Hilfe bei Autopannen

Mit dem Pannenfächer zum Erfolg

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Das Erfolgsteam rund um den Volks-Pannenfächer: Erfinder Richard Kaulartz (v.li.), Schwester Marita Riesner, Geschäftsführerin „Ideenfächer GmbH“ Anja Bergmann, Bruder Rolf Kaulartz.

Kaufbeuren-Neugablonz – Kennen Sie schon den Pannenfächer? Haben Sie schon mal davon gehört, dann könnte das daran liegen, dass Sie kürzlich die Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ gesehen haben. Dort hat nämlich der Kaufbeurer Richard Kaulartz seine Erfindung – den Pannenfächer – vorgestellt und einen Investor gefunden, der nun den Verkauf des besagten flexiblen Schilder-Paketes für den Pannenfall zum Aufstellen auf dem Autodach anschiebt.

„Seit der Sendung Mitte Oktober stehen bei uns die Telefone nicht mehr still“, sagte Geschäftsführerin Anja Bergmann, „seien es Bestellungen oder Glückwünsche von Leuten, die uns kennen“.

Richard Kaulartz, der Erfinder, eigentlich Maler und Lackierer, erzählt freimütig: „Wir hatten die Sendungen von ,Die Höhle der Löwen‘ schon immer gesehen und uns mit dem Pannenfächer schon mal bei früheren Sendungen beworben, sind aber abgelehnt worden.“

Bei den früheren Löwen hätten sie auch vermutlich weniger Chancen gehabt. Erst die neue Zusammenstellung der Investoren habe ihnen neue Chancen ermöglicht. „Wir sind in die Höhle des Löwen gegangen und sind mit dem König der Löwen herausgekommen“. Der Investor Ralf Dümmel mit seinen Vermarktungsmöglichkeiten sei für sie die erste Wahl gewesen.

„Was Bohlen in der Musik ist, ist Dümmel in Nonfood Produkten“, meinte Rolf Kaulartz, der Bruder des Erfinders. Bei den anschließenden Gesprächen nach der Sendung waren sie in einer familiären Atmosphäre sehr herzlich aufgenommen worden, die Verhandlungen zügig verlaufen. Rolf Kaulartz weiter: „Ab dieser Woche ist der Volks-Pannenfächer in vielen Verbrauchermärkten wie Netto, Norma, Woolworth oder Karstadt erhältlich“. Die Resonanz sei ungeheuer gut. „Wir sind sogar bei OTTO im online Versand unter der Rubrik Höhle der Löwen auf der ersten Seite vertreten“, bestätigte stolz die Geschäftsführerin.

Richard Kaulartz weiter: „Wir empfehlen auch anderen Unternehmen, in diese Fernsehsendung zu gehen und sich dieser Herausforderung zu stellen“. Man müsse sich allerdings gut darüber informieren, wer die Löwen seien und wo sie ihre Schwerpunkte hätten. „Den Auftritt haben wir bei uns im Nebenraum geprobt. Und jeder im Team hat etwas dazu beigetragen.“ Das Fernsehteam im Studio habe sie dann schon etwas vorbereitet, was im Fernsehstudio so auf sie zukomme. Der Auftritt selbst sei zwar aufgezeichnet worden, aber kein Fake gewesen. „Wir konnten mit den Löwen vorher nicht sprechen und die kannten uns und unser Produkt auch nicht. Wir wollten vor dem Auftritt noch in die Kantine gehen, wurden aber nicht hereingelassen weil die Löwen noch drinnen saßen.“

Die Schwester des Erfinders, Marita Riesner, ergänzte offenherzig: „Vor dem Auftritt haben uns dann echt die Knie geschlottert, aber wir haben uns gegenseitig Mut zugesprochen“.

Das Team war bereits 2015 auf der IENA Erfinder Messe in Nürnberg und hatte dort unter 700 Erfindern eine Silbermedaille verliehen bekommen.

Richard Kaulartz fügt nachdenklich hinzu: „Manchmal glaube ich, dass das Vorgehen irgendwie gelenkt ist. Von meinem Traum eines Unfalles, dem Bau des Pannenfächers, über dem Fernsehauftritt bis hin zum Verkaufsstart. Über dem Pannenfächer schwebt etwas Gutes“.

„Bei allen Überlegungen ist mir wichtig, es geht um Sicherheit, eine Sache, die Menschenleben retten kann“, meinte der dreifache Familienvater. Die Arbeit habe sich verändert: war es früher tüfteln und produzieren in der Erfinderwerkstatt, so sei es heute organisatorisches und strategisches Planen. Die Vermarktung in bestimmten Kanälen mache die Firma DS Produkte von Ralf Dümmler. Man selbst plane jetzt die Verkäufe über Tankstellen und Fahrschulen.

Die Frage nach dem „Wie geht es weiter“ beantwortete Rolf Kaulartz eindeutig: „Wir bleiben katholisch und bescheiden“.

von Wolfgang Krusche

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