Bauausschuss: Verwaltung präsentiert Sanierungsvarianten – Bauausschuss befürwortet Um- und Neubau für 17 Millionen Euro

Zukunftspläne fürs Gymnasium

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So sieht die Variante 1, die sowohl Schule als auch Ausschuss favorisieren, im Detail aus. Rechts das südlich gelegene, neuere Hauptgebäude, das teilweise rückgebaut werden soll und derzeit Klassenräume, Verwaltung, Aula und Lagerräume beherbergt. Rot umfasst die möglichen Neubauten auf dem jetzigen Pausenareal zwischen den Unterrichtsgebäuden. Hier sollen die Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht zusammengefasst werden, auch ein neues Verwaltungsgebäude könnte kommen. Eine Sanierung der Turnhallen (ganz links) möchte die Stadt erst nach dem Abschluss der anderen Sanierungsarbeiten ins Auge fassen. In den aktuell veranschlagten Baukosten von 17 Millionen Euro ebenfalls noch nicht enthalten sind Arbeiten am nördlichen Hauptgebäude.

Kaufbeuren – Eine „sehr komplexe Baumaßnahme“ hat die Stadt mit der Generalsanierung und Erweiterung des Jakob-Brucker-Gymnasiums vor. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses sprach sich das Gremium nun für eine von drei Varianten aus, die die Verwaltung in der Sitzung vorstellte, und folgte damit auch den Wünschen der Schulleitung.

Nun wird weiter geplant: 2017 könnten die Arbeiten beginnen. Keine Mehrheit fand der Wunsch des Stadtrates Ralf Baur (SPD), den Planungen einen Architektenwettbewerb vorzuschalten. 

Bereits im Januar 2014 hatte der Bauausschuss die Stadtverwaltung beauftragt, Varianten dafür zu erarbeiten, wie ein generalsaniertes Jakob-Brucker-Gymnasium künftig aussehen könnte. Neben den ohnehin nötigen Sanierungsmaßnahmen lag der Fokus dabei auch auf einer funktionalen Verbesserung der Schulanlage an der Neugablonzer Straße. Im jüngsten Bauausschuss legten Baureferent Helge Carl und die Verwaltung nun drei Planungsskizzen vor. Klar favorisiert wurde von allen Anwesenden Variante 1. 

Sie sieht vor, in einem ersten Bauabschnitt ein oder zwei neue und vom Bestand unabhängige Gebäude entstehen zu lassen. Diese sollen zukünftig die Fachräume für die Naturwissenschaften und gegebenenfalls die Schulverwaltung beherbergen. Der jetzige „Neubau“ würde dann in einem zweiten Schritt saniert und umgebaut werden. 

„Dieser Umbau beinhaltet auch einen Teilabbruch des Gebäudes – einmal, da wir ja neue Räumlichkeiten schaffen, aber auch, um sinkende Schülerzahlen auszugleichen“, so Carl. Für beide Bauabschnitte rechnet die Stadt derzeit mit Kosten von 17 Millionen Euro und einer Bauzeit bis 2020. Für möglich hält die Verwaltung eine Kostenschwankung von rund 20 Prozent. 

Im dritten Schritt würde dann der jetzige „Altbau“ umgebaut und saniert. Die zwei Vorteile dieser Variante: Laut Verwaltung könnten die Baumaßnahmen dank der neuen Gebäude des ersten Bauabschnitts durchgeführt werden, ohne den Schulbetrieb zu sehr zu beeinträchtigen oder in großem Ausmaß auf Interimslösungen wie Container zurückgreifen zu müssen. Auch könnten die einzelnen Schulgebäude durch Verbindungsgänge trockenen Fußes erreicht werden. 

Variante 1 entspricht im wesentlichen dem Standardraumprogramm für die Schule – wichtig für die Gewährung von Fördergeldern durch die Regierung von Schwaben. Einzige Ausnahme von der Standardanforderung wären hier Räume für Orchester und Theater im Kellergeschoss. „Diese sind aber wichtig für die Schule“, so Carl. 

Es geht noch besser 

Wie die Verwaltung betonte, habe die Variante 1 durchaus noch „erhebliches“ Verbesserungspotenzial. Solches sieht auch die Schule. Vor allem hinsichtlich der Errichtung von zwei neuen Gebäuden im jetzigen Pausenhof befürchte man „eine Zerklüftung“ des Schulhofes und das Entstehen „dunkler Ecken“. Auch müsse darauf geachtet werden, dass beim Rückbau des bestehenden, neueren Gebäudes die Aula nicht zu sehr an Höhe verliere. 

Sie freue sich, so die Leiterin des Jakob-Brucker-Gymnasiums Susanne Jehl in der Sitzung, dass die Sanierung nun „an die Reihe kommt“. Gut findet sie, dass das pädagogische Konzept der Schule auch bei den räumlichen Planungen stark mit einbezogen werden soll. Unterstützt wurde sie dabei vor allem von Stadträtin Ulrike Seifert (Grüne) und dem Schulbeauftragten Alexius Batzer. „In den kommenden zehn Jahren wird sich hier vieles wandeln, weil immer mehr Schüler auch am Nachmittag an der Schule sein werden“, so Batzer. 

Kein Wettbewerb 

Nicht folgen wollten die meisten Anwesenden dem Wunsch von Ralf Baur, SPD-Stadtrat und ehemaliger Baureferent. Er plädierte für einen Architektenwettbewerb im Vorfeld der planerischen Arbeiten am Gymnasium. „Dies würde uns erlauben, statt aus drei aus 30 Varianten auszuwählen“, so Baur. 

Diesen Weg hatte auch die Verwaltung ursprünglich ins Auge gefasst, sich aber dann doch für eine Ausschreibung der Architektenleistungen entschieden – laut Carl, weil dies eine engere Fassung der Vorgaben an die Planungsbüros, nicht zuletzt bezüglich der Erfahrung mit solch „komplexen Vorhaben“, erlaube. Einen Wettbewerb könne man sich aber vorstellen, so Carl, wenn nach den beschriebenen Baumaßnahmen die Turnhallen an die Reihe kommen.

von Michaela Frisch

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