20 Jahre Lebende Krippe zugunsten Bedürftiger

Lange Tradition für einen guten Zweck

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Hell lodert das Feuer vor der Holzhütte mitten im Wald: Die Lebende Krippe der Kaufbeurer Initiative im Märzenburgwald basiert auf einem traditionellen Vorbild aus dem 13. Jahrhundert.

Kaufbeuren – Ein wenig Ruhe in der hektischen Vorweihnachtszeit, in der dann auch einmal Zeit ist, an die bedürftigen Mitmenschen in Stadt und Landkreis zu denken: Dies war und ist die Idee der Lebenden Krippe. Heuer findet dieses besondere Krippenspiel am 22. und 23. Dezember statt.

Seit über zwanzig Jahren existiert sie nun schon und ist aus der Vorweihnachtszeit der Kaufbeurer und vieler auswärtiger Besucher nicht mehr wegzudenken: die „Lebende Krippe“ der Kaufbeurer Initiative e. V. (KI) im Märzenburgwald vor den Toren im Süden der Stadt. Mit großem Aufwand und hohem Engagement der fast 100 Beteiligten wird alljährlich Tausenden von Besuchern ein besinnliches und vorweihnachtliches Erlebnis bereitet. Vor wenigen Wochen bekamen die Initiatoren selbst ein Weih- nachtsgeschenk: In einem Buch über ausgewählte Weihnachtsbräuche auf der ganzen Welt ist die „Lebende Krippe“ nun verewigt. „Es war von Anfang an die richtige Idee“, erzählt 3. Bürgermeister Ernst Holy (KI) als Mitinitiator der Lebenden Krippe im Gespräch mit dem Kreisboten, „denn wir wollten keinen Kitsch, sondern die Weihnachtsidee im ursprünglichen Sinne darstellen.“ Damit werde Geschichte, Brauchtum und Tradition gepflegt. Für alle Akteure sei es immer wieder ein Geschenk, das Leuchten in den Augen der Kinder zu sehen. Und es gebe Besucher, die jedes Jahr kämen und dann feststellten: „Jetzt ist Weihnachten!“ Im Krippenstadel sind wieder Maria, Josef und das Jesuskind zu sehen. Ochs und Esel spenden Wärme. Hirten stehen am Feuer und stündlich wird die Verkündigung vorgelesen. Junge Schäfchen freuen sich mit den Mutterschafen bereits auf die Streicheleinheiten der jungen Besucher. Die Krippe kann nur zu Fuß oder mit einer Kutsche erreicht werden. Beim Anwesen Götzfried am Märzenburgweg werden wieder Fackeln verkauft. „Hell lodert das Feuer vor der Holzhütte mitten im Wald.“ So beginnt die Beschreibung über die Darstellung der Lebenden Krippe in einem jüngst erschienenen Buch mit dem Titel „Weihnachtlich glänzt die Welt“ von Raimund Gründler, einem gebürtigen Ravensburger. Der Hochschuldozent und leitende Mitarbeiter eines großen Bildungsunternehmens stellt in seinem Buch die wichtigsten und schönsten Weihnachtsbräuche und –rituale vor. Bei einem Spaziergang durch die Advents- und Weihnachtszeit werden nicht nur festlich geschmückte europäische Länder, sondern auch andere Kontinente besucht. „Wir waren total überrascht“, schildert Holy, „der Autor war anonym vor Ort und hat uns bewertet.“ Erst danach sei die Anfrage über das Einverständnis zur Veröffentlichung erfolgt. „Darüber sind wir stolz“, so der KI-Vorsitzende abschließend. Die Lebende Krippe findet immer am letzten Wochenende vor Weihnachten am Samstag und Sonntag (heuer der 22. und 23. Dezember) von 14 Uhr bis 19 Uhr statt, also am kommenden Wochenende. Trotz freiem Eintritt und familienfreundlichen Preisen für Kinderpunsch, Glühwein, Kuchen und heiße Würstel, spendet die Kaufbeurer Initiative als Veranstalter jedes Jahr mehrere Tausend Euro an Bedürftige in und um Kaufbeuren. Dazu tragen auch kleine Spenden in den Hirtenhut vor dem "Götzfried-Stadel" bei. In den vergangenen Jahren wurden so insgesamt weit über 40.000 Euro durch die Lebende Krippe der Kaufbeurer Initiative an Bedürftige gespendet. von Wolfgang Becker

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