"Jetzt bin ich wieder dahoam"

Ein farbenfrohes Bild: Der Maler Peter Krusche (li.) und der gemalte Alt-OB Rudolf Krause vor dem angebrachten Ölporträt. Im Hintergrund ist das Rathaus als einstige Wirkungsstätte deutlich erkennbar. Foto: Becker

Nach fast 19 Jahren ist Altoberbürgermeister Rudolf Krause wieder in das Kaufbeurer Rathaus zurückgekehrt. Aber nicht als Stadtoberhaupt, sondern in Form eines Porträtgemäldes in Öl mit dem Rathaus im Hintergrund. Dieses Gemälde hatte Krause zu seinem 80. Geburtstag von der Stadt Kaufbeuren als Geschenk erhalten. Die Idee dazu kam vom amtierenden Oberbürgermeister Stefan Bosse. Nun wurde das vom gebürtigen Kaufbeurer Maler und Kulturpreisträger Peter Krusche gemalte Bild übergeben und im Rathaus an seinem endgültigen Platz angebracht. „Jetzt bin ich wieder dahoam“, sagte der frühere Rathauschef nach dem Aufhängen des Bildes.

Die Inspiration für ein solches Bild war Bosse bei einem Besuch im Kanzleramt vor zwei Jahren gekommen, als er dort die Porträts der Kanzler gesehen hatte. Der OB möchte langfristig eine Galerie der Stadtoberhäupter installieren, wie sie in vielen Städten Tradition ist. Außerdem war bei der derzeit stattfindenden Neukonzeption der Dauerausstellung des Stadtmuseums deutlich geworden, dass die städtische Sammlung nur über wenige Porträts der Amtsvorgänger des jetzigen Stadtoberhauptes verfügt. „Es gibt zwar etwas, aber nicht durchgängig“, wie Dr. Astrid Pellengahr als Leiterin des Museums erläuterte. Sie machte deutlich, dass die Suche nach einem Künstler für so ein Vorhaben zusammen mit Günther Pietsch von der Kunst- und Projektförderung der Stadt nicht so einfach gewesen sei. Erst war ich erschrocken Peter Krusche, der in Osterzell und Berlin lebt und arbeitet, erklärte, dass er zwar porträtiere, aber eher nahestehende Personen mit denen ihn eine persönliche Beziehung verbindet. „Nach der Anfrage war ich erst erschrocken“, so Krusche, „doch dann habe ich mich beruhigt und dachte, ich mache das.“ Es folgten ein ausführliches Gespräch mit Rudolf Krause, das Anfertigen zahlreicher Skizzen und Zeichnungen und die Sichtung vieler Fotos, damit der Maler genügend Eindrücke für die Umsetzung hatte. „So etwas wächst langsam und wenn man den inneren Zugang hat, läuft es eigentlich“, so die Worte des Malers, und weiter: „Es hat sehr viel Freude gemacht und es war ein besonderer Reiz etwas zu schaffen, dass vielleicht auch in 200 Jahren noch an der Wand hängt.“ Nach insgesamt drei Monaten und zwei Sitzungen war das Bild fertig. Er habe zwei Ziele gehabt, so Krusche. Einmal sei der Erkennungswert natürlich wichtig gewesen. Aber auch der künstlerische Aspekt des Bildes, mit „Kunst eine gefühlvolle Wahrnehmung“ zu erzeugen, spiele eine große Rolle. OB begeistert Oberbürgermeister Stefan Bosse war wie der Alt-OB begeistert. „Noch haben wir keine Galerie der Vorgänger, aber ein Anfang ist gemacht“, so Bosse. Zum Bild sagte er: „Unverwechselbar mit der Wirkungsstätte im Hintergrund.“ Und das Empfangszimmer im zweiten Stock sei wie geschaffen, auch für weitere Bilder. Krause ergänzte, dass dieser Raum auch zu früheren Zeiten bereits ein Ort für besondere Anlässe war. Er habe oft dort gesessen, so der langjährige Rathauschef und meinte abschließend: “Ich freue mich, dass mich die Stadt hier so präsent sein lässt. Für mich hängt schon ein Stück Herzblut dran!“

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