Keine leichte Entscheidung

Das Ende der „Unendlichen Geschichte“: Jetzt votierte der Stadtrat für eine zentrale Oberflächen- und Schmutzwasserentsorgung in Hattenhofen. Fechsen bleibt auf eigenen Wunsch draußen und entsorgt selbst.

„Entweder macht die Stadt Oberflächen- und Schmutzwasserentsorgung oder die Stadt macht nichts!“ Fast leidenschaftlich appellierte Stadtbaumeister Peter Münsch an den Stadtrat und es war ihm anzumerken, dass er der seit langem sehr kontrovers geführten Diskussion über dieses Thema endlich ein Ende setzen wollte. Bei Selbstentsorgung sehe er keine Vorteile für die Hattenhofener, denn die Kosten kämen so oder so. Mit diesen Worten empfahl er den Räten, den Beschluss aus dem Jahre 2003 aufrecht zu erhalten, zumal bei einem Nichtanschluss etwa 140000 Euro aus Fördermitteln für das Regenüberlaufbecken Geisenried zurück zu zahlen wären. Mit dem Hinweis, die Entsorgung sei eine hoheitliche Aufgabe, sprach sich Markus Singer (CSU) ebenfalls für eine zentrale Lösung aus, die über einen Zeitraum von 20 bis 50 Jahre betrachtet, sicher wirtschaftlicher sei. Mit Blick auf Fechsen gelte das ebenso. Auch die Freien Wähler traten mehrheitlich für die städtische Kanalisation ein, erklärte Wolfgang Schmid, auch wenn dies für die Stadt eine teuere Lösung sei. Mit dem Argument, die Bürger seien mündig genug, ihre Abwasserprobleme selbst zu lösen, sprachen sich sowohl Klara Knestel (Grüne) als auch Wolfgang Hannig (SPD) für ein dezentrales Entsorgungssystem aus. Jutta Jandl (SPD) erkundigte sich, ob die für die Durchleitung eines Kanals erforderlichen Genehmigungen erneut eingeholt werden könnten und ob es möglich sei, die für die Eigentümer anfallenden Gebühren im Einzelfall zu stunden. Was die Möglichkeit der Stundung angehe, habe sich die Stadt immer kooperativ gezeigt sagte Bürgermeister Werner Himmer. Münsch wies darauf hin, dass ohne Einwilligung der Grundstückseigentümer der Kanal nicht gebaut werde. Mit 10:6 Stimmen erhielt der Stadtrat seinen Beschluss für eine zentrale Abwasserentsorgung aufrecht. Bezogen auf eine Entscheidung für Fechsen, zeichnete sich bei der Sitzung des Stadtrates zunächst ein Trend ab, die endgültige Abstimmung erst nach Vorlage der Planungsunterlagen das Ingenieurbüros Schindelbeck durchzuführen. Der sehr eindeutige Bürgerwille der Fechsener, 99 Prozent hatten sich für eine Hauskläranlagenversion ausgesprochen, wog schließlich so schwer, dass die Räte mit fünf Gegenstimmen grünes Licht für den Nichtanschluss gaben.

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