Jugend forscht: Kaufbeurer Schülerinnen zum Landeswettbewerb

Ameisensäure und Patella

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Adrianna Klier gewann mit ihrer Untersuchung den ersten Preis.

Peiting/Ostallgäu – Sie haben gebastelt, experimentiert und präsentiert: 125 Nachwuchsforscher haben mit 57 Projekten am Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ teilgenommen.

Für neun von ihnen hat sich die Mühe besonders gelohnt: Ihre sechs Projekte wurden bei der Siegerehrung am vergangenen Mittwoch in der Peitinger Schloßberghalle mit einem ersten Platz ausgezeichnet. Sie dürfen damit an den Landeswettbewerben teilnehmen. Unter ihnen sind mit den Kaufbeurer Schülerinnen Simona Dammer und Adrianna Klier und dem Lehrer Hubert Bauer auch heimische Vertreter. 

Im Fachgebiet „Biologie“ belegte Simona Dammer den ersten Platz. Die Zwölfährige aus Germaringen, die das Marien-Gymnasium in Kaufbeuren besucht, hat den Kniesehnenreflex unter verschiedenen Bedingungen untersucht. Dabei hat sie die Zeit zwischen der Auslösung und dem Auftreten der Reaktion mit Hilfe eines Digitalzählers gemessen. Die Jury sie damit sofort überzeugt. Sie hatte zuvor den Sonderpreis des Marktes Peiting als weitere Auszeichnung erhalten. 

Die 14-jährige Adrianna Klier ist die Gewinnerin im Fachgebiet „Physik“. Die Schülerin des Jakob-Brucker Gymnasiums Kaufbeuren hatte den Siedepunkt von Wasser zunächst in Abhängigkeit vom Druck untersucht. Anschließend wiederholte sie den Versuch mit Ameisensäure und n-Heptan – beides Stoffe, die einen ähnlichen Siedepunkt wie Wasser aufweisen. Ziel war es, herauszufinden, wie weit sich der Siedepunkt von Wasser in realistischen Maßen verschieben lässt. Der erste Platz war nicht die einzige Auszeichnung für sie. Sie gewann außerdem den Sonderpreis über ein Jahresabbonnement der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft”. 

Während neben Dammer und Klier noch drei weitere „Schüler experimentieren“-Projekte die Qualifikation für den Landeswettbewerb schafften, lag die Hürde fürs Weiterkommen bei „Jugend forscht“ diesmal ziemlich hoch. Die Jury vergab nur einen ersten Platz. Darüber freuen durften sich die Sonthofener Gymnasiasten Patrick Buchenberg und Jonas Borth. Sie hatten eine „Orientierungshilfe für Sehbehinderte“ entwickelt, die auf einen Blindenstock aufgesetzt werden kann und dessen Reichweite mittels Sensoren erhöht. Die Jury lobte diese „tolle Idee“ und vergab deswegen gleich noch zwei Sonderpreise an die 18-Jährigen. 

Apropos Sonderpreise: Wenn schon nicht übers Weiterkommen durften sich heimische Schüler zumindest über einige Auszeichnungen freuen. Likas Knittel, Valentin Singer und Sophie Bartl aus dem östlichen Landkreis bekamen für ihren automatischen Brillenputzer den Sonderpreis über ein Jahresabbonnement der Zeitschrift „GEOlino”. 

Hubert Bauer, Lehrer am Mariengymnasium in Kaufbeuren, sicherte sich den Sonderpreis für engagierte Talentförderer. Er hatte sechs seiner Schülerinnen bei ihren vier Projekten betreut. 

„Zutiefst beeindruckt“ von den Projekten zeigte sich Thomas Englmann, Leiter des Unternehmensbereichs Antriebstechnik und Mitglied der Konzernleitung bei Hoerbiger. Das Unternehmen sponsert den Wettbewerb bereits seit elf Jahren. „Das, was ihr hier gezeigt habt, nötigt mir großen Respekt ab“, sagte er und fügte hinzu: „Um trotz der Globalisierung weiter wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir junge Menschen, die wissbegierig, forschungsfreudig und leistungsbereit sind. Genau wie die Teilnehmer von Jugend forscht. Mit ihren Ideen, Erfindungen und Entdeckungen bringen sie den Standort Deutschland nach vorne.“ 

Alle Sieger der Regionalentscheide werden bei den bayerischen Landeswettbewerben antreten. Diese finden im März in Regensburg („Jugend forscht“) sowie im April in Dingolfing („Schüler experimentieren“) statt. Den Abschluss bildet das Bundesfinale in Ludwigshafen. Dort zeigen die Jungforscher ab dem 26. Mai für fünf Tage ihre Projekte. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Siegerehrung am 30. Mai.

von Christoph Peters

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