Es ist viel geschehen in Marktoberdorf, aber 2013 wird's nicht weniger

Der Worte sind genug gewechselt

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Vertrat Werner Himmer, der sich einer Operation unterziehen musste: 2. Bürgermeister Walter Schilhansl.

Marktoberdorf –Einen Jahresrückblick zog in Marktoberdorf der 2. Bürgermeister Walter Schilhansl in Vertretung von Werner Himmer und entkräftete damit zu Teil den immer wieder geäußerten Vorwurf, es gehe "nichts vorwärts".

„Es ist viel geschehen im Jahr 2012, vielmehr, als sich Lieselotte Müller oder Stadtrat Maier vorstellen“. Dieses Fazit zog der zweite Bürgermeister Walter Schilhansl anlässlich des Jahresabschlusses bei der letzten Sitzung des Stadtrats im alten Jahr. Beabsichtigt war damit wohl die Entkräftung der immer wieder geäußerten Kritik, es gehe „nichts vorwärts“, denn für das neue Jahr äußerte Schilhansl im persönlichen Gespräch mit dem KREISBOTE, er erwarte, dass viele Vorhaben „nun endlich umgesetzt“ werden könnten. Ausführlich bedankte er sich bei allen, die „Großartiges“ für die Heimatgemeinde geleistet hätten und bezog dabei ausdrücklich auch die 344 städtischen Mitarbeiter mit ein. „Umsetzungsberge“ galt es im Jahr 2012 zu versetzen, so Schilhansl, denn nicht nur der Verwaltungshaushalt in Höhe von 32 Millionen Euro, sondern auch elf Millionen Euro Investitionen im Vermögenshaushalt forderten die Verwaltung in sehr hohem Maße. Die bereits verkauften neuen Gewerbeflächen am Siemensring und ebenso der zweite Bauabschnitt des Wohngebiets Leuterschach-Ronried seien nur zwei Beispiele zukunftsgerichteter Erschließungsmaßnahmen der Stadt. Mit beiden Investitionen sei es aber nicht getan, es gelte mehr neue Gewerbegebiete und vor allem aber auch Baugebiete in der Kernstadt zu akquirieren. Nicht unumstritten ist laut Schilhansl die Erschließung des vor 20 Jahren durch die Stadt erworbenen Grundstücks Gwend Süd, zumal die Entwässerung über Thalhofen sehr aufwändig sei. Mit Blick auf die demografische Entwicklung und das hohe Arbeitsplatzangebot könne man hier „klotzen“ und damit die Attraktivität der Kreisstadt steigern. Nach Abschluss der aufwändigen Feinuntersuchungen im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) seien nun – frei nach Goethe – „der Worte genug gewechselt“, es müssten nun endlich Taten folgen. Mit wichtigen Beschlüssen hierzu seien allerdings im Jahr 2012 die Voraussetzungen geschaffen worden und so könne Anfang 2013 mit der Sanierung der Georg-Fischer-Straße, dem Birkenweg und der Poststraße begonnen werden, so der 2. Bürgermeister. Los gehen soll es mit der Georg-Fischer-Straße, um anschließend noch in 2013 das Teilstück Rauhkreuzung bis zum Birkenweg und den Birkenweg Nord in Angriff zu nehmen. Als besonders dringlich stufte Schilhansl den noch eilig beschlossenen Neubau einer Kinderkrippe im Bereich des Schulzentrums (siehe Artikel auf Seite 5) und den Anbau der Adalbert-Stifter-Grundschule ein. Bei der Schule gelte es noch, Klarheit über die Baukosten zu gewinnen, damit noch im Jahr 2013 mit der Umsetzung begonnen werden kann. Wenig Hoffnung äußerte Schilhansl, dass es schnell zum Bau des Busbahnhofs komme. Das Vorhaben liege auf Eis, da man sich wegen der Zugänglichkeit zu einem für die Bahn wichtigen Kommunikationsmasten nicht einigen könne. Mühsam ernähre sich das Eichhörnchen im Hinblick auf die Realisierung der Ortsumgehungen Bertoldshofen und Rieder sowie die neue Anschlussstelle an die B 12 bei Geisenhofen. Bei der B 472 (Bertoldshofen) sei eine Klage anhängig und man müsse den Ausgang des Verfahrens abwarten, obwohl man im Bauabschnitt zwischen Schillenberg und Bertoldshofen bereits Baurecht habe. Von Seiten der Stadt habe man, besonders auch im Hinblick auf die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans, „alles getan was möglich sei“. Weitere wichtige Vorhaben waren und sind weiterhin die Nahwärmeversorgung, die Sanierung der St.Magnus-Kirche, die Umsetzung der Klimaschutzziele und der Ausbau der Kreuzung von Jörglweg mit der Schwabenstraße. Nicht immer sei im alten Jahr alles „wünschenswert“ gelaufen und es habe Verzögerungen gegeben, für die man „keinen Sündenbock“ finden könne. In diesem Zusammenhang mahnte Schilhansl Geduld und Durchhaltevermögen an und bediente sich hierzu einer Parabel: Beim Streit zweier Knechte darüber, wessen Herr der reichere sei, prahlte der eine, dass sein Herr Honigbienen habe, die so groß wie eine Faust seien. Dem Argument des anderen Knechts, dass diese Bienen aber doch nicht durch das kleine Loch in den Bienenkorb schlüpfen könnten, begegnete der Erste nach kurzem Überlegen mit der Erklärung „es quietscht, aber es geht“. von Klaus Bauer

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