Kleine Artisten kommen groß raus

Das Leuchten auf dem Gesicht von Johannes Rink (8), Schüler der Josef-Landes-Schule, ist nicht nur dem Scheinwerferlicht zuzuschreiben, sondern vor allem der Freude des kleinen Akrobaten über seinen gelungenen Balanceakt im Zirkus ZappZarap.

300 Zuschauer fasst das Zirkuszelt, das vom 20. bis 25. Mai den Schulhof der Josef-Landes-Schule dominierte. Die Grundschullehrerin Ruth Suermondt und der Sozialpädagoge Linnert Hoffmey- er vom „pädagogischen Wanderzirkus“ Zappzarap hatten vom Zelt über Glitzerkostüme und Requisiten bis hin zu Scheinwerfern und passender Musik alles für eine gelungene Zirkusvorstellung mitgebracht. Selbst der Popcorn- stand beim Kartenhäuschen fehlte nicht. Drinnen präsentierten die 240 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Schulprojekts „Zirkus“ eine beeindruckende Show.

Suermondt und Hoffmeyer überwachten das von den Lehrern der Josef-Landes-Schule durchgeführte Einstudieren der Zirkusnummern und halfen mit Tipps und Tricks. In nur zwei Tagen brachten die – in einem vorangegangenen Workshop entsprechend vorbereiteten – Lehrer allen 240 Schülern von 6 bis 16 Jahren ganz erstaunliche Kunststücke bei. Da gab es die traditionelle Clownsgruppe, Zauberer, Balanceakte auf dem Drahtseil und dem Riesenball, Leiterakrobatik und menschliche Pyramiden, eine Fakirgruppe mit Nagelbrett und Glasscherben, im Schwarzlicht geheimnisvoll leuchtende Jonglierbälle und kreisende, schwebende Poi-Tücher, Fahrradkunststücke und Feuerspiele bis hin zum Feuerschlucker, um nur einige der insgesamt 22 Nummern zu nennen. Das Können und die Kreativität, mit denen die Kinder die vier restlos ausverkauften, fast zweistündigen Vorstellungen absolvierten, rissen das Publikum immer wieder zu Begeisterungstürmen hin: „Applaus der Stufe drei: Klatschen, Johlen und Trampeln“. Gekommen waren zu dem Spektakel nicht nur liebevoll voreingenommene Eltern und Geschwister der Schülerinnen und Schüler, sondern auch andere Schulen und Interessierte von Kindergärten bis Seniorenheim. Finanziert wurde das 7.000 Euro teure Projekt durch großzügige Sponsoren sowie aus den Eintrittsgeldern. „Und es war jeden Cent wert“, meint Schulleiterin Heike Dunschen. In den aus großen und kleinen Schülern gemischten Gruppen erfuhren die Kinder „komprimiertes soziales Lernen“, die intensive Erfahrung, dass eine solche Gesamtleistung nur in der Gemein- schaft gelingen kann. Am Montag hatten die Lehrer den Schülern vorgeführt, welche Num- mern vorgesehen waren, dann durften die Kinder mehrere Möglichkeiten ausprobieren und sich schließlich „ihre“ Nummer aussuchen. Sicherheitshalber konnte auch noch ein Zweitwunsch geäußert werden. Das kennt man ja schon vom Tänzelfest. Schließlich kamen dann aber doch alle Kinder in ihren tatsächlichen Wunschgruppen unter und waren dadurch besonders ehrgeizig und hochmotiviert, das gesteckte Ziel in der kurzen Trainingszeit auch wirklich zu erreichen und teilweise selbst Bestandteile der Show zu entwickeln. Hier „mussten“ sie nicht, hier „wollten“ und „durften“ sie. „Für uns ist es wichtig, dass die Schüler in dieser Woche zeigen konnten, was für Talente sie haben. Sie hatten jede Menge Spaß, trainierten ihre motorische Geschicklichkeit, testeten spiele- risch Grenzen aus, konnten Mut beweisen und über sich hinauswachsen“, erzählt Heike Dunschen. Denn es braucht schon einigen Mut, sich vor Publikum ins Rampenlicht zu stellen, geschweige denn, buchstäblich die „Hand ins Feuer“ zu legen oder einen Handstand auf Glasscherben zu wagen. Etliche der Schüler, die anfangs nur zögerlich und scheu ins Licht der Scheinwerfer getreten waren, seien tatsächlich von Mal zu Mal selbstbewusster geworden. Ein Highlight ganz anderer Art ging mit dem offiziellen Dank an die Sponsoren einher. Eingeleitet von den fulminanten Trommelwirbeln der Sambagruppe überreichte Petra Huber von den „Sternstunden“, einer Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, einen symbolischen Riesenscheck. Über die „Sternstunden“ war bereits vor einigen Jahren ein gemeinsames Schulfrühstück initiiert worden. Genau 28.317,24 Euro hatten die „Sternstunden“ der Schule dieses Mal für die Errichtung des lange ersehnten neuen Spielplatzes gestiftet. Schulleiterin Dunschen und Bürgermeister Gerhard Bucher nahmen die Summe freudestrahlend entgegen. „Das beste dabei ist das Strahlen der Kinder“ meinte eine Mitarbeiterin der Schule. Das gilt sicher nicht nur für das in diesem Schulprojekt gewonnene Selbstbewusstsein der Schüler, sondern auch für die künftige Nutzung des Spielplatzes, mit dessen Anlage bereits in den nächsten paar Monaten begonnen werden soll.

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