Einigkeit auf der ganzen Linie

+

Kaufbeuren – Bei Betrachtung der Tagesordnung in der letzten Sitzung des Bauausschusses hatte so mancher Besucher wohl mit einer intensiven Auseinandersetzung zumindest in einem Punkt gerechnet: der möglichen Nachnutzung im Jordanpark auf der Fläche des jetzigen Eisstadions. Zumal es im Vorfeld eine gemeinsame Presserklärung von SPD, Grüne und FDP sowie einen Antrag für das Gremium als Vorschlag für die zukünftige Nutzung gegeben hatte (wir berichteten). Es wurde zwar um einzelne Worte in der Beschlussfassung gerungen, doch in der Sache waren sich dann alle Fraktionen einig. Entsprechend fiel der Beschluss für eine Untersuchung des Areals, bezüglich des dort Machbaren, einstimmig aus.

Der moderate Umgang miteinander könnte durchaus an der sachlichen Erklärung von Stadtplaner Manfred Pfefferle, den ergänzenden Erläuterungen von Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak und Baureferent Helge Carl oder an OB Stefan Bosse als Moderator gelegen haben, welche die bisherigen Entscheidungen und Aktivitäten aufzeigten. Dazu gehörten Standortfragen für mögliche Vorhaben ebenso wie bereits investierte Gelder und eventuelle fiskalische Erlöse aus einem Verkauf der kommunalen Flächen. „Zum Schluss sollte etwas für die Stadt dabei herauskommen“, so die Stadtspitze. 

Als erster Sprecher bekannte sich Johannes Espermüller (FDP) mit verbindenden Tönen zu einem „Mittelweg mit vernünftigen Lösungen“. Im Vorfeld sei viel Unglückliches in den Antrag der drei Fraktionen „reininterpretiert“ worden. „Wir sind nicht gegen ein neues Polizeigebäude oder ein Behördenzentrum“, sagte Espermüller und plädierte zunächst für Untersuchungen des Areals, die vor einer weiteren Entscheidung stattfinden sollten. 

Ralf Baur (SPD) schloss sich den Worten seines Vorredners ausdrücklich an. „Wir haben hier einen Park mit herausragender Bedeutung und müssen für die nächsten Jahrzehnte etwas tun“, argumentierte Baur. Man sollte erst die Rahmenbedingungen zusammentragen und dann einen konkurrierenden Wettbewerb durchführen, der nicht eine, sondern mehrere Lösungen produziere. Auch Dr. Thomas Jahn (CSU) plädierte ähnlich für eine „Sach­untersuchung auf technische Machbarkeit“ und will eine vorzeitige Blockade des Grundstücks für ein Behördenzentrum verhindern. „Im Übrigen kann man die Kubatur von Gebäuden gestalterisch durch Vorgaben regeln“, so Dr. Jahn. 

Robert Klauer (KI) will zuerst Grundlagen erarbeitet sehen und den Bedarf ermitteln. Dann könne man in aller Ruhe die Möglichkeiten ausloten. „Mit ausschließlich einer Nutzung haben wir uns schwer getan“, so Klauer für die KI. Ulrike Seifert (Grüne) stellte den Vergleich mit dem Projekt der Fußgängerzone an und wünscht sich ein ähnliches Verfahren für die Bestandsaufnahme und das weitere Vorgehen bei der Nachnutzung des jetzigen Eisstadion-Standortes. 

Entschieden wurde auch die Sanierung des Jordanparks in zwei Schritten, nachdem bereits im Februar das Parkpflegewerk thematisiert worden war. Landschaftsarchitektin Gudrun Dietz-Hofmann stellte die zwei Bauabschnitte vor, deren Kosten sich für den ersten, südwestlich gelegenen Teil auf 934.000 Euro und für den nördlichen Teil auf 574.000 Euro beziffern. Aufgrund seiner herausragenden Bedeutung des Parks innerhalb der bayerischen Denkmallandschaft sind durch verschiedene Fonds und Stiftungen För­dergelder in mehreren hunderttausend Euro zu erwarten. 

Wie beim weiteren Vorgehen für die Nachnutzung wurde auch in diesem Punkt einstimmig beschlossen, zunächst ab Ende 2017 die Entwurfsplanung für den ersten Bauabschnitt in Angriff zu nehmen und die Pläne für den zweiten Teil erst später zu konkretisieren.

von Wolfgang Becker

Meistgelesene Artikel

Buntes Treiben beim Buronia-Gala-Ball

Kaufbeuren – Rund 240 festlich gewandete Ballgäste hatten sich am vergangenen Samstag im Stadtsaal eingefunden, um am 151. Buronia-Gala-Ball der …
Buntes Treiben beim Buronia-Gala-Ball

Tödlicher Verkehrsunfall auf der B16

Auf der B16 zwischen der B12-Anschlussstelle bei Marktoberdorf und Biessenhofen ist es am frühen Nachmittag zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen.
Tödlicher Verkehrsunfall auf der B16

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Kommentare