Kinderpornos auf dem PC

Ein Jahr und drei Monate Haft ohne Bewährung. So lautet das Urteil des Amtsgerichtes Kaufbeuren gegen einen hier wohnhaften Mann. Dieser musste sich kürzlich wegen Kinderpornografie und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

„Nur ein bisschen Fun haben“ wollte nach eigener Aussage der zum Tatzeitpunkt 31-jährige Kaufbeurer, der um 2007 eine damals knapp 16-Jährige übers Internet ansprach und ihr dort ein Bild seiner Genitalien schickte. Zudem bot er dem Mädchen an, sich mit ihm zu treffen – er würde sich dabei auch „großzügig zeigen“. Der Kontakt bestand über längere Zeit. Bei den anschließenden Rendezvous mit der mittlerweile 17-Jährigen kam es dann nach Aussage beider Parteien auch zum Sex. Ein Taschengeld zwischen 50 und 200 Euro hatte der Mann laut der Geschädigten und vom Gericht verlesenen Mailprotokollen wiederholt für diverse sexuelle Handlungen geboten – tatsächlich bezahlt habe er aber nie, so der Angeklagte: „Im Chat formuliert man vielleicht manchmal ein bisschen lockerer, ich kann mich aber nicht erinnern, etwas versprochen zu haben!“ Er habe nach einer zerbrochenen Beziehung „einfach ein bisschen Ausgleich gesucht“, so der angeklagte Computerfachmann. Nach dem einschlägigen Erlebnis mit der besagten Jugendlichen schrieb der Mann dann auch an deren Schwester, bot auch ihr an sich mit ihm zu treffen. Die heute 16-Jährige vertraute sich dann der Mutter an, die wiederum die Polizei informierte. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten fanden sich laut Polizeibeamten knapp 40 Gramm eines Amphetamingemisches sowie eine größere Menge Haschisch. Einen noch beklemmenderen Fund machten die Beamten dann aber auf dem Computer sowie dem Laptop und den CDs des Kaufbeurers: Filme, die laut Richterin Dr. Claudia Mainzer eindeutig der „Kinder-, das heißt unter 14 Jahre, und Jugendpornografie zuzuordnen sind“. Dass dies beim Herunterladen „normaler Pornos“, wie es der Angeklagte behauptete, „aus Versehen“ passiert sei, bezeichnete nicht nur Staatsanwalt Christian Holtkamp als „Schutzbehauptung“. Auch die Erklärung des Angeklagten, er wolle bald heiraten und hoffe daher auf eine milde Strafe, konnte das Gericht nicht von einer günstigen Sozialprognose überzeugen, die für eine Verurteilung auf Bewährung nötig gewesen wäre. Ein Jahr und drei Monate Haft ohne Bewährung, sowie die Fälligkeit der achtmonatigen ausstehenden Bewährungsstrafe und die Kosten des Verfahrens erwarten ihn nun. Acht Monate davon entfallen allein auf den Besitz von Betäubungsmitteln und Kinderpornografie. Dass der Angeklagte von selbst nur wenig Antrieb zur Besserung zeigte, erwies sich, als die Mutter der beiden Mädchen kurz vor Verhandlungsbeginn unter einem jugendlichen Pseudonym im Internetchat surfte: sie stieß promt wieder auf den Angeklagten. Angebot: „Wollen wir uns treffen“?

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