Ende des Gestanks

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So könnte sie aussehen: die Erweiterung der Kläranlage Marktoberdorf um eine Faulung und Gasverwertung. Die Kosten hierfür: rund 3,6 Millionen Euro.

Marktoberdorf – Einstimmig beschloss der Stadtrat am vergangenen Montag, die Erweiterung der Kläranlage um eine zentrale Faulung und Gasverwertung anzugehen. Aus dem Bauausschuss lag den Stadträten eine mehrheitliche Empfehlung vor, die Planung für die rund 3,6 Millionen Euro teure Investition zu billigen.

Eine weitere positive Beurteilung durch Betriebsleiter und Abwassermeister Siegfried Batzer räumte dann auch die letzten Zweifel beiseite. Immer wieder treten rund um die im Nordteil der Kreisstadt gelegene Kläranlage Geruchsbelästigungen auf. „Allein deshalb müssen wir handeln!“ appellierte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell an das Gremium. 

Ursache für den Gestank ist die stetig steigende Menge an Klärschlamm, die in Containern gelagert und abtransportiert werden muss. „Regelmäßig laufen unsere Stapelräume über“, berichtete Batzer aus der Praxis der Kläranlage. Durch den Bau einer Faulgasanlage könnte die Schlammmenge um 30 bis 40 Prozent reduziert werden. 

Die Stadt würde sich Transportkosten und, vor allem, den Gestank endlich sparen, so der Anlagenleiter. Und sie könnte gleichzeitig Energie gewinnen. Denn die Stadt plant, das Faulgas mithilfe zweier Blockheizkraftwerke (BHKW) zu verstromen. 100.000 Euro könnte sie so jedes Jahr an Energiekosten einsparen. Geld, das sich im Laufe der Jahre rechnen soll. 

Kläranlagenleiter Batzer machte klar, dass sich die Investition in etwa 20 Jahren amortisiere. Das sei „gerechnet unter den schlechtesten Bedingungen“, wie er sagte, bei einem Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde und dem Betrieb von nur einem BHKW. Um eine Gebührensteigerung fürs Abwasser werde Marktoberdorf dennoch nicht herum kommen, meinte Batzer in einem Nebensatz. Welche Auswirkungen der Umbau der Kläranlage auf die Abwassergebühren haben werde, dazu mochte sich im Stadtrat allerdings niemand äußern. 

Für das Jahr 2016 sieht der jetzt gefasste Beschluss einen Haushaltsansatz von rund 2,6 Millionen Euro für die Erweiterung der Kläranlage vor. Grünen-Stadtrat Christian Vavra begrüßte die notwendige Maßnahme auch als Beitrag für den Umweltschutz. Im Herbst 2015 soll nun mit dem Bau begonnen werden. Ende 2016 kann dann die neue Faulungsanlage nebst Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen werden.

von Angelika Hirschberg

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