Informationsveranstaltung im Landratsamt kann Anlieger nicht überzeugen

"Hotelbau ja – aber nicht hier"

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Idyllischer Blick von der „Buchel“ auf das potenzielle Baugrundstück.

Marktoberdorf – Wie bereits berichtet, regt sich bei den Anliegern der Saliterstraße großer Widerstand gegen das Vorhaben, zwischen ihrer Wohngegend und der B16 ein Viersternehotel entstehen zu lassen. Daran änderte auch die Informationsveranstaltung im Landratsamt am vergangenen Montag nichts.

Landrat Johann Fleschhut hatte viel Fachkompetenz auffahren lassen, um den Bürgern bei der jüngste einberufenen Infoveranstaltung zum Thema "Hotelbau Salterstraße" trotz des frühen Stadiums der Planung keine Antwort schuldig bleiben zu müssen. Den Konflikt zwischen der angestrebten Attraktivität für den Investor und den Bedürfnissen der Anlieger konnte jedoch auch diese gut vorbereitete Informations- und Diskussionsveranstaltung nicht auflösen. 

„Seit vielen Jahren schon haben Sie mit dem Bau von Wohnhäusern in Ihrer direkten Nachbarschaft rechnen müssen“, erklärte Stadtplaner Hubert Sieber den Anwohnern. Und das Gelände ostwärts der Saliterstraße sei eben auch als allgemeines Wohngebiet geplant. Doch die kleine Wohnsiedlung, die gleichsam als „Puffer“ zwischen Hotelanlage und Wohn-Altbestand errichtet werden soll, kann die Bedenken offensichtlich in keiner Weise zerstreuen, denn den beiden wesentlichen Kritikpunkten wird damit nicht Rechnung getragen. Dazu gehört zum einen die aktuelle Version der geplanten Hotelzufahrt über die Saliterstraße und zum anderen die – aus Sicht der Anwohner landschaftsunverträgliche – Lage des anvisierten Hotelkomplexes. Die drei Vollgeschosse des Hauptgebäudes mit einer darüber liegenden weiteren, zurückgesetzten vierten Ebene sollen zwar laut Sieber „nicht zu exponiert“ in die Landschaft eingebracht werden, gleichzeitig soll es aber möglich sein, von den Hotelzimmern aus in die einzigartige Landschaft schauen zu können. 

Dieses durch Sieber vorgestellte Modell wurde auf der Infoveranstaltung von den Zuhörern umgehend in Frage gestellt. Denn ein Vier-Sterne-Hotel mit 70 Zimmern müsse bei der durch Sieber dargestellten Grundfläche mindestens fünf Stockwerke umfassen und käme damit auf eine Höhe von 17 Metern. Das Hotelgebäude sei damit genauso hoch wie der Bettentrakt des Krankenhauses und diese müsse man sich erst einmal in dieser exponierten Lage vorstellen. Auch die durch das Büro Sieber angefertigten Perspektivansichten des Hotels konnten die Anwesenden nicht überzeugen – würden sie doch den Hotelkomplex immer von unten zeigen, aber nie von der Saliterstraße aus, geschweige denn aus Sicht der „Buchel“. 

Dabei wurde nicht die grundsätzliche Notwendigkeit eines Hotelbaus in Frage gestellt, sondern die Standortwahl. Dass zwei Investoren unabhängig voneinander andere Standortvorschläge ausgeschlagen und vielmehr ausschließlich auf die landschaftlich reizvolle Südostlage in der Kreisstadt pochten, konnte die Zuhörer ebenso wenig überzeugen wie der Hinweis auf die enorme touristische und wirtschaftliche Bedeutung eines derartigen Beherbergungsbe-triebes. Der darüber hinausgehenden Vermutung, das neue Hotel würde einen „Verdrängungseffekt“ auf die bestehenden Marktoberdorfer Hotelbetriebe ausüben, begegnete Fleschut mit dem Argument, dass ein solches Haus den zu verteilenden Kuchen eher noch vergrößern würde. 

Schwieriger noch, als die Zuhörer vom gewählten Standort zu überzeugen, war es, die Alternativlosigkeit einer Erschließung des Hotels über die Saliterstraße zu begründen, zumal man sich aus Sicht der Zuhörer hinsichtlich einer möglichen Zufahrt von der B16 aus einfach vom Straßenbauamt mit dem Hinweis „nicht genehmigungsfähig“ hatte abspeisen lassen. Auch sei die Möglichkeit der Zufahrt über den noch in der Realisierungsphase befindlichen „Schillenberg-Kreisel“ nicht näher betrachtet worden. Diesen Konzepten musste Bürgermeister Werner Himmer allerdings entgegenhalten, dass die für den Bau einer solchen Straße benötigten Grundstücke nicht im Besitz der Stadt seien. Gleichwohl wurde zugesagt, Harald Widler vom Büro Fassnacht damit zu beauftragen diese Möglichkeit zu untersuchen und einen erneuten Vorstoß beim Straßenbauamt zu machen. 

Während der gesamten Info-Veranstaltung machte Landrat Fleschhut kein Hehl daraus, dass ihm dieses Hotel-Projekt besonders am Herzen liegt. Wie Himmer auch, verwies er auf die wirtschaftliche Bedeutung – besonders mit Blick auf „die großen Arbeitgeber“ in Marktoberdorf. Nicht zuletzt sei es gerade diesen Arbeitgebern geschuldet, die finanzielle Stärke der Kreisstadt zu fördern. von Klaus Bauer

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