Investition in unsere Kinder

Auch zur Ausstattung der Frühchen-Station haben die Spenden der Bürgerinnen und Bürger beigetragen, wie Chefarzt Dr. Thomas Rubens (Foto) erklärt.

Räume und Flure in sonnigen Farben, lustige Malereien, hochwertige medizinische Ausrüstung… Die Station für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Kaufbeuren kann sich wirklich sehen lassen. Dass das Umfeld für kleine Patienten freundlicher und vor allem kindgerecht mit einem Spielzimmer und Begleitmöglichkeiten für die Eltern speziell ausgestattet sein muss, ist ja schließlich logisch. Oder nicht? „Leider nein“, erklärt der Chefarzt der Kinderstation, Dr. Thomas Rubens. Denn ein Großteil der kindspezifischen Ausstattung wur- de nicht etwa aus Steuergeldern oder dem Budget des Krankenhauses bezahlt, sondern vielmehr durch Spenden hilfsbereiter Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie von Vereinen und Organisationen finanziert. Auch die Förderver- eine der Häuser im Klinikenverbund Ostallgäu-Kaufbeuren haben einen Teil der Kosten getragen, da die Kaufbeurer Kinderstation auch für die umliegenden Orte zuständig ist. Insgesamt kamen so über 30000 Euro zusammen.

Vor einigen Monaten wurde der neu gebaute B-Trakt des Kaufbeurer Klinikums eröffnet, und die Kinder- und Jugendmedizin erhielt dort eigene Räumlichkeiten. „Wir sind froh, nun einen geschlossenen Bereich ganz für uns zu haben“, so Dr. Rubens. Seit Beginn dieses Jahres ist die Station, auf der jährlich im Schnitt etwa 1.900 Kinder stationär und rund 3.500 Kinder ambulant behandelt werden, als „Level 2“-Station und damit als sogenanntes „Perinatalzentrum“ zertifiziert, was bedeutet, dass hier nun Frühgeborene ab der 29. Schwangerschaftswoche betreut werden dürfen. Zuvor mussten solche Kinder, beziehungsweise ihre Mütter bestenfalls noch vor der Geburt, nach Augsburg oder München verlegt werden. „Aber nicht nur die medizinische Leistungsfähigkeit, sondern auch die kinderfreundliche Ausstattung ist wichtig!“ betont Dr. Rubens. Qualität für Kinder Deshalb hatte er von Anfang an eine Kinderstation nach den Richtlinien der Qualitätssicherung „Ausgezeichnet für Kinder“ im Blick. Denn: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Darum muss sich eine Kinderstation im Krankenhaus in einigen Punkten von einer regulären Station unterscheiden“, ist Rubens überzeugt. Kaum in einem anderen Bereich der Klinik ist die Bandbreite der Anforderungen so groß, werden auf der „Kinderstation“ doch alle jungen Menschen bis zum Alter von 18 Jahren behandelt: „Ein alkoholisierter Jugendlicher gehört genauso hierher wie ein zu früh geborenes Baby“, so Rubens. All diese verschiedenen Erwartungen und Aufgaben stets mit höchster Qualität zu erfüllen, und ein gut funktionierendes Netzwerk mit verschiedenen Spezialisten an anderen Kliniken zu unterhalten, darin liegt die besondere Herausforderung der Kinderstation. Privates Engagement „Über 30.000 Euro sind insgesamt für den Neubau eingegangen, weit über die Hälfte davon kommt aus privaten Händen: von Bürgern, privaten Organisationen und Vereinen, oder Ärzten.“ Wie dieses Geld angelegt wurde, ist für den Besucher auf der Station gleich auf den ersten Blick erkennbar. „Statt einer Farbgebung komplett in weiß, haben wir nun einen freundlichen, gelben Laminatboden. Zudem wurde die Innengestaltung als Gesamtkonzept von einem Designbüro übernommen, das schon seit Jahren auf die Einrichtung von Krankenhausstationen spezialisiert ist“, ist Rubens sichtlich stolz auf die neue Station. Die Wände der gesamten Abteilung sind zudem mit Bildern der Malerin Petra Goholt geschmückt, die schon die „alte“ Kinderstation im Hauptgebäude verschönert hatte. Dies trägt zur freundlichen Atmosphäre bei, hat aber auch einen ganz praktischen Hintergrund: die Kinder finden sich besser zurecht, verirren sich nicht auf den weitläufigen Krankenhausfluren. Jedes Zimmer verfügt dazu auch über ein eigenes großes Tiersymbol an der Tür. Für die kleineren unter den jungen Patienten steht ein gut ausgestattetes Spielzimmer zur Verfügung, es gibt Gesellschafts- und Geschicklichkeitsspiele, einen Fernseher, weiche Teppiche und Malutensilien. Wenn ein Kind stationär eingewiesen werden muss, stehen in den ebenfalls ansprechend gestalteten Zimmern ein zusätzliches Klappbett für Papa oder Mama zur Verfügung, das einfach aus dem Schrank „geholt“ werden kann. Im Badezimmer wirken bunte Fliesen gegen die typische „Krankenhausatmosphäre“. Elektrische Steckdosen und -verbindungen in den Zimmern sind in eigens gesicherten Leisten übersichtlich untergebracht, die Fenster und Türen ebenfalls kindersicher eingebaut worden. Auch in medizinische Geräte wurde mit dem Spendengeld investiert, wie Rubens erläutert: „Wir verfügen hier jetzt über einen neuen Brutkasten. Dieser ist unter anderem in sich dreh- und kippbar. Das bedeutet, das Kind muss nicht mehr so häufig herausgenommen oder bewegt werden – bei Frühgeborenen ein wichtiger Aspekt der Behandlung. Auch sind Parameter wie Wärme oder Luftfeuchtigkeit besonders gut regulierbar.“ Für Eltern, die vor, während oder nach der Geburt ihres Kindes besonderen Problemen ausgesetzt waren, vermittelt die Kinderstation Kontakt zu Stellen wie „Harl.e.kin“, wo niederschwellige Beratung durch kompetente Fachkräfte stattfindet. „Trotz einer staatlichen Teilfinanzierung sind wir auch in diesem Bereich auf Spendengelder angewiesen“, zählt Rubens weiter auf, und die Liste ließe sich noch fortsetzen. Kein Wunder also, dass die Kaufbeu-rer Kinderstation das Zertifikat von „Ausgezeichnet für Kinder“ erhalten hat. Großer Dank „Ich möchte allen Helferinnen und Helfern noch einmal ausdrücklich danken. Die Verbesserungen, die mit den Spenden finanziert wurden, begegnen uns hier auf Schritt und Tritt und kommen täglich unser aller Kindern zu Gute.“, so Rubens. Wer übrigens noch mehr zum Zertifikat „Ausgezeichnet für Kinder“ wissen möchte, wird im Netz unter www.ausgezeichnet-fuer-kinder.de fündig.

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