Neue Abteilung für Herzerkrankungen

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Über den neuen Linkskathetermessplatz in der Klinik St. Josef in Buchloe freuen sich Dr. Phillipp Ostwald, Vorstand der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren (v. re.), Leitender Oberarzt Dr. Alex Roppelt, neuer Chefarzt Dr. Sascha Chmiel, Landrätin Maria Rita Zinnecker und Andreas Binder, Direktor Süd von General Electric Healthcare Deutschland.

Buchloe – Waren bisher bei Herzinfarkten im Notfall die Fahrt über 50 Kilometer nach Augsburg, oder von 60 Kilometern nach München zum nächsten Klinikum notwendig, gibt es nun schnelle Versorgung in der Region Buchloe-Landsberg am Lech. In der Klinik St. Josef wurde die neue Abteilung für Kardiologie mit einem Linkskathetermessplatz eröffnet.

Für Dr. Philipp Ostwald, Klinikvorstand der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, ist die Eröffnung der Abteilung für Kardiologie in der Klinik St. Josef Buchloe ein wichtiger Schritt in der Gesundheitsversorgung im nördlichen Ostallgäu. Neben dem zertifizierten Gefäßzentrum im Klinikum Kaufbeuren und zwei Herzkathetermessplätzen, sowie einem Messplatz in der Klinik Füssen in Verbindung mit dem grenzübergreifenden Herzinfarktnetzwerk Füssen-Außerfern, sei nun im Ostallgäu eine räumliche Lücke gefüllt worden bei der Notfallversorgung von akuten Herzinfarkten. Bei einem Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt könne im Alarmierungsfall bereits aus dem Rettungsfahrzeug oder dem Hubschrauber ein Elektrokardiogramm direkt an das Klinikum übertragen werden. Somit würde der alarmierte Klinikarzt bereits qualifizierte Vorbereitungen treffen können, für die anschließenden Untersuchungen und Eingriffe mit dem neuen Linkskathetermessplatz.

Mit Dr. Sascha Chmiel als neuen Chefarzt und Dr. Alex Roppelt als leitenden Oberarzt konnte gleichzeitig ein eingespieltes Team für diese neu geschaffene Abteilung gewonnen werden. Dr. Chmiel ist erfahrener, interventioneller Kardiologe und gleichzeitig sehr breit ausgebildeter Internist, was für Buchloe sehr wichtig sei, wie Dr. Ostwald betonte, „denn wir sehen den Menschen hier als Ganzes, mit all seinen Sorgen und Begleiterkrankungen.“ Auch bei der Medizintechnik wurde neueste Technologie eingesetzt: die Firma General Electric Healthcare hat den gesamten Messplatz, der mit Röntgenstrahlen arbeitet, eingerichtet. Die Geräte sind untereinander vernetzt und die Komponenten aufeinander abgestimmt. Damit ist bestmögliches Zusammenwirken gewährleistet. Andreas Binder, Direktor Süd von General Electric Healthcare Deutschland betonte: „Für uns ist diese Kooperation auch ein Vorzeigeprojekt“.

Als Verwaltungsratsvorsitzender der Kliniken Ostallgäu Kaufbeuren erinnerte Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse: „In Zeiten des knappen Geldes und im Zwiespalt weiterer Sparzwänge im Gesundheitswesen war die Entscheidung für dieses Vorhaben nicht leicht. Wir haben uns dafür entschieden, weil es auch für dieses Krankenhaus eine Perspektive im Klinikkonzept ermöglicht.“ Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker, zugleich stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende, begrüßte die neuen Ärzte in der Klinik Buchloe, „in diesem familiären Haus“.

Dr. Chmiel, gebürtiger Rheinländer, sagte: „Man kann mit dieser neuen Abteilung nicht mit Großkrankenhäusern in München oder Augsburg konkurrieren“. Man wolle sich jedoch durch eine sehr gute Betreuung auf persönlicher Ebene bemerkbar machen.

Neben den Untersuchungen im Akutfall können auch alle anderen Erkrankungen des Herzens, zum Beispiel Herzkranzgefäßverengungen, Erkrankungen der Herzklappen oder Herzrhythmusstörungen, untersucht werden. Weitere neue Einsatzmöglichkeiten sind die Gefäßultraschalluntersuchung von innen und die Möglichkeit von Gefäß­untersuchungen auch im Bauch- und Oberschenkelbereich.

Der neue Oberarzt Dr. Alex Roppelt konnte bereits am ersten Tag zwei Voranmeldungen für den neuen Linkskathetermessplatz vermelden: „Wir haben schon die ersten Patienten, die uns gefunden haben, nicht wir sie.“

von Wolfgang Krusche

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