Käufliche Kunst

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Künstler Petrus (Mitte) hilft mit einem nachträglichen Klebepunkt unter den Füßen der Standfestigkeit seiner „Teenies“ ein wenig nach.

Kaufbeuren – „BlickFang“ heißt die aktuelle Ausstellung im kunsthaus Kaufbeuren, mit der das 20-jährige Jubiläum der 1996 vom Kaufbeurer Mäzen Hans Dobler (1920-2003) ins Leben gerufenen „Stiftung Kunsthaus der Stadt Kaufbeuren“ begangen wird.

Dobler stattete die Stiftung mit Mitteln aus seinem Privatvermögen aus, die bis heute den Ausstellungsbetrieb sichern. Trotz aller Unkenrufe wie „das Haus wird sich hier keine zehn Jahre halten“ oder dem bösartigen Schlüsselroman „Perlen vor die Säue“ des ersten Kunsthausleiters Boris von Brauchitsch konnte die „erste Kunsthalle mit einem zeitgenössischen Schwerpunkt zwischen Augsburg, München und dem Bodensee“ jetzt bereits ihr 20-jähriges Bestehen feiern.

Da es zur Vernissage ausnahmsweise nicht regnete, fand der musikalische Teil der Feier im Freien statt: das Jazz Trio –Tiny Schmauch, Flori Mayer und Andreas Kopeinig – sorgte für die musikalische Umrahmung der Vernissage.

Das kunsthaus gehöre zu Kaufbeurens „kultureller Identität“, so OB Stefan Bosse in seinem Grußwort, und werde auch überregional, zum Beispiel in der Süddeutschen Zeitung, intensiv wahrgenommen. Auch Hannelore Kunz-Ott, Referentin in der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und Vorstandsmitglied der Kaufbeurer Künstlerstiftung, verwies in ihrer Einführung auf die sofortige „große anerkennende überregionale Presseresonanz, wie sie vor allem im süddeutschen Raum nur wenige andere kunsthäuser erfahren“. Die Absicht des Stifters, die Kaufbeu­rer an aktuelle Kunst heranzuführen, sei im besten Sinne umgesetzt worden und auch das Konzept einer öfter wechselnden Leitung sei aufgegangen.

Mit „BlickFang“ präsentierte Jan T. Wilms, seit etwa einem Jahr Leiter des kunsthauses, gleichzeitig ein neues Ausstellungsformat: Alle gezeigten Werke aus Malerei, Bildhauerei, Zeichnung, Druckgrafik und Fotografie von 30 Künstlern können zu Preisen zwischen 6 und 15.000 Euro käuflich erworben werden. Der Erlös geht zu 50 Prozent an die Künstler, fünf Prozent gehen an die Künstler-Sozialkasse und 45 Prozent erhält das kunsthaus. Der Anteil des kunsthauses fließt zu 100 Prozent in den Ausstellungsbetrieb zurück.

Die Künstler wurden von einer hochkarätigen, teilweise von weither angereisten Jury unter fast 200 Bewerbungen aus ganz Deutschland ausgewählt. Diese Art der Ausstellung soll – in Zusammenarbeit mit der Kaufbeu­rer Künstlerstiftung – künftig jedes Jahr wiederholt werden, mit dem Ziel, das Kunsthaus zu einem Orientierungspunkt für zeitgenössische Kunst innerhalb der Region zu machen und bei dem einen oder anderen Kunstfreund die Lust zum Sammeln zu wecken. Ausgewählte Werke – Unikate wie Editionen –werden zu erschwinglichen Preisen angeboten. Gleichzeitig will das Kunsthaus mit „Blick Fang“ Kunstschaffende aus der Region mit Künstlern und Kuratoren aus anderen Teilen Deutschlands in Verbindung bringen, „um so die überregionale Vernetzung der Stadt Kaufbeuren und ihrer kulturellen Akteure zu fördern“. 

Die Besucher erhalten für die Dauer des Rundgangs wieder einen kleinen Ausstellungsführer zur Verfügung gestellt, der kurze Informationen zu jedem Künstler sowie eine Abbildung eines der gezeigten Werke des Künstlers enthält.

von Ingrid Zasche


Info:

kunsthaus kaufbeuren, Spitaltor 2, Tel.08341 8644

Verkaufsausstellung "BlickFang"

bis 21. August

Öffnungszeiten DI-FR 11-18 Uhr | DO 10-20 Uhr | SA/SO/FEI 11-18 Uhr | MO geschlossen

www.kunsthaus-kaufbeuren.de


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