Inernationale Märchenstunde

Songül Bektas fesselte die Kinder mit Geschichten über die Märchengestalt „Keloglan“ Foto: Frisch

Rund 60 Kinder auf geschätzten 25 Quadratmetern – Lärm und Chaos ohne Ende? Von wegen – bei der Märchenstunde im Sywollenturm neben dem Kaufbeurer Kunsthaus erlebte man bei den anwesenden Kindern im Grundschulalter große Augen, gespannte Gesichter und man konnte eine Stecknadel fallen hören. So gebannt lauschten die Kleinen in der Zeit vom 2. bis zum 6. November deutschen, russischen, türkischen, italienischen und nordischen Märchen.

An den fünf Themennachmittagen wurden die Geschichten jeweils von Erzählerinnen vorgetragen, die aus dem jeweiligen Land stammen. So ließen beispielsweise am Donnerstag Dilek Kircicek und Songül Bektas die türkische Märchengestalt Keloglan auferstehen. Nach den Erzählungen wurde mit den Kindern dann deren Handlung und Aussage besprochen, und als kulinarische Begleitung gab es Granatapfel und türkisches Gebäck zu probieren. Wer an allen fünf Nachmittagen erschien, durfte sich sogar auf eine zusätzliche kleine Überraschung freuen. Die Grundidee der Vorlesereihe war, Kinder aus allen rund 83 in Kaufbeuren vertretenen Nationen zusammen zu bringen. Helga Ilgenfritz, die Hauptorganisatorin vom Literarischen Frauenkolloquium, freute sich: „Wir wollten unseren kleinen Gästen zeigen, dass auch Kinder in anderen Ländern schöne und spannende Geschichten haben“. Zudem sei ihr bei ihrer Tätigkeit als Stadtführerin für Schüler bewusst geworden, dass vielen Kindern heute „eine Traumwelt fehlt“. So groß war die Begeisterung der jungen Zuhörer, dass gerade an den ersten beiden Veranstaltungstagen wegen des begrenzten Platzes im sogenannten „Rapunzelzimmer“ jeweils über 20 Kinder wieder weg geschickt werden mussten. „Wir konnten die betreffenden Kinder nur auf den nächsten Tag vertrösten“, so Helga Ilgenfritz. „Für diesen Andrang hatten wir kein Konzept, da wir gar nicht mit einer solch riesigen Resonanz gerechnet haben.“ Da der Integrationsausschuss die Veranstaltung rund 200 Euro gefördert hatte, musste kein Eintritt bezahlt werden. Die Organisatorin betonte die Bedeutung der Förderung: „So konnten wir den Kindern unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern eine tolle Zeit ermöglichen“. Dies soll auch zukünftig kostenlos oder für wenige Euro möglich sein, denn der nächste Vorlesenachmittag ist bereits geplant und wird am Samstag, den 18. Dezember, unter dem Titel „Weihnachtsmärchen im Rapunzelzimmer“ stattfinden. Bei dieser Veranstaltung fällt ein Unkostenbeitrag von 2 Euro pro Kind an.

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