Gymnasium Buchloe: Brückengegner unterlagen in einer Kampfabstimmung mit 12:10 Stimmen

Eine Brücke spaltet den Stadtrat

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Buchloes Stadtrat bei der Ortsbesichtigung an der Gennach. Die Anwohner wollen die Brücke nicht. Trotzdem entschied der Stadtrat mit knapper Mehrheit, dass die Brücke kommt.

Buchloe – Normalerweise verbinden Brücken Menschen miteinander. In Buchloe ist es anders. Dort gerieten sich die Mitglieder des Stadtrates auf ihrer jüngsten Sitzung in die Wolle. Es ging um die Frage, ob am Neubau des Gymnasiums eine kleine Brücke über die Gennach gebaut werden soll oder nicht.

Befürworter und Gegner standen sich bei der jüngsten Diskussion um den Bau einer kleinen Brücke zum neuen Gymnasium eher unversöhnlich gegenüber. Die Abstimmung wurde dann zur Kampfabstimmung und die Brückengegner unterlagen mit 12:10 Stimmen. Der Beschluss steht eigentlich im Widerspruch zu den Wünschen von 37 Anwohnern. Diese hatten sich im Vorfeld bereits mit einer Unterschriftenaktion gegen in eine Brücke gewehrt. 

Dabei sollte die Brücke nicht nur den Schülern eine Verkürzung des Schulweges bringen sondern auch den Anwohnern eine kurze Anbindung an das Veranstaltungszentrum, die diese eigentlich nicht wollen. Pro- und Kontraargumente waren bereits bei der letzten Stadtratssitzung ausgetauscht worden (wir berichteten). Dabei begann der Sitzungstag in schöner Atmosphäre. Die Stadträte trafen sich mit der Verwaltung zu einem Ortstermin am Schulzentrum an der Münchner Straße. Die Sonne schien und Bürgermeister Josef Schweinberger führte die Stadträte hemdsärmelig die Gennach entlang zum geplanten „Brückenkopf“. Genau genommen sind an der Stelle zwei Brücken notwendig, da die Gennach ein zweites Überlaufbett mit einer kleinen Insel in der Mitte hat. 

Während Bürgermeister Schweinberger dem Brückenbauwerk positiv gegenübersteht, sieht Stadtbaumeister Herbert Wagner nun eine Reihe von Problemen auf sich zukommen. Da ist zunächst die Zeitschiene: Fertig werden soll das Bauwerk schon zum Start des Gymnasiums, also zu Schuljahresbeginn 2013/14. Dazu muss die Planung gemacht und das Wasserrechtliche Verfahren durch- geführt werden, die Ausschreibung erfolgen und natürlich auch noch gebaut werden. Kaum zu schaffen, sagt der Stadtbaumeister. Dadurch, dass das Brückenbauwerk behindertengerecht sein soll, also möglichst ebenerdig zum umgebenden Gelände sein muss, sind die Anschlusshöhen vorgegeben. Bei einer Unterkonstruktion aus Holz verbleibt zwischen dem Normalwasserstand und der Unterkonstruktion nur eine Differenz von rund. 70 Zentimeter. Bei einer Unterkonstruktion aus Stahl wären es etwas über 90 Zentimeter. Da die Gennach aber ein hochwasserführender Fluss ist, muss zunächst geklärt werden, ob das Wasserwirtschaftsamt diesen Querschnitt als ausreichend betrachtet. Vielen Buchloer haben noch die Hochwasserkatastrophe von 1999 vor Augen, als die Gennach über die Ufer trat und Schäden in erheblicher Höhe verursacht wurden. 

Bislang hat die Stadt noch kein Geld in die Hand genommen, bestätigte Bürgermeister Schweinberger dem Stadtrat vor den Häusern der Anwohner, die die Brücke nicht wollen. Der Beschluss, die Brücke zu bauen, wird nun Geld kosten. Und das Damoklesschwert des möglicherweise zu kleinen Hochwasserabflussquerschnitts hängt weiter über der Brücke. „Eine Anfrage beim Wasserwirtschaftsamt ohne konkrete Planung ergibt keinen Sinn“, meint Bau- amtsleiter Herbert Wagner. Er hegt die Befürchtung, dass das Wasserwirtschaftsamt den Hochwasserabflussquerschnitt als zu gering betrachtet. Wagner wies auch auf die Probleme mit den Grundstückseinfahrten. Die Ein- und Ausfahrten sind teilweise schwer einsehbar und könnten zum Problem werden, wenn erheblich mehr Radler durch das Wohngebiet zur Brücke unterwegs sind. von Siegfried Spörer

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