"Nur Inseln bieten Deckung – Wie man Feldhase, Fasan & Co. vor dem Untergang bewahren kann"

Der Dachs ist kein Aktienindex

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Strahlende Gesichter bei der Verleihung des Journalistenpreises durch den Präsidenten des Bayerischen Jagdverbandes, Jürgen Vocke (links): Den ersten Preis gewann Nicola Förg (re.) für ihre Tierseite im Journal des Münchner Merkur und Kreisbote. Der 2. Preis ging an Rebecca Koenig von der Bayerischen Staatszeitung (nicht auf dem Bild); den 3. Preis gewann Klaus Grimmer (3. v. li.) von der Main-Post.

München/Allgäu – Einen Feldhasen in freier Natur beobachten? Oder vielleicht sogar ein Rebhuhn oder eine Wachtel – das sind leider seltene Erlebnisse. Das sogenannte Niederwild wird verdrängt, weil sein Lebensraum in der modernen Landwirtschaft immer mehr eingeschränkt wird.

Dieses Thema hat Nicola Förg im vergangenen Jahr im Kreisboten und Münchner Merkur unter dem Titel „Nur Inseln bieten Deckung – Wie man Feldhase, Fasan & Co. vor dem Untergang bewahren kann“ angepackt. Und zwar in einer preiswürdigen Form: Vergangene Woche ist unsere Autorin in München mit dem Journalistenpreis des Bayerischen Jagdverbandes ausgezeichnet worden, der zum dritten Mal ausgelobt wurde.

Beim BJV-Jahresempfang im Löwenbräukeller lobte Jagdverbands-Präsident Jürgen Vocke vor gut 1500 Gästen – darunter Innenminister Joachim Herrmann, Forstminister Helmut Brunner, Umweltministerin Ulrike Scharf, Justizminister Winfried Bausback und für das Haus Wittelsbach Leopold Prinz von Bayern – die hohe Qualität der eingesandten Beiträge. Besonders würdigte er die Journal-Seite „Hund, Katz & Co“ des Kreisboten und des Merkurs: Mit Blick darauf: „Ich lese jeden Samstag den Teil über die Wildtiere – Respekt und herzlichen Dank dafür“, sagte er zur Preisträgerin Nicola Förg.

Mit ihrem Beitrag über Feldhase & Co. breche Förg eine Lanze für das Niederwild. Die Jury hielt vor allem die Art der Darstellung für ausgezeichnet, weil die Autorin komplexe jagdliche Themen exzellent auch dem breiten Lesepublikum verständlich machen kann. Bereits im vergangenen Jahr war sie für ihre Themenseite „Die Sau als Sündenbock“ mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden.

Dazu die Autorin: „Es ist ja ein Geschenk, dass man als Journalist ein Anliegen einer breiteren Masse zugänglich machen kann. Und wenn man es gut macht, werden komplizierte, wissenschaftliche Dinge lesbar und wecken Emotionen. Die Natur braucht unsere Emotionen dringend und es ist wunderbar, dass mit solch einem Preis unser Weg bestätigt wird. Aber auch ohne Preis werde ich weiterhin den Leuten erzählen, dass ein Dachs kein Aktienindex ist und der Herr Hirsch nicht der Mann von der Frau Reh.“

Mit dem 2. Platz zeichnete der BJV einen Beitrag von Rebecca Koenig von der Bayerischen Staatszeitung über eine futuristische Jagd von Techno-Rambos auf Wildschweine aus. Platz 3 ging an Klaus Gimmler von der Main-Post für eine Serie, in der er einen Jäger im Jagd-Jahr begleitet. Jagdverbands-Präsident Jürgen Vocke betonte, dass Jagd ein tiefes Erleben der Natur, verantwortungsvolles Handwerk und Beute machen bedeute. „Jägerinnen und Jäger sind auch staatlich geprüfte Naturschützer, die sich für ihre Umwelt, die Wildtiere und den Artenschutz tatkräftig einsetzen.“

Tatkräftig wurde danach im Löwenbräukeller diskutiert, gefeiert und exzellent gegessen bei Hirschterrine, Rotwild­ragout, Wildschweinsalsicce, Hirsch mit Trauben und Walnüssen, Pflanzerl vom Rotwild mit Portweinsoße.

von C. Möllers

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