Bürger setzen Schwerpunkte für Stadtentwicklung

Treffpunkte gesucht

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Meinung gefragt: Die Anwesenden dokumentierten auf vorbereiteten Plakaten die Prioritäten für zukünftige städtebauliche Projekte.

Kaufbeuren – Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für Kaufbeuren ist weiter auf einem guten Weg.

In einer Bürgerinformationsveranstaltung stellte das Stadtplanungsbüro „UmbauStadt“ der Kaufbeurer Bürgerschaft die bisherigen Ergebnisse des vorangegangenen Prozesses vor. Ziel war, die in den Handlungsfeldern definierten strategischen Ziele und städtebaulichen Projekte sowie deren Gewichtung zu diskutieren, um künftig die richtigen Schwerpunkte in der Stadtentwicklung zu setzen. Ortskern-, Grün- und Wohnraumentwicklung sowie Bürgertreffpunkte stehen auf der Wunschliste ganz oben.

Das 2014 vom Stadtrat beschlossene Konzept ging nach einer Umfrage und zwei vorangegangenen Bürgerworkshops im September 2015 und Februar 2016 nunmehr in die dritte Runde. Die Bürgerinnen und Bürger hatten als „Experten des Alltags“ ihre Vorstellungen präzisiert und viele Projektideen entwickelt, sodass in den vergangenen Monaten ein gutes Bild gewonnen werden konnte, mit welchen Maßnahmen und Projekten Kaufbeuren in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren die städtebauliche Entwicklung voranbringen kann. Daher hatte die Stadt zu einer Bürgerinformationsveranstaltung in das Fliegerhorst-Casino an der Apfeltranger Straße eingeladen, um erneut gemeinsam den Fortgang des ISEK erörtern zu können.

Nach einer Einführung in die Thematik stellte Dr.-Ing. Ulrich Wieler vom Büro „UmbauStadt“ basierend auf den bisherigen Erkenntnissen zunächst sogenannte „Vertiefungsgebiete“ als räumliche Kristallisationspunkte vor. Dazu gehören neben der Altstadt die Ortskerne der zugehörigen Stadtteile ebenso wie der Jordanpark, die Wertach und das Fliegerhorstgelände. Die Ortszentren bilden dabei Identifikationspunkte mit Begegnungsmöglichkeiten, Jordanpark und Wertach bieten Raum als Mittler und für Freizeitfunktionen. Als „kitzlig“ bezeichnete der Architekt den Brauereiberg mit dem Übergang zum Fliegerhorstgelände, welches seinerseits Potenzial bilden könnte.

Hohe Prioritäten viele Wünsche

Aus den bereits in den Bürgerworkshops herausgearbeiteten Handlungsfeldern sowie den gemeinsam entwickelten Zielen und Projektideen hatte das Büro nunmehr strategische Ziele formuliert und stellte diese den fast 50 Anwesenden vor. Deren Aufgabe bestand anschließend darin, mit Hilfe von Punkten die Priorität einzelner Vorhaben, die möglichen Akteure oder auch ein mögliches eigenes Engagement an Projekten auf vorbereiteten Plakaten zu dokumentieren. Dabei kristallisierten sich wie in der zuvor statt gefundenen Diskussion bei Vergleichen mit Nachbarstädten auch – einige Wünsche besonders heraus.

Für das Handlungsfeld „Kerne“ mit Altstadt, Ortskernen, Kultur und Einzelhandel werden beispielsweise Bürgertreffpunkte sowie Orte der sozialen Interaktion und Integration gewünscht. Hier konnten sich auch die meisten Teilnehmer ein eigenes Engagement vorstellen. Ebenfalls hohe Priorität erhielt das im Feld „Wohnraum & Versorgung“ angesiedelte „Familienziel Kaufbeuren +“ – eine um Senioren, Singles, Baugruppen und Genossenschaften erweiterte Variante sowie eine Sanierungsoffensive in der Kernstadt. Ähnliche hohe Wertigkeiten gab es für das Handlungsfeld „Grün- und Stadträume“ mit Parks und Wertachraum. Insbesondere der Jordanpark aber auch die Einbindung von Wertach, Mühlbach und Wasserspielplätzen in der Altstadt können sich die Bürger vorstellen. Nicht zuletzt und mit großer Mehrheit wünschen sich die Menschen im Bereich „Mobilität“ eine Verbesserung und Aufwertung der Gestaltung des Stadtraumes um die Altstadt, wobei die Verkehrsströme eine große Rolle spielen. Das gilt auch für ein Radwegekonzept.

"Spannender Prozess"

Baureferent Helge Carl sprach in seinem Fazit von einem „spannenden Prozess, der Zeit braucht.“ Er freute sich über das Engagement der Bürger und betonte: „Wir wollen auf Augenhöhe ins Gespräch kommen und bleiben, um in der Diskussion Zielkonflikte zu lösen.“ Auf die komplexen Fragen gebe es keine einfachen Antworten und verwies dabei auf die in naher Zukunft vom Stadtrat zu fällenden Entscheidungen. OB Stefan Bosse ermunterte in seinem Schlusswort die Anwesenden zur aktiven Beteiligung auch in den sozialen Netzwerken: „Schreiben Sie uns, alle Kanäle sind offen!“

Die Auswertung und er Verlauf des ISEK sind weiterhin im Internet auf der Homepage der Stadt transparent.

Von Wolfgang Becker

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