Effizienz statt Verzicht

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Martin Sandler erklärte sein Erfolgskonzept „Speed Power 3“ ganz praktisch anhand einiger physikalischer Experimente und zog so auch die Laien in Sachen Energietechnik in seinen Bann.

Kaufbeuren – Die Kaufbeurer Firma EFG Sandler hat den Bundespreis 2016 für hervorragende innovatorische Leistungen im Handwerk erhalten. Grund genug für den Kopf des Unternehmens, Diplom-Ingenieur Martin Sandler, kürzlich Gäste aus Politik und Wirtschaft zu einer kleinen Feierstunde einzuladen – und dabei eine Menge Wissenswertes zum Thema heizen und Energie zu vermitteln.

Eher unauffällig gelegen sind die Geschäftsräume des Unternehmens EFG Sandler in der Mindelheimer Straße – und doch verbirgt sich hier eine echte Denkschmiede, was die Themen Heizung und Energie angeht. Seit rund zehn Jahren entwickelt man dort Heizsysteme, die es laut Sandler möglich machen, rund 70 Prozent an Heizmaterial einzusparen. 

„Speed Power“ nennt sich das Erfolgsrezept Sandlers und meint eine spezielle Art von Heißwasserspeicher, der auch an bestehende Heizanlagen angeschlossen werden kann und die Verteilung der vorhandenen Heizenergie so reguliert, dass die Energie „nur dann verbraucht wird, wenn sie auch gebraucht wird“, erklärte Sandler. Gekoppelt ist das System mit einer Software, über die der Hausbesitzer den Energiefluss nach eigenen Bedürfnissen regeln kann. „In der schnellen Reaktionszeit des Systems liegt das Geheimnis“, verriet Sandler. Diese Kombination, deren Einsparpotentiale und der entsprechend niedrige CO2-Verbrauch hatten auch die Jury des Innovationspreises, der mit 5000 Euro dotiert ist, von dem Heizungssystem überzeugt.

Mit Hilfe von Wärmebildkamera und chemischen Reaktionen machte Martin Sandler den Anwesenden deutlich, auf was es beim Thema heizen ankommt. Dabei gab er auch so manche verblüffende Fakten zum besten. „Eine Heizung soll eigentlich nicht dafür sorgen, dass der menschliche Körper sich zusätzlich erwärmt, sondern dass er nicht auskühlt – unsere Körpertemperatur beträgt schließlich schon 36 bis 37 Grad“, so der Ansatz des Firmenchefs, der ursprünglich aus dem Bereich Maschinenbau kommt und seit rund 30 Jahren in Sachen Energieeffizienz „angewandte Physik“ zu seinem Grundsatz erklärt hat. „Das scheint manchem als Heiztechnik ,auf den Kopf gestellt‘“, so Sandler – der Erfolg gibt ihm aber Recht.

 Seine Überlegungen, die Sandler in der Vergangenheit auch schon so manches Patent beschert haben, beeindruckten nicht nur Oberbürgermeister Stefan Bosse: „Martin Sandler hat immer versucht, seiner Zeit voraus zu sein. Wir sind stolz, so ein Unternehmen in Kaufbeuren zu haben“. Auch Dr. Georg Nüsslein, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, betonte: „Ein bewusster Umgang mit Ressourcen wird auch in Zukunft immer wichtiger – das weiß jeder. Ebenso klar ist aber auch, dass das nicht über den reinen Verzicht laufen kann“. Effizienz beim Verbrauch benötigter Energien dagegen sei ein Konzept, das künftig Schule machen werde.

von Michaela Frisch

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