Kleine Poller, großes Reizthema

Die drei Protagonisten in der Never Ending Story: Auto, Poller und Hofeinfahrt. Foto: Lorenz

Einmal mehr hat sich der Bau- und Umweltausschuss mit dem Thema Poller in der Altstadt beschäftigt. Auf Wunsch eines Anliegers sollten in der Kaiser-Max-Straße wieder zwei Poller errichtet werden, da dessen Einfahrt zum Hinterhof des Öfteren zugeparkt sei. Das Gremium stimmte dem Antrag erwartungsgemäß in seiner jüngsten Sitzung nicht zu. Dennoch scheint sich eine erneute Debatte zum Thema Poller anzubahnen.

Was ein Poller leisten muss liegt klar auf der Hand: er soll verhindern, dass bestimmte Bereiche oder Zufahrten nicht zugeparkt werden können. Was den jeweiligen Anlieger freut, ärgert so manchen Autofahrer, denn die Poller werden aufgrund ihrer Höhe leicht beim Rangieren übersehen und verursachen so oft kostspielige Schäden an den Fahrzeugen. Darüber hinaus stehen insbesondere fest verankerte Poller bei diversen Veranstaltungen, wie etwa dem Wochenmarkt oder Tänzelfest, gerne im Weg herum. Daher sind sie naturgemäß einigen Bürgern und Stadträten ein Dorn im Auge. Nicht zuletzt aus eben diesen Gründen, hatte der Stadtrat auf Grundlage einer Umfrage bei den Anliegern beschlossen, einen Großteil der bestehenden Poller in der Altstadt entfernen zu lassen. Dennoch blieben noch zahlreiche erhalten, weil einige Anwohner Bedenken hatten, dass ihre Einfahrten unter anderem zugeparkt würden. Genau aus diesem Grund sollen jetzt wieder die beiden Poller vor dem Anwesen des Antragsstellers errichtet werden, obwohl dieser damals für dessen Rückbau zugestimmt hatte. Laut Ulrich Hofmair, Leiter des Tiefbauamtes der Stadt, führt der Antragssteller als Begründung an, dass immer wieder direkt vor der Zufahrt in den Hinterhof, wo sich Parkplätze der Gaststätte befinden und die Anlieferungen stattfinden, geparkt würde. Vor allem im Winter, da dann die Außenbestuhlung der Gaststätte nicht mehr vorhanden ist, die sonst ja ein Parken verhindert würde. Letztlich stimmte der Bau- und Umweltausschuss dem Antrag des Anliegers nicht zu. Damit bleibt das Gremium seiner Linie treu, denn auch im September hatte er einem ähnlichen Antrag, an anderer Stelle, eine Abfuhr erteilt. Oberbürgermeister Stefan Bosse sieht in den Pollern keine Notwendigkeit: „Sie sind ein grundsätzliches Problem in Städten und ein gefährliches Verkehrshindernis.“ Sie seien ohnehin nicht sinnvoll, „da bereits aus der Straßenverkehrsordnung hervorgeht, dass vor Einfahrten nicht geparkt werden darf“. Auch Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) warnte davor, wieder Poller zu errichten: „Damit stoßen wir Türen auf, für weitere Anträge.“ Ein Antrag von Ratsmitglied Joachim Joanni (CSU) könnte das Reizthema Poller zudem erneut im Stadtrat entfachen. Er forderte , alle vorhandenen Poller, egal ob aus Metall oder Beton, entfernen zu lassen, mit Ausnahme derer am Neptunbrunnen, zum Schutze der Anlage. Über den Antrag wurde in der jüngsten Bau- und Umweltausschusssitzung schließlich nicht entschieden. Er wird damit Thema in einer der kommenden Ratssitzungen sein. Damit bleiben die kleinen Poller in Kaufbeuren ein großes Reizthema im Stadtrat.

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