Unterhaltsames Effect-Kino mit beängstigender Zukunftsterminologie

Kreisboten-Kinotipp: Terminator Genisys

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Die Terminator-Reihe geht in eine neue Runde.

Arnold Schwarzenegger ist der unangefochtene Terminator, der das Franchise prägte. 2009 versuchte Regisseur McG die Reihe ohne den Actionhelden fortzusetzen und scheiterte mit seinem „Terminator – Die Erlösung“ kläglich. Nun darf Schwarzenegger wieder in seine Paraderolle schlüpfen und das Franchise auf der Kinoleinwand neu beleben.

Inhalt

Im Jahr 2029 kämpft Rebellenanführer John Connor (Jason Clarke) mit seinen Truppen in Los Angeles gegen die Übermacht des Skynet-Maschinenimperiums. Mit aller Macht versucht er, die Wunderwaffe der Maschinen zu vernichten, die das Schicksal der Menschheit für immer zerstören könnte. Skynet schickt mit Hilfe einer Zeitmaschine einen Terminator ins Jahr 1983, um Sarah Connor (Emilia Clarke) zu vernichten und dadurch die Geburt ihres Sohnes John zu verhindern. Um seine Mutter zu beschützen, schickt John seinen besten Mann und loyalen Freund Kyle Reese (Jai Courtney) ebenfalls zurück in die Vergangenheit. In den 1980ern angekommen, muss Kyle feststellen, dass die Vergangenheit nicht den Erwartungen entspricht. 

Im Alter von neun Jahren wurde Sarah von einem Android des Modells T-800 (Arnold Schwarzenegger) gerettet, nachdem ihre Eltern von einem in die Zeit gereisten Terminator ermordet wurden. Seither lebt sie an der Seite des Terminators, der ihr Leben beschützt. Kyle weiht Sarah in die unausweichliche Zukunft ein, während der feindliche T-1000 (Byung-hun Lee) Jagd auf sie macht. Gemeinsam reisen Kyle und Sarah ins Jahr 2017, wo sie zusammen mit dem verbündeten Terminator den Launch von Genisys verhindern wollen.

Rezension 

„Terminator: Genisys“ ignoriert unter der Regie von Alan Taylor („Thor 2 – The Dark Kingdom) bewusst die Filme „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ und „Terminator Salvation: The Machinima“. Basierend auf dem Ursprungsmaterial von James Cameron wird die Geschichte des Terminators neu aufgerollt, wobei die Bezüge zu der Reihe mehr als offensichtlich sind. 

Die Handlung spielt sich in drei verschiedenen Zeitebenen ab, die über Rückblenden und Zeitsprüngen miteinander verbunden und von den Figuren ausführlich erläutert werden. Im Fokus der Handlung steht das alles überwachende Betriebssystem Genisys, das dem Zuschauer einen nicht zu übersehenden Wink auf die heutige Panik liefert, die der Technik entgegengebracht wird. Auch wenn der Film mit fiktiven Elementen spielt, verdeutlich er doch eine scheinbar bittere Realität der Zukunft, was immer wieder plakativ in Szene gesetzt wird. Das Actionlevel bleibt konstant erhalten und wird solide mit großen Effekten inszeniert. 

Arnold Schwarzenegger („Expendables“) schlüpft in seine Paraderolle, die er souverän auszufüllen weiß. Dank moderner Tricktechnik sieht man den Actionhelden gleich in verschiedenen Reminiszenen, sodass die 80er-Jahre-Version des Terminators sogar gegen das eigene, gealterte Ich der Neuzeit antreten kann, um sich selbst zu vernichten. Dass Schwarzenegger immer noch das Zeug zum Actionhelden hat, wird mehr als deutlich, zumal er seinen jüngeren Kollegen selbst in rasanten Kampfszenen in nichts nachsteht. Neben Schwarzenegger gefällt vor allem J.K. Simmons („Whiplash“) mit seiner heiteren Art. Emilia Clarke („Games of Thrones“) und Jason Clake („Planet der Affen: Revolution“) können als extravagantes Mutter-Sohn-Gespann zwar in den Actionszenen durchaus für starke Momente sorgen, verlieren sich jedoch in ruhigeren Szenen in oberflächlichen Dialogen, die zwar die Spannung lockern, den Film jedoch nicht vorantreiben. 

Die Spannung verliert sich dadurch zwischenzeitlich und auch die sich anbahnende Beziehung zwischen Sarah Connor und Kyle Reese (Jai Courtney - „Stirb langsam 2“) wirkt recht unmotiviert und belanglos. Der sarkastische Humor und einige gut gelungene Running Gags heben die Stimmung des Films, sorgen aber mitunter für unfreiwillige Komik. Nicht zuletzt, wenn der Terminator die jugendliche Sarah wie einen pubertierenden Teenager in ihre Schranken weist, oder die Familienverhältnisse der Connors erläutert werden, sorgt dies beim Kinopublikum für Erheiterung. 

Alan Taylor gelingt die Fortsetzung des Genres gut, solange er sich an den Elementen von James Cameron orientiert. Sobald er versucht, dem Film eine eigene Note aufzudrücken, verliert sich die Spannung in banalen Dialogen. Dennoch kann „Terminator: Genisys“ als actiongeladenes Popcornkino für solide Unterhaltung sorgen. von Sandy Kolbuch

Originaltitel: Terminator: Genisys 

Land: USA 2015 

FSK: 12 

Regisseur: Alan Tyler 

Darsteller: Arnold Schwarzenegge, Jason Clarke, Emilia Clarke, Jai Courtney, J.K. Simmons u.a


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