"Der Ton macht die Musik"

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Klaus Hampl: Internationaler bekannter Klarinettist mit Projekten gegen das Vergessen.

Kaufbeuren – „Der Ton macht die Musik!“ Für Klaus Hampl, den aus Kaufbeuren stammenden Klarinettisten mit sudetendeutschen Wurzeln, hat dieses aus dem Französischen stammende Sprichwort schon in jungen Jahren eine Bedeutung im wahrsten Sinne des Wortes erfahren.

Von seinem aus der Region Karlsbad stammenden Großvater lernte er schon früh die Wertigkeit eines gut klingenden Instrumentes. „Damit wurde mir klangliche Qualität beigebracht“, erinnert sich der Musiker. 2005 berief ihn die Sudetendeutsche Akademie in München als ordentliches „Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften“ und damit als einen der ranghohen Repräsentanten der sudetendeutschen Volksgruppe.

Wie hätte sich Kaufbeuren entwickelt, wenn es die nach dem Krieg hier angesiedelten Vertriebenen nicht gegeben hätte? Eine aus heutiger Sicht sicher hypothetische Frage, deren Beantwortung mit dem zeitlichen Abstand von nunmehr 70 Jahren nicht leicht zu beantworten ist. Doch mit Bestimmtheit kann gesagt werden, dass nicht nur Kreativität und handwerkliche Fertigkeiten, sondern auch künstlerische und kulturelle Werte auf hohem Niveau ebenfalls eine neue Heimat in der Region fanden.

Klaus Hampl sieht sich in der Tradition seiner aus dem Sudetenland vertriebenen Eltern und Großeltern. Der Großvater war Klarinettist und Komponist und legte viel Wert auf Bildung und Kultur. Auf dem Musikinstrument seines Großvaters begann Hampl als Kind zu spielen und eine intensive Begeisterung für das Klarinettenspiel zu entwickeln, die ihn bis heute prägt. „Arbeiten, sich strebsam beschäftigen sowie Fleiß und Liebe zur Kultur waren Werte, die vorgelebt und weitergegeben wurden“, erinnert sich der Kulturpreisträger und Kulturbotschafter der Stadt Kaufbeuren an seine Jugendzeit. Musikalische Bezüge des Großvaters gibt es auch zur sudetendeutschen Volksmusik von Ernst Mosch: Die Polka „Gruß aus der Ferne“ stammt aus seiner Feder.

Auszeichnungen

Der seit einem Jahr in Mauerstetten lebende Künstler erhielt nicht nur mehrfache Auszeichnungen auf nationaler und internationaler Ebene, sondern wurde insbesondere auch für seine Verdienste um die Erhaltung und Pflege sudetendeutscher Kultur ausgezeichnet. Dazu gehören neben der Berufung zur Sudetendeutschen Akademie der Künste auch der 2006 vom Freistaat Bayern verliehene Sudetendeutsche Kulturpreis im Goldenen Saal zu Augsburg aus den Händen von Johann Böhm, dem Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft und einstigen Landtagspräsidenten. Mit diesem Preis sollen die schöpferischen Kräfte der Volksgruppe auf künstlerischen und wissenschaftlichen Gebieten gefördert und dadurch das kulturelle Erbe bewahrt werden. Vom „Gablonzer Heimatkreis“ erhielt er im Jahre 2006 die Ehrennadel um die „Verdienste für die Sudetendeutsche Heimat“.

Klaus Hampl bleibt dieser Idee des Bewahrens treu. In diesem, mittlerweile global gedachten Sinne hat er sein neues Projekt auch gegen das Vergessen gestellt. In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandradio Kultur in Berlin hat er den Komponisten Paul Ben-Haim, welcher in Schwaben Herausragendes geleistet hat, eingespielt. Schirmherr für das in Kürze vorgestellte Projekt ist der israelische Botschafter.

von Wolfgang Becker

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