Es jazzt und swingt

- 114 junge Jazzer waren am Nikolauswochenende nach Marktoberdorf zum Landeswettbewerb von “Jugend jazzt” gekommen. 16 Ensembles und 29 Solisten stellten sich der Jury rund um den künstlerischen Leiter Harald Rüschenbaum. In 20minütigen Vorspielen zeigten sie ihr Können und wurden nach festgelegten Richtlinien bewertet. Doch so ernst wie es klingt, ging es beim Bayerischen Landeswettbewerb nicht zu.

Den Organisatoren, dem Landes-Jugendjazzorchester Bayern beim Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen, dem Bayerischen Jazzinstitut und der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf, geht es um die Begegnung. Der Wettbewerb ist nur die Plattform, um jungen Jazzern aus Bayern die Möglichkeit zu geben sich zu treffen, sich auszutauschen und weiterzukommen. Dazu trägt die Jury einen erheblichen Teil bei. So sind die Wertungsgespräche nach dem Vorspiel eher Beratungsgespräche. Es wird festgehalten, wo derjenige steht und vor allem wie es weitergehen kann. Und so wird aus dem Wettbewerb eine Jugendförderung, die „nicht nur die musikalische Laufbahn, sondern auch das Leben aller Beteiligten bereichert“, wie Sylke Merbold vom Bayerischen Jazzinstitut bestätigt. Die große Teilnehmerzahl beweist, dass die seit Jahren betriebene Jazzförderung in Bayern fruchtet. Bestes Beispiel: Ein Preisträger des Wettbewerbs, Silvan Strauß, wird mit Sebastian Wehle und Tom Berkmann als „Trafo“ Bayern bei der Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ nächstes Jahr in Hannover vertreten. Er war als Kind schon Teilnehmer bei den „Jazz Juniors“ in der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf, einem Kurs bei dem die Kids ihre ersten Jazzversuche machen. Jetzt ist er Teil des Landes-Jugendjazzorchesters Bayern und mit seinem Ensemble der Gewinner des Wettbewerbs. Die Jury war begeistert. Auch vom Niveau der anderen Teilnehmer. „Wir sind wieder weiter gekommen.“, strahlt Harald Rüschenbaum. Seine Kollegen Thomas Arp, Axel Prasuhn, Martin Schmauch, Peter Tuscher, Thomas Zoller sehen das nicht anders und so gab es in allen fünf Wettbewerbskategorien „hervorragende Leistungen“, insgesamt zehn Mal konnte die höchste Bewertung vergeben werden. Neben den Siegern „Trafo“ erreichten in der Altersgruppe bis 19 Jahren bei den Ensembles „Station 5“ aus Cham die höchste Leistungsstufe. In der Kategorie bis 25 Jahre erreichten „4sinn“ aus Miesbach und „NPMconnected“ Nürnberg die meisten Punkte. Bei den Solisten bis 16 Jahren überzeugte Thomas Eibl aus Straubing am Saxophon, dicht gefolgt von Jonas Geisberger, Trompete, ebenfalls aus Straubing. Felix Prihoda aus Heroldsberg spielte wohl das exotischste Instrument des Wochenendes, ein Marimbaphon, und überzeugte damit sowohl Jury als auch das Publikum. In der nächsten Altersgruppe bis 19 Jahren war Richard Köster, Trompete, aus Burghausen neben dem Saxophonisten Christian Gastl aus Augsburg ganz vorne. Julian Schunter aus München zählte mit seinen 21 Jahren schon zu den Ältesten und erspielte sich am Saxophon in der Gruppe bis 25 Jahren die meisten Punkte. Am Sonntagvormittag endete das Jazzwochenende mit der Bekanntgabe der Preisträger, der Vergabe der Förderpreise, der Stipendien aus der „Gunter und Waltraud Greffenius Stiftung“ und der Ehrung eines ganz besonderen Mannes: Richard Wiedamann, ehrenamtlicher Leiter des Jazzinstituts Bayern wurde für seine herausragenden Verdienste um den Jazz in Bayern gedankt. Solchen Menschen wie ihm ist es zu verdanken, dass Bayerns Jazzszene aktiv und lebendig ist und mit allen beteiligten Institutionen über die Jahre so etwas wie eine große Jazzfamilie entstand. Die Laudatoren Sylke Merbold und Willi Staud ernannten ihn deshalb kurzerhand zum „Spiritus Jazztor“: Sein Leben setzt Standards, seine Arbeit inspiriert und spornt an. So kann der Jazz dann auch zu einer „neuen bayerischen Volksmusikform“ werden, wie es sich Harald Rüschenbaum schon vor Jahren gewünscht hat. ar

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