Kleine Schritte auf dem Weg zum Ziel

Der neue Vorstand der „Interessengemeinschaft Pro Umgehungsstraße Pforzen“ mit Helmut Leonhart, Günther Kreit, Martin Schafnitzel, Herbert Steinhauser, Rudolf Albrecht, Franz Königsberger, Peter Neumayer, Anton Wißmiller, Heidrun Spöcker, Manfred Wolf und Heidemarie Koch. Foto: Becker

„Der Weg ist nicht kürzer geworden, aber der Vorstand ist bereit, den Weg weiter zu gehen“, so Vorstand Günther Kreit von der „Interessengemeinschaft Pro Umgehungsstraße Pforzen e. V.“ in der letzten Mitgliederversammlung. Gut ein Jahr nach der Gründungsversammlung zog der Verein eine Bilanz seiner bisherigen Aktivitäten. Obwohl einiges erreicht worden sei, um die Sicherheit der Bürger aufgrund der starken Verkehrsbelastung zu erhöhen, gab es auch kritische Anmerkungen. Insbesondere die Situation im Zusammenhang mit dem Bau der Josefsthaler Brücke seitens der Stadt Kaufbeuren stieß auf deutliche Kritik (siehe auch untenstehenden Artikel).

Helmut Leonhart als 1. Vorstand des Vereins konnte fast 40 Anwesende begrüßen, darunter auch alle Bürgermeister der Gemeinde und mehrere Gemeinderäte. Er zeigte sich erfreut über das Interesse und wertete dies als positives Signal für die Aktivitäten des Vereins. Auch der rund 50-prozentige Zuwachs auf nunmehr 124 Mitglieder sei ein deutliches Zeichen. Im Tätigkeitsbericht des Vorstandes erläuterte Vorstand Günther Kreit die im vergangenen Jahr stattgefundenen Aktivitäten, welche im März im Rahmen einer Informationsveranstaltung der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurden (wir berichteten). Besonders hervorgehoben wurden die Maßnahmen, die in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine Verbesserung für die Bewohner Pforzens gebracht haben. Dazu gehören insbe- sondere die neue Teerdecke an der westlichen Ortseinfahrt bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsbeschränkung für LKWs auf 30 km/h und die südliche und östliche Geschwindigkeitsmessstelle. Besonders wichtig auch die Gehwegsicherung durch zwei Begrenzungspfosten in der sogenannten „Schafnitzelkurve“, da es hier wiederholt zu gefährlichen Situationen für Fußgänger gekommen war. Allerdings wusste Martin Schafnitzel zu berichten, dass sich das Problem jetzt verlagert habe und es auf der anderen Gehwegseite in jüngster Zeit deutliche Bremspuren von Lkws gegeben habe. „Man fühlt sich als Verlierer!“ In einem Grußwort berichtete Bürgermeister Hermann Heiß über die Teilnahme an der Bauausschusssitzung der Stadt Kaufbeuren. Zusammen mit Vertretern der Gemeinde gab es dort für die Gemeinde die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge für eine Umgehung im Zusammenhang mit der Errichtung der Josefsthaler Brücke durch die Stadt darzustellen. Die Stadt stellte bei der Südtrasse eine Drittelbeteiligung und bei der mittleren Umfahrung lediglich einige Grundstücke in Aussicht. Grundsätzlich hält sie jedoch an einer neuen, für den Schwerverkehr geeigneten Brücke fest. Dies ist nicht im Sinne von Heiß, da er dann neben Pforzen auch im Ortsteil Leinau eine weitere Verkehrslawine befürchtet. „Unsere Bitte nach einer kleineren Brücke scheitert an den hohen Fördermitteln für eine Große“, so der Bürgermeister, „da fühlt man sich als Verlierer.“ Aber ganz so wie geplant wird die neue Brücke wohl nicht gebaut werden können: Der Pforzener Gemeinderat hat eine Geländeanpassung für den neuen Brückenkopf auf ihrer Seite abgelehnt. Bei den Neuwahlen gab es kaum Veränderungen. Nach dem Ausscheiden von Kassenwart Karlheinz Peukert und Beisitzer Stefan Müller wurden der bisherige Beisitzer Herbert Steinhauser zum Kassenwart sowie Manfred Wolf und Heidemarie Koch zu neuen Beisitzern gewählt. Die bereits guten Kontakte zu den regionalen Mandatsträgern und dem Landkreis mit Landrat Johann Fleschhut sollen weiter intensiviert und die Gemeinde unterstützt werden. Weiterhin können gefährliche Situationen mit Hilfe des auf der Internetseite unter www.umgehungstrasse.pforzen.de verfügbaren Fragebogens protokolliert werden. Das wichtigste Ziel allerdings ist zunächst das Herbeiführen einer Entscheidung für einen Trassenverlauf, wobei die Interessengemeinschaft ausdrücklich jede Variante mitträgt. „Egal, ob sie im Norden oder Süden verläuft“, so der erste Vorstand. Das sieht auch Bürgermeister Heiß so: „Diese Entscheidung steht für die Gemeinde ganz oben auf der Tagesordnung.“ Aus dem Bauausschuss Der Kaufbeurer Bauausschuss will trotz Einwands der Nachbargemeinde Pforzen die Josefsthaler Brücke im kom- menden Jahr wieder aufbauen. Pforzens Bürgermeister Hermann Heiß befürchtet nun eine Autolawine für Leinau und dann eine zweite in Pforzen. Um Pforzen zu entlasten, werden in der Gemeinde drei Umgehungs-Trassen (wir berichteten) untersucht. Laut OB Stefan Bosse könne sich die Stadt bei der Südtrasse mit einem Drittel der Kosten beteiligen, bei der Mitteltrasse könne sie Grundstücke mit einbringen. Eine Nordtrasse lehnte Bosse ab. Darüber hinaus rechnet Bosse mit der Umsetzung der Trasse in fünf bis zehn Jahren. So lange könne man mit der Brücke nicht warten. So habe die Stadt inzwischen einen Förderantrag gestellt. „Da sind 60 Prozent für das rund 1,5 Millionen Euro teure Bauwerk drin“, so Bosse. Geld, dass sich die Stadt nicht entgehen lassen möchte. Den Querschnitt der Brücke schreibt der Fördergeber vor. „Wenn wir eine kleinere Brücke bauen würden, kommt sie uns teurer, als das jetzt geplante Vorhaben“, so Bosse weiter. Er stellte aber in Aussicht, dass sich die Stadt im besagtem Umfang an der Umfahrung beteiligen werde: „Wir sind dabei!“ Genau das aber bezweifelt Heiß: „Wenn die Brücke steht, gibt es für die Stadt keine Motivation mehr, sich an einer Umfahrung zu beteiligen“. KL

Meistgelesene Artikel

Buntes Treiben beim Buronia-Gala-Ball

Kaufbeuren – Rund 240 festlich gewandete Ballgäste hatten sich am vergangenen Samstag im Stadtsaal eingefunden, um am 151. Buronia-Gala-Ball der …
Buntes Treiben beim Buronia-Gala-Ball

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kommentare