Wenn im Frühjahr die Narzissen blühen

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Die Kaiserin.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,„Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune...“,

in einer Welt, in der Presse- und Meinungsfreiheit zu den wichtigsten Gütern unserer Gesellschaft zählen, in der sich bei Politikern manchmal gerne der Magen umdrehen würde, in der oppositionelle Meinungen und Aktionen die eigenen Pläne durchkreuzen, da mag sich manch einer die Welt gerne schaffen, wie sie ihm gefällt. 

Rechtzeitig, wenn die Narzissen blühen, veröffentlicht die Stadtverwaltung vermutlich die erste „Rathaus-Post“ und schafft sich damit ihr eigenes Medium. Endlich eine Presse ohne kritische Stimmen. Viele Bürgerinnen und Bürger ziehen ihr tägliches Wissen aus Druckerschwärze. Der Vorteil eines freien Mediums liegt vor allem in der Meinungsvielfalt. Redakteure hinterfragen, Leserbriefe fordern Erklärungen und die politische Opposition kann auch ihre Ansichten kommunizieren. 

All dies wird es in der neuen „Rathaus-Post“ nicht geben. Hier berichtet die Stadtverwaltung selbst darüber, was richtig und falsch ist. Hier gibt es keine Zweitmeinungen, keinen öffentlichen Rückkanal –und wenn, dann unterstützen sie wohl eher die Meinung der Verwaltung. Mit der Einführung dieser Nachrichten verwässern Meinungen, da man mehrere Medien gleichzeitig lesen muss, um sich sein eigenes Bild machen zu können. 

Während Landsberg am Lech die Kosten für ein solches Vorhaben nicht aufbringen wollte, sollten wir als Bürgerinnen und Bürger Kaufbeurens auf das vertrauen, was wir haben: die freie Lokalpresse. Man unterstellt ihnen zwar auch hin und wieder – eine Werbeanzeige sei der Schlüssel zu einer positiven Berichterstattung, aber gerade in der Politik zeigen sie immer häufiger, dass sie auch eine gewisse Kontrollfunktion ausüben. 

Und das Beste daran: Ich entscheide selbst, ob ich sie lesen will und was mir die Meinung anderer gegebenenfalls wert ist. Die Rathaus-Post bezahlt der Steuerzahler – also Sie und ich.

Mit hoheitlichen Grüßen,

Ihre Kaiserin

Die Kaiserin freut sich sehr über Zusendungen von Ihren Themen, Veranstaltungsterminen und vielleicht sogar Gerüchten? SMS und WhatsApp an 0178-6820900 oder per E-Mail an: diekaiserin@kreisbote.de.

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