Inventur im Grünen

Christine Nordhaus von der Forstverwaltung Seeg demonstriert die Vorgehensweise für die Bestandsaufnahme.

Zahlreiche Jäger und Förster folgten am vergangenen Freitag der Einladung der bayrischen Forst- verwaltung in den Wenglinger Wald. Die Informationsveranstaltung sollte die Be- teiligten über das anstehende sogenannte „forstliche Gutachten zum Zustand der Waldverjüngung in Bayern“ aufklären. Forstdirektor Robert Berchtold möchte das Treffen dazu nutzen, die Interessenten über die Neuerungen und Veränderungen der Verordnung zu informieren. Zudem sollen sich die Waldliebhaber „die Regeln noch mal in Erinnerung rufen“, beziehungsweise sollen noch unerfahrene Beteiligte dieses wichtige Gutachten erst einmal kennenlernen.

Das forstliche Gutachten zum Zustand der Waldverjüngung wird im dreijährigen Rhythmus in allen allen bayrischen Wäldern durchgeführt und heuer bereits zum zehnten Mal erstellt. Es erfasst und bewertet die Vegetation und den Zustand der Waldverjüngung: „Anhand dieses Gutachtens können wir feststellen, ob der Wald und das Wild miteinander in Einklang leben. Es wird geschaut, ob die Baumarten alle natürlich wachsen können“, so Berchtold über den Nutzen dieses Gutachtens. Das Treffen diente als Auftakt der Gutachtenerstellung. Christine Nordhaus von der Forstverwaltung Seeg demonstrierte den Anwesenden dort den genauen Ablauf der „Waldinventur“. So wird die Bestands- aufnahme mit Hilfe von Gitternetzkarten durchgeführt, die die jeweiligen Verjüngungsstellen darstellen. Um als Verjüngungsfläche zu gelten müssen auf einem bestimmten Bereich mindestens 1.300 Pflanzen pro Hektar wachsen. Zudem dürfen die Pflanzen nicht größer als die Verbisshöhe von 1,30 Meter sein. Das dritte Kriterium ist die Größe der Fläche. Um als Verjüngungsfläche zu gelten, muss eine Gerade durchgelegt werden können, die mindestens die Länge von 50 Metern besitzt. Bei der Bestandsaufnahme werden die Pflanzen dann gemäß ihrer Größe sortiert. Außerdem wird das entsprechende Gebiet mit Hilfe eines Fluchtstabes markiert. Je näher die Pflanzen dem Fluchtstab sind, umso eher werden sie in die Inventarliste des Waldes verzeichnet. Es werden jeweils 15 Pflanzen mit der Größe 20 bis 130 Zentimeter erfasst, sowie zusätzlich alle weiteren Pflanzen, die niedriger als 15 Zentimeter sind. Verzeichnet wird die Baumart, die Höhenstufe, sowie ein eventuellen Verbiss- oder Fegeschaden (Schädigung der Pflanze durch Reiben eines Wildtieres). Abschuss festlegen Basierend auf dieser Zahlen wird ein generelles Gutachten erstellt. Dieses Gutachten basiert auf prozentualen Hochrechnungen bezüglich der Größe und der Schäden. „Ein zu hoher Verbiss bedeutet, dass der Wald nicht ordentlich wachsen kann. Der Waldumbau funktioniert dann also nicht, weil die Mischbaum-arten gar nicht oder nur zeitverzögert wachsen können“, so Berchtold. „Sollte der Verbiss also zu hoch sein, müssen wir den Abschuss erhöhen. Sollte es in den Wäldern kaum Verbiss geben, kann der Abschuss gleich bleiben oder sogar gesenkt werden.“ Die Bestandsaufnahme der bayrischen Wälder soll bis spätestens Mai 2012 abgeschlossen sein. Anschließend werden in der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft die Ergebnisse zusam- mengetragen und ausgewertet. Die Ergebnisse aus der „Waldinventur“ können im Anschluss von den zuständigen Förstern und Jägern durchgesehen werden. Diese können dann dementsprechend ihre jeweiligen Anregungen und Wünsche einreichen.

Meistgelesene Artikel

Buntes Treiben beim Buronia-Gala-Ball

Kaufbeuren – Rund 240 festlich gewandete Ballgäste hatten sich am vergangenen Samstag im Stadtsaal eingefunden, um am 151. Buronia-Gala-Ball der …
Buntes Treiben beim Buronia-Gala-Ball

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Tödlicher Verkehrsunfall auf der B16

Auf der B16 zwischen der B12-Anschlussstelle bei Marktoberdorf und Biessenhofen ist es am frühen Nachmittag zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen.
Tödlicher Verkehrsunfall auf der B16

Kommentare