Bausubstanz stellenweise zu marode – Kosten für Neubau: minimal 15 Millionen Euro

Kaufbeurer Eisstadion muss neu gebaut werden

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Noch bis 2017 kann in der alten Sparkassen Arena in Kaufbeuren Eishockey gespielt werden, dann ist Schluss. Die marode Bausubstanz lässt eine Generalsanierung im Bestand nicht mehr zu.

Kaufbeuren – Nachdem die Stadt mit der vorläufigen Instandsetzung der Eishalle gerade noch die Kurve bekommen hat, kommt nun die nächste Hiobsbotschaft: Das Stadion am Berliner Platz kann nicht generalsaniert werden. Um dem ESVK zukünftig eine Perspektive zu geben, rückt damit nun ein Neubau in den Blickpunkt.

Jetzt also doch! Das Eisstadion in Kaufbeuren kann nicht generalsaniert werden. Wie OB Bosse im Redaktionsgespräch erklärte, sei die Bausubstanz in vielen Bereichen bis in die Grundträger so marode, dass sie nicht erneuert werden kann. Nach derzeitigem Stand sind ein Neubau des Stadions am Berliner Platz oder ein Neubau an anderer Stelle die wahrscheinlichsten Alternativen, so Bosse. 

Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung „arbeiten wir deshalb mit Hochdruck an einer endgültigen Lösung in der Stadionfrage“, so Bosse. Ziel sei es, dem Eissport in Kaufbeuren eine Zukunft zu geben, ohne andere freiwillige Leistungen der Stadt zu kürzen oder gar zusätzliche Abgaben einzuführen. „Mit diesem Versprechen, und nur damit, wird es gelingen, die Kaufbeurer für eine Zustimmung zu einem Stadionneubau zu gewinnen“, betonte das Stadtoberhaupt. 

Damit dies gelingt, will Bosse die Bürger im Rahmen eines Ratsbegehrens darüber entscheiden lassen, ob ein neues Eisstadion gebaut wird oder nicht. Immerhin schlagen die Kosten für so ein Projekt mit minimal 15 Millionen Euro zu Buche. „Einfach wird das nicht“, erklärte Bosse. Stadtkämmerer Markus Pferner wurde zumindest schon mal beauftragt, zu prüfen, ob und wie solch eine Summe im Finanzplan der Stadt untergebracht werden könnte. Bosse machte deutlich, dass dies nicht ohne Neuverschuldung gehen werde. 

Ungeachtet dessen habe man durch diese Hiobsbotschaft Zeit gewonnen, um nun in Ruhe Standortalternativen zu finden. Denn ein Neubau in Abschnitten unter laufendem Betrieb erscheine aktuell weder bautechnisch noch zeitlich sinnvoll machbar. Bosse zeigte sich zuversichtlich, dass man den Stadion-Neubau bis 2017 hinbekomme – also jenem Jahr, in dem die Nutzungsdauer der alten Eishalle aus bausicherheitsrelevanten Aspekten endet. 

Welche Standortalternativen? 

Im Blickpunkt stehen bei einer positiven Entscheidung über die Errichtung eines neuen Standortes zwei Varianten. Entweder das neue Eisstadion wird an einem anderen Ort im Stadtgebiet oder eben am alten Standort Berliner Platz neu gebaut. Wie Bosse auf Nachfrage erklärte, werden jetzt verschiedene Standortalternativen geprüft. 

Ein möglicher Standort sei das jetzige Parkstadion, das man dann anderenorts wieder aufbauen müsste. Aber auch das Gewerbegebiet Untere Au oder eben auch der Fliegerhorst seien denkbar. Hier komme jedoch die Schwierigkeit hinzu, dass es sich nach wie vor um militärisches Sperrgebiet handle und ein Abzug der Truppen sich noch weit bis nach 2017 hinziehen könnte. Alternativ könne man das alte Eisstadion abreißen und an selber Stelle neu bauen. Dafür müsste als Übergang für zwei Spielzeiten ein Provisorium errichtet werden. Das ist finanzier- und machbar, so Bosse. Hierzu seien bereits Gespräche mit den ESVK-Vorständen geführt worden, so der Oberbürgermeister. Immerhin müsste so ein Provisorium Platz für 1600 Zuschauer bieten. Nur so erziele der ESVK genügend Einnahmen, um die positive Fortführungs-Prognose aufrecht erhalten zu können, die damals Bestandteil des Vertrages bei der Übernahmen des Stadions durch die Stadt war (wir berichteten). 

Besagtes Provisorium könnte laut Bosse ähnlich einem geschlossenen Bierzelt gestaltet sein. „In der Mitte das Eisfeld mit Bande und drum herum die Zuschauerreihen“. Auch die Verantwortlichen der 2. Bundesliga hätten bereits signalisiert, im Rahmen dieser Übergangsregelung Zugeständnisse zu machen, so Bosse. Praktisch würden dann die Joker jetzt noch vier Spielzeiten im alten Stadion spielen. Ab September 2017 gäbe es dann die provisorische „Bierzelt-Lösung“. Parallel werde dann das alte Stadion abgerissen und an selber Stelle wieder aufgebaut. Nach rund zwei Jahren Bauzeit könnte dann das neue Stadion bezogen werden. 

Bosse möchte aber erst nach der Kommunalwahl im März 2014 über ein neues Eisstadion abstimmen lassen. Er fände es „nicht in Ordnung“ im Vorfeld der Wahl eine derartige Entscheidung durch den alten Stadtrat treffen zu lassen: „Der neue Stadtrat und auch der neue/alte Oberbürgermeister“, sollten diese Entscheidung mit tragen“. Immerhin stünden sie dann in der Verantwortung. Mit einer Entscheidung rechnet Bosse Ende des ersten Halbjahres 2014.

von KAI LORENZ

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