Kommt ein Vogel geflogen …

Immer mit dabei hat Robert Mecklinger sein Tonbandgerät mit den Stimmen der vorgestellten Vögel. Foto: Frisch

Die Blätter rauschen, kühle Luft und der Geruch von Erde und Kräutern streicht den Teilnehmern der Führung um die Nase. Trotz der feuchten Witterung haben sich zwölf Erwachsene und fünf Kinder am Parkplatz vor dem Königsberger Forst bei Aschthal eingefunden, um einen entspannenden Nachmittag in der Natur zu erleben und gleichzeitig mehr über die heimische Vogelwelt zu erfahren.

Schon nach wenigen Metern erreicht die Gruppe die erste Station, wo Robert Mecklinger sein Wissen über die Hohltaube zum Besten gibt. Kurz danach, an Station 2, erfahren die Wanderer beispielsweise, dass das „süße“ Rotkehlchen beim Verteidigen seines Reviers auch richtig aggressiv werden kann, oder dass die Amsel die Fähigkeit besitzt, sich vorzüglich an die menschliche Kulturlandschaft anzupassen. Ob Drossel, Fink oder Star: Mecklinger ist ein wirklicher Experte im Bereich heimische Vögel und weiß viele interessante und teilweise auch lustige Fakten und Anekdoten zu erzählen. Oder wer wusste schon vorher, dass ein Schwarzspecht-Pärchen innerhalb eines Jahres rund 5000 Fichtenzapfen auspickt? Weil je nach Jahreszeit, Witterung oder auch schlicht Zufall nie sichergestellt werden kann, dass die Teilnehmer der Wanderung die vorgestellten Vögel „in natura“ erleben können, stehen an jeder der 25 Stationen liebevoll gestaltete Modelle der Vögel mit einem kurzen Begleittext und zugehörigen Utensilien wie Nest, Eier, Gehölze und Ähnlichem bereit. Zudem erschallt auf Wunsch der Gesang des jeweiligen Vogels vom Band. „Dabei kann es schon mal ohne Weiteres passieren, dass ein Vogel aus dem Wald antwortet“, so Mecklinger. Zweimal im Jahr veranstaltet er von sich aus feste Führungen, ansonsten ist eine Anmeldung für Gruppen ab cirka zehn Personen mit individueller Terminvereinbarung jederzeit möglich. „Besonders geeignet ist der etwa zwei Stunden dauernde Weg für Familien mit Kindern“, betont Mecklinger. Da der „Vogelmann“, wie er im Volksmund gerne auch genannt wird, seiner Tätigkeit als Führer ehrenamtlich nachgeht – genauso übrigens wie seine Frau, die in mühevoller Kleinarbeit die Vogelfiguren an den Stationen bemalt – ist die Teilnahme an der Vogelwanderung kostenlos. „Wir freuen uns aber natürlich immer über eine kleine Spende“, so Mecklinger. Im Herbst 2010 konnte der bereits zuvor existierende Lehrpfad in einen Rundweg umgewandelt werden. „Diese Umgestaltung macht den Pfad noch attraktiver, gerade für Familien. Es gibt bis zum Ende Neues zu entdecken und man muss sich nicht auf einen Rückweg machen“, beschreibt Mecklinger seine Eindrücke. Die Vogelarten, die an den Stationen beschrieben werden, hat er selbst ausgewählt. Dabei stehen die Arten im Vordergrund, die tatsächlich in der Region vorkommen und - teilweise auch als „Wintergäste“ oder „Durchzügler“ – eine enge Beziehung zum Allgäuer Wald besitzen. Bewusst werden aber auch Exemplare gezeigt, die es hierzulande nicht mehr gibt. Mecklinger weiß: „Über die Arten zu sprechen, die ihren Lebensraum hier verloren haben, mahnt die Menschen an die Auswirkungen der Umweltverschmutzung und die negativen Aspekte der Kulturlandschaften“. Aber, so der Vogelkundige: „Es gibt viele Beispiele, wo sich Arten bei einer Verbesserung der Lebensbedingungen wieder angesiedelt haben!“ Um dies zu erreichen, dürfe das Wissen um unsere Vögel nicht verloren gehen. Denn, wie ein Sprichwort sagt: Nur was der Mensch kennt, das schützt er auch. Der Vogellehrpfad kann jederzeit ohne Anmeldung beschritten werden. Wer sich für eine Führung mit Robert Mecklinger interessiert, kann sich unter der 08347/789 anmelden.

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