Innenstadt beleben

„Kaufbeuren ist ein idealtypischer Standort“, unterstrich Michael Röther vom gleichnamigen Modepark die Entscheidung für die Kreisstadt bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Aktionsgemeinschaft Kaufbeuren. Im Herbst 2010 möchte das mittelständische Familienunternehmen aus Michelfeld, wenn es nach Röther geht, auf dem ehemaligen Gelände des Martinsheims am Kemptener Tor seine 16. Filiale eröffnen.

Eigentlich war die Eröffnung des neuen Modeparks bereits für Herbst 2009 geplant, doch der Bau einer Filiale in Augsburg habe sich verzögert, sagt Röther, doch Kaufbeuren „habe nun oberste Priorität“. Ein Modepark mit dem „wir die ganze Familie ansprechen“ wollen, soll auf rund 6600 Quadratmetern entstehen. Augsburg sei hingegen das bisher größte Projekt mit rund 7800 Quadratmetern gewesen. Demnächst sollen die ersten Erdarbeiten an dem Grundstück des ehemaligen Martinsheims beginnen. Im Herbst 2010 können sich die Kunden dann vom Sortiment montags bis samstags von 9 bis 20 Uhr überzeugen und dabei wahrscheinlich in einer Tiefgarage parken. Röther, der neben seinem Bruder Gesellschafter des Familienunternehmens ist, setzt darauf, dass „das Angebot und die Mode stark genug sind, so dass es sich nicht mehr lohnt“ woanders einzukaufen. Und rechnet damit, dass das Einzugsgebiet 20 bis 30 Kilometer umfassen wird. Ulrich Seydel, Mitglied der Vorstandschaft der Aktionsgemeinschaft, fragte kritisch bei Röther nach, ob er es sich denn auch vorstellen könne selbst Mitglied in der Aktionsgemeinschaft zu werden. Eine konkrete Zusage gab es von Röther darauf nicht, doch er gab zu bedenken, dass „wenn wir ganz allein irgendwo stehen, tun wir uns auch schwer“ und verwies damit auf das gemeinsame Agieren innerhalb der Aktionsgemeinschaft. Des weiteren ist sich Röther sicher, „wenn die Leute das Geschäft annehmen, dann laufen sie immer“ zwischen Innenstadt und Modepark hin und her. Damit tat er die Frage ab, ob er Schwierigkeiten sehe, dass weniger Kunden in die Innenstadt kommen könnten. Doch nicht nur die Anbindung zwischen Fußgängerzone und dem Modepark war Thema bei der Versammlung, sondern die generelle wirtschaftliche Belebung der Kaufbeurer Innenstadt. „Wir müssen schauen, dass bei uns mehr los ist als in Buchloe“, brachte es der städtische Wirtschaftsreferent, Siegfried Knaak, und davor auch Guido Zeller, Mitglied der Vorstandschaft der Aktionsgemeinschaft, auf den Punkt. Knaak baut dabei unter anderem auf die rund 250 Studenten, die ab 1. Oktober 2009 die Kaufbeurer Außenstelle der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern nutzen werden. Die Aktionsgemeinschaft setzt hingegen auf eine Vielzahl von Aktionen, wie den Kunsthandwerkermarkt, den Schaufensterwettbewerb beim Tänzelfest, den Kaufbeurer Weihnachtszauber oder auch das Candle Light Shopping, welches vergangenes Jahr rund 14000 Besucher anlockte. Auch in diesem Jahr wird die Aktionsgemeinschaft mit einem Stand auf der Messe MIR, die dieses Jahr in Kaufbeuren stattfindet, vertreten sein. Beim Punkt Holiday-Shopping, welches auf Grund der zu geringen Teilnahme der Geschäfte im Jahr 2008 abgesagt werden musste, forderte Zeller die Vertreter der Mitgliedsgeschäfte auf: „Neue Aktionen in Zukunft ein bisschen besser zu unterstützen.“ Abschließend lud Knaak noch zu der Ausstellung des Ideen- und Realisierungswettbewerbs am Kemptener Tor ein, die von Freitag, 15., bis zum Montag, 25. Mai, zu den Öffnungszeiten des ehemaligen Junginger-Gebäudes besucht werden kann. Dieser Ideenwettbewerb entstand in Zusammenhang mit dem geplanten Bau des Röther Modeparks. Die Stadt Kaufbeuren greift diese Chance zur Steigerung der Attraktivität des gesamten Umfelds am nördlichen Ende der Fußgängerzone auf. Und beabsichtigt mit der Neugestaltung der Straßen- und Platzflächen auf einer Gesamtfläche von 3000 Quadratmetern einen Beitrag zur Belebung der Innenstadt zu leisten.

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