Heftige Debatte über Klimaschutz

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Unsere Erde: Klimaschutz ist wichtig, darin waren sich die Ostallgäuer Kreisräte einig. Ob allerdings eine Teilnahme am European Energy Award nötig sei, daran schieden sich die Geister.

Ostallgäu – Wie viel Controlling verträgt der vor drei Jahren vom Landkreis verabschiedete Masterplan Energiezukunft 2020? Über diese Frage wurde im Kreisentwicklungsausschuss heiß diskutiert. Anlass dafür bot ein Antrag der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, der besagte, am so genannten European Energy Award teilzunehmen.

Der European Energy Award (EEA) ist ein europaweit anerkanntes Zertifizierungsinstrument, das die Klimaschutzbemühungen von Kommunen überprüft und bewertet. Das Landratsamt, allen voran Klimaschutzmanager Johannes Fischer, empfahl, die Maßnahme zunächst zurückzustellen und lieber in konkrete Klimaschutzprojekte zu investieren. Das Gremium folgte dem Vorschlag der Kreisverwaltung am Ende mit acht zu drei Stimmen. Über das Ja oder Nein einer Teilnahme am EEA entbrannte aber zunächst eine heftige Debatte. 

Kosten versus Nutzen 

Die Evaluierung würde den Landkreis auf die nächsten vier Jahre verteilt insgesamt rund 48.000 Euro kosten. Eingestellt ins laufende Haushaltsjahr seien aber lediglich 10.000 Euro, so Fischer, die auch zur Überprüfung der bis Ende des Jahres befristeten Förderung des Klimaschutzbeauftragten vorgesehen seien. 

Hohe Kosten waren jedoch nicht der einzige Grund, warum Klimaschutzmanager Fischer von einer Teilnahme abriet. Großer Arbeitsaufwand sowie die mäßige Bekanntheit des Preises sprächen ebenfalls gegen den EEA. Kreisrat Lars Leveringhaus (CSU) setzte dem noch eins drauf: „Hierbei geht es nur um eine Trophäe fürs Schaufenster, nicht um Klimaschutz an sich.“ 

Ernsthaftes Controlling 

Die Grünen-Kreisräte Christine Räder und Hubert Endhardt widersprachen dieser Beurteilung vehement. Bereits im Masterplan sei die Teilnahme am EEA durch den Kreistag beschlossen, beharrte Räder. Jetzt verschiebe man ein ernsthaftes Controlling ein weiteres Mal. „Wir brauchen jemanden, der von außen das Thema Klimaschutz wieder anschiebt. Wie viel ist denn in drei Jahren Masterplan Energiezukunft überhaupt umgesetzt?“, zweifelte Endhardt. 

Unterstützung bekamen Räder und Endhardt von CSU-Kreisrätin Michaela Waldmann. Die Bürgermeisterin von Pfronten konnte dem Energiepreis durchaus positive Signale für den Klimaschutz vor Ort abgewinnen. Die Gemeinde Pfronten nimmt als einzige Gemeinde im ganzen Ostallgäu seit 2011 am European Energy Award teil und ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden. 

„Es ist ein Weg, der sich lohnt“, sagte Waldmann. „Wir sollten uns messen lassen.“ Ihr Appell half nichts, die Teilnahme am EEA lehnte das Gremium mehrheitlich ab und beschloss stattdessen eine einmalige externe Evaluierung im Rahmen des Haushaltsansatzes.

von Angelika Hirschberg

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