frischgebackene Investor Manfred Rietzler in Thailand lebt. 

Einleitend zur Presseinformation stellte der Landrat fest, dass der der gebürtige Marktoberdorfer Rietzler wesentlich zu der Standortveränderung beigetragen habe, die allerdings auch durch die geplante Aufgabe der auf dem neuen Objektgelände befindlichen Gärtnerei begünstigt worden sei. Die Kontaktaufnahme mit Rietzler sei ebenso positiv verlaufen, wie das Knüpfen der Verbindung zwischen ihm und dem Erstinvestor Gerhard Breher. Fleschhut bezeichnete das Grundstück als „mindestens ebenso attraktiv wie das an der Saliterstraße“. Der Stadt eröffne der Standortwechsel zudem, ein neuen Wohnbaugebiet zu schaffen. 

Das Gärtnereigelände sei, führte Fleschhut weiter aus, gut bebau- und erschließbar und hinsichtlich der Zufahrtssituation „deutlich weniger problematisch“. Dies habe sich schon während der Information der Anwohner gezeigt, die „ausgesprochen konstruktiv“ verlaufen sei. Alle Planungen seien nun darauf ausgerichtet, dass der Baubeginn im Frühherbst 2014 stattfinden könne, ergänzte er. Flächennutzungsplan, Bebauungsplan und Objektplanung würden parallel entwickelt und garantierten so eine „Lösung aus einem Guss“. Mit den Worten „Beim ,Scoping’-Termin (Abstimmung aller beteiligten Behörden) am 14. Januar waren keine Hindernisse für den Bau erkennbar“, beendete Fleschhut seine Ausführungen. 

Investor Breher, der das Projekt ursprünglich alleine schultern wollte, sei nach eigener Aussage „nicht unglücklich“ über die neue Entwicklung gewesen, der zweiter Investor passe bei veranschlagten Kosten von neun bis zehn Millionen Euro „gut ins Bild“. Mit Fendt habe Marktoberdorf einen guten Motor, dies habe auch die Studie aus dem Jahr 2012 gezeigt. Er sehe deshalb für ein Businesshotel mit einer touristischen und einer gastronomischen Komponente sehr gute Perspektiven, auch weil es in der Vier-Sterne-Plus-Kategorie unter den bestehenden Betrieben keine Konkurrenz gebe. Einen Hotelbetreiber, der in die Objektplanung mit einbezogen werden solle, habe man noch nicht gefunden, aber es gebe Verhandlungen mit zwei Interessenten, so Breher. 

Der studierte Diplomingenieur Manfred Rietzler sieht nach eigenen Worten die Ausgangslage für die Entwicklung eines Businesshotels ebenfalls sehr positiv, außerdem fühle er sich mit seiner Heimatstadt nach wie vor eng verbunden. Mit dem Hotelinvestment könne er einen Beitrag zum Ausbau der Infrastruktur und zur Stärkung der Region leisten. von Klaus Bauer

Dass man mit ihm in Verhandlungen treten konnte, dabei hat laut dem Wirtschaftsreferent des Landkreises Peter Däubler übrigens „der Zufall“ eine wichtige Rolle gespielt. Der Ortsverband der CSU betont jedoch darüber hinaus in einer Pressemitteilung, der „ursprüngliche Anstoß“ stamme von „einem Marktoberdorfer Architekten“ und sei im wesentlichen „durch Kontakte und Gespräche zweier CSU-Stadträte“ mit dem Grundstückseigner zustande gekommen. kb

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