Spatenstich für 170-Quadratmeter-Neubau an der Kaufbeurer Josef-Landes-Schule

Förderzentrum wird erweitert

+
Die Freude über den Baubeginn war allen Beteiligten anzumerken, als Schulleiterin Heike Dunschen (von links), der Kaufbeurer OB Stefan Bosse, Bauleiter Christean Wiedemann, Stefan Mohr von der Sozialabeilung im Landkreis und die Architekten Christian Stadtmüller und Michael Graf die symbolischen ersten Schaufelhiebe vornahmen.

Kaufbeuren – „Wir freuen uns auf den Anbau!“ Mit diesem Spruch in bunten Lettern und einem fleißig einstudierten Musikstück drückten die Schülerinnen und Schüler am vergangenen Freitag ihre Freude über das neue Bauprojekt an „ihrer“ Josef-Landes-Schule aus.

Weil das historische Gebäude der Josef-Landes-Schule in der Prinzregentenstraße zwar Charme besitzt, aber – zum Beispiel ohne eine richtige Aula – den Anforderungen des Schulbetriebs nicht mehr gerecht wird, entsteht hier ein Anbau mit knapp 170 Quadratmetern. Beim offiziellen Spatenstich war Staatsminister für Finanzen Franz- Josef Pschierer zwar nicht dabei, freut sich aber nach eigenem Bekunden, eine „überdurchschnittliche Fördersum- me“ für das Projekt freigeben zu können. 

Rund 240 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die Josef-Landes-Schule, die als „sonderpädagogisches Förderzentrum“ nicht nur Kinder aus der kreisfreien Stadt Kaufbeuren, sondern mit einem Anteil von rund 40 Prozent auch aus dem umliegenden Ostallgäu aufnimmt. Zudem gibt es „innerhalb und außerhalb der Schule eine Vielzahl von sonderpädagogischen Konzepten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen unserer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden“, wie es auf der Homepage der Schule heißt. Auch haben die Kinder – wie mittlerweile an jeder Kaufbeurer Schule – die Möglichkeit, ein Ganztagsangebot zu nutzen. Auch das Thema Inklusion ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. 

„Ich sehe in diesem Schultyp ein Erfolgsmodell und glaube, dass dieser noch viele Jahre besteht“, erklärte dementsprechend der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse in seiner Ansprache. Schulleiterin Heike Dunschen kann dem nur zustimmen: „Wir brauchen diesen Erweiterungsbau wirklich sehr dringend. Denn viele Eltern nehmen beispielsweise unser Angebot zur Ganztagsbetreuung sehr gerne in Anspruch“. Stefan Mohr, Leiter der Sozialabteilung beim Landkreis, betonte in seiner kurzen Rede, dass Stadt und Landkreis die Angelegenheiten rund um die Josef-Landes-Schule gemeinsam bewältigen – schließlich seien knapp 40 Prozent der Schüler aus dem Landkreis. „Ich glaube, das ist eine gute Mischung“, sagte er an die Schülerinnen und Schüler gewandt. Froh sei man auf Kreisebene über „die Unterstützung der Stadt bei allem, was die Organisation und Umsetzung angeht.“ 

Staatsminister der Finanzen Franz-Josef Pschierer, der sich entschuldigen ließ, nahm aber im Rahmen einer Presseerklärung Stellung zu den Projekt. „Ein guter Tag für Kaufbeuren. Die Regierung hat der Stadt für deren vordringlichste Maßnahme im Eiltempo die Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn erteilt. Gleichzeitig kann ich einen erhöhten Fördersatz in Aussicht stellen“, schreibt Pschierer. Konkret heißt dies, dass der neue Anbau statt mit den üblichen rund 40 Prozent mit 46 Prozent gefördert wird – die Kosten, die durch den Teil entstehen, der später im Rahmen der Ganztagsbetreuung genutzt wird, sogar mit 61 Prozent. 

Zahlen & Fakten 

Die Gesamtfläche des Neubaus wird laut dem Projekverantwortlichen Raphael Ottinger vom Büro Stadtmüller.Burkhardt.Graf rund 170 Quadratmeter auf drei Geschossen betragen. Er wird durch einen eingeschossigen Verbindungsbau an das Haupthaus angeschlossen, der die neue Aula beherbergt. Nach Fertigstellung stehen der Schule dann neben der Aula – die mittels flexibler Schiebewände nach Bedarf vergrößert werden kann – eine Küche, ein 70 Quadratmeter großer Bereich für die Ganztagsbetreuung, ein zusätzlicher Klassenraum mit 55 Quadratmetern, Toiletten, Technikräume, Gruppenräume und nicht zuletzt ein neuer Musikraum zur Verfügung. Ein Aufzug, der sowohl vom alten Schulgebäude als auch vom Neubau aus zugänglich ist, wird für eine Barrierefreiheit sorgen, die im historischen Haupthaus bislang nicht möglich war. Schulleiterin Dunschen freut sich, dass körperbehinderte Kinder nun nicht mehr zum Teil bis nach Kempten in die Schule fahren müssen, weil nur dort barrierefreier Zugang zum Unterricht möglich ist. Die Gesamtkosten für das Bauprojekt an der Josef-Landes-Schule belaufen sich laut OB Bosse auf rund 2,4 Millionen Euro. Bereits im kommenden Jahr soll das neue Gebäude bezugsfertig sein. 

Platzproblem gelöst 

Im Vorfeld des Spatenstichs war für die Architekten vom Büro Burkhardt.Stadtmüller. Graf noch das Platzproblem zu lösen. Weil die unbebauten Flächen um das alte Schulhaus recht begrenzt sind und zudem noch vorgegebene Abstände zu den Nachbargrundstücken eingehalten werden müssen, wur- de bei den Planungen jeder mögliche freie Quadratmeter berücksichtigt, ohne das Endergebnis „vollgestopft“ wirken zu lassen. Einige Schülerinnen und Schüler sehen indes trotz aller Freude über die Erweiterung mit ein wenig Wehmut auf den Beginn der Bauarbeiten. Oder wie Samuel aus der vierten Jahrgangsstufe erklärt: „Ich werde meine Lieblingsecken im Hof vermissen!“ Aber: Der Neubau wird sicherlich viel Raum für neue „Lieblingsecken“ bieten. von Michaela Frisch

Meistgelesene Artikel

Beginn einer neuen Ära

Kaufbeuren – „Kooperation beruht auf Vertrauen und Verlässlichkeit.“ Mit diesen Worten charakterisierte Brigadegeneral Stefan Lüth als Vertreter der …
Beginn einer neuen Ära

Neuer Standort für Feuerwehr

Obergermaringen – Das geplante neue Feuerwehrhaus in Obergermaringen wird nun an einem neuen Standort errichtet.
Neuer Standort für Feuerwehr

Babyboom in der Stadt

Kaufbeuren – Wer sein neugeborenes Kind im vergangenen Jahr 2016 Sophia/Sophie oder Maximilian genannt hat, befindet sich damit in bester …
Babyboom in der Stadt

Kommentare