Kopf nicht in den Sand stecken

Die Einnahmen der Marktgemeinde aus Steuern und Zuweisungen sinken um zirka 200000 Euro, während gleichzeitig die Ausgaben für Umlagen um etwa 400000 Euro steigen. Trotzdem bleiben die wichtigsten Vorhaben weiter auf der Agenda, auch wenn sie teilweise in die nächsten Haushaltsjahre gestreckt werden müssen. In der Bürgerversammlung am vergangenen Dienstag hatten die Obergünzburger die Gelegenheit, sich ausgiebig über die Kassenlage, aber auch über Erfolge und zukünftig Geplantes zu informieren.

Was die Einnahmen aus der Gewerbesteuer angeht, so könne Obergünzburg optimistisch in das neue Jahr sehen, meinte Bürgermeister Lars Leveringhaus. Jedoch seien der Rückgang der anteiligen Einkommenssteuereinnahmen und der Schlüsselzuweisungen des Landes Ursache für die Verringerung der Finanzkraft. Ausgabenseitig mache sich die Steigerung der Kreisumlage, der Gewerbesteuerumlage und der Allgemeinen Umlage negativ bemerkbar. Die Erhöhung der Kreisumlage belaste den Haushalt dabei allerdings nur um zusätzliche 42000 Euro, so Landrat Johann Fleschut, der in seinem Vortrag um Verständnis für die Finanzlage warb und den Zusammenhalt von Gemeinden und Landkreis beschwor. Neben allen Schwierigkeiten gelte es jedoch den Kopf nicht in den Sand zu stecken, betonte Leveringhaus und verwies auf bisher Erreichtes und Geplantes. Mit einer Staufläche von 36 Hektar sei das im vergangenen Jahr eingeweihte Hochwasserrückhaltebecken des Tobel-baches der 2. größte Stausee im Landkreis. Auch die Neugestaltung des Kirchenumfeldes sorge für ein anerkanntermaßen schönes Ortsbild. Besonders nach Abschluss der in den nächsten Jahren geplanten Baumaß-nahmen in den Bereichen Unte-rer Markt, Rösslewiese und Museen würde Obergünzburg im Ortskern über ein sehr attraktives und abgerundetes Erscheinungsbild verfügen. Ob es um interkommunale Rad- und Gehwege, die nachhaltige Erschließung des Günztales, die Feuerwehr oder um die Wasser- und Abwasserver-/Entsorgung gehe, Obergünzburg und seine Ortsteile seien hinsichtlich Realisierung und Planung seiner anspruchsvollen Vorhaben auf einem guten Weg, betonte Leveringhaus. Ein besonderes Anliegen waren Leveringhaus die sozialpädagogische Betreuung der Hauptschüler und die „Hauptschule der Zukunft“. Die von der Kommune finanzierte Stelle für die Jugendsozialarbeit habe sich, entgegen der Annahme, im ländlichen Raum sei die Welt noch in Ordnung, als unverzichtbar erwiesen. Ob sich die Hauptschule in der Marktgemeinde zur „Bayerischen Mittelschule“ weiterentwickeln wird, sei noch offen, die Not-wendigkeit einer Reform der Hauptschulen wäre jedoch in jedem Falle geboten, um sowohl guten, wie auch schwächeren Schülern dieser Schulform eine Perspektive für die berufliche Zukunft zu bieten.

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