Geschenke spenden 2.0

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Die Verantwortlichen bei der Präsentation der neuen Handy-App: (v. li.) Cecilia Humilius und Ros­witha Bahner-Gutsche von Humedica, das Studententeam mit Projektleiterin Irena Seitz, Florian Kratzer, Patrick Scheer, Philipp Rummelsberger, Korbinian Heimerl, Emil Kottmeier, Angelika Zerbe und Michael Bergmann, Professor Robert Rose und Professor Michael Kipp von der Hochschule Augsburg.

Kaufbeuren-Neugablonz – Ein Studententeam der Hochschule Augsburg hat für humedica eine Handy-App entwickelt, bei der die Freude beim Spenden noch mehr gesteigert wird. Man erhält ein Foto von seinem Paket und dem beschenkten Kind zurück.

Im vergangenen Jahr hat die internationale Hilfsorganisation humedica zum Jahresende rund 100.000 Teilnehmer für die Spendenaktion „Geschenk mit Herz“ gewinnen können, bei der Weihnachtspakete an besonders bedürftige Kinder gepackt und verschickt werden.

Die Hilfsorganisation wollte nun einen Schritt weitergehen und den Spendern eine positive Rückmeldung ermöglichen, um die Spenderbindung noch zu erhöhen. Man stelle sich vor: man könnte die strahlenden Kinderaugen sehen, wenn die Pakete ausgeliefert werden.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Augsburg wurde nun von einer Gruppe Studenten des Studienganges Visuelle Medien eine Handy-App konzeptioniert, die den Spendern interaktiv bei der Vorbereitung ihres Paketes helfen solle. Eine Verfolgung des Paketes sollte möglich sein und die Ankunft des Geschenkpaketes beim jeweiligen Kind durch ein Foto dokumentiert werden, das der Spender dann zurück gesendet bekomme. Dadurch sollte eine noch höhere Bindung der Spender an diese Aktion erreicht werden, indem man die Freude vor Augen führt, welche das Paket beim Überreichen erzeugt.

Mit neuesten Programmiertools und neuestem Stand der Technik wurde das Projekt in nur fünf Monaten umgesetzt. Mit einer genauen Anleitung und Checkboxen für die Auswahl entsprechender Altersgruppen wird der Spender beim Packen unterstützt. Mittels Google Maps und Routenplaner wird er dann zu nächsten Sammelstelle geleitet. Mit Hilfe eines aufgebrachten QR-Codes ist das Paket dem Spender zugeordnet. Zur Registrierung genügt lediglich eine E-Mailadresse. Über Statusabfragen kann jederzeit der momentane Lagerort des Paketes ermittelt werden. Der Auslieferungsfahrer vor Ort macht dann die Fotos, die anschließend dem Spender zugesandt werden. Für kleine Spender sind die Anleitungen auch in Bild- und Symbolsprachen dargestellt.

Die App wurde abschließend von Testpersonen im Alter von fünf bis 65 Jahren auf Plausibilität und Bedienbarkeit erfolgreich getestet.

Bei humedica war man sehr angetan von dem engagierten Einsatz der Studentengruppe rund um die Projektleiterin Irena Reitz. „Neben der eigentlichen Programmierbarkeit mussten wir uns auch in das Projekt Management für acht Team- Mitglieder einarbeiten, um regelmäßige Übergaben zu verabreden und den Projekterfolg sicherzustellen.“ Der betreuende Professor dieser Semesterarbeit, Professor Robert Rose attestierte: „Durch diese App ist das Potential für solch eine Anwendung erst einmal skizziert und noch lange nicht ausgereizt.“ Das werde erst die Anwendung zeigen. „Da wartet noch Großes“, prophezeite Rose.

Laut Professor Michael Kipp von der Fakultät Informatik gab es von Anfang an nur eine Option: „Es muss funktionieren“. Dabei mussten nebenbei auch noch eine neue Programmiersprache und der Umgang mit verschiedenen Tools erlernt werden.

Cecilia Humilius von humedica freut sich schon auf die Anwendung: „Bereits bei der anstehenden Spendenaktion zum Ende dieses Jahres soll die App in einem Pilotprojekt an drei Sammelstellen in Kaufbeuren zum Einsatz kommen“.

von Wolfgang Krusche

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