Einstieg in den Planungsprozess

+
Ein Planungsbüro soll jetzt ein Konzept erstellen, was man auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses entwickeln kann. Der Stadtrat hat hierfür mehrheitlich grünes Licht gegeben.

Marktoberdorf – Was als Formalie oder als nächste logische Etappe bei der Auf- stellung eines Bebauungsplans für das Krankenhausareal gedacht war, entpuppte sich in der jüngsten Stadtratssitzung als zähes Ringen. Es erforderte einiges an Geschick von Stadtbaumeister und Rathauschef, die Mehrzahl der Stadträte zu überzeugen, einem Planungsbüro den Auftrag für die Konzepterstellung und begleitende Beratung erteilen zu dürfen.

Nicht alle Stadträte wollten den Beschluss mittragen, so lange die Verhandlungen um einen Verkauf des Krankenhauses hinter geschlossenen Türen noch andauerten. Ob die Stadt dabei selbst ihr Vorkaufsrecht geltend machen will oder das Gelände einem Investor überlässt, stand jedoch nicht zur Debatte. Wie berichtet, hat das Marktoberdorfer Bauunternehmen Hubert Schmid großes Interesse am Erwerb des Areals entlang der Hochwiesstraße bekundet. 

In der Stadtratssitzung am Montag wurden Stimmen laut, die es für verfrüht hielten, in die Details eines Bebauungsplans für das Gelände einzusteigen. Die Grünen-Fraktion im Stadtrat sah unter den gegebenen Eigentumsverhältnissen keinen Handlungsbedarf und stellte den Antrag, den Beschluss aufzuschieben. 

Auch Werner Moll (Stadtteile aktiv) plädierte dafür, lieber gemeinsam mit dem Investor eine Planung zu entwickeln. Laut Moll habe die Marktoberdorfer Firma in Gesprächen mit der Stadt ausdrücklich ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert. Die gereichte Hand solle man annehmen. Der Bertoldshofener Stadtrat warnte außerdem davor, in Vorleistung zu gehen, so lange nicht klar sei, welche finanziellen Rückforderungen das Areal noch belasteten. 

Die Mittel, die für 2015 für eine begleitende städtebauliche Planung eingestellt sind, belaufen sich laut Kämmerer Wolfgang Guggenmos auf 50.000 Euro. Geld, das sich auch Peter Fendt (Bayernpartei) zunächst lieber sparen möchte. 

Insgesamt stimmten sechs Stadträte gegen die sofortige Beauftragung eines Planungsbüros. Die Mehrheit befürwortete jedoch den Start der Planungen. Zum einen, weil die bereits gefassten Beschlüsse zur Veränderungssperre und dem Vorkaufsrecht nur dann Gültigkeit behielten, wenn mit einer Bauleitplanung begonnen werde, wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell erläuterte. 

Zum anderen, weil man nur mit einem konkreten Ziel vor Augen schnell und auf Augenhöhe mit einem Investor verhandeln könne. Dies sagte Stadtbaumeister Ralf Baur und fügte an: „Es geht darum, sich im Vorfeld Gedanken zu machen. Wir müssen verbindlich wissen, was wir wollen.“ 

Bisher hat die Stadt folgende Ziele grob skizziert: auf dem ehemaligen Krankenhausareal soll vor allem Wohnraum entstehen. Eine Kindertagesstätte, ein Wohnheim für Behinderte sowie eines für Senioren sind ebenfalls angedacht. CSU-Stadträtin Vroni Diepolder befürwortete daher ausdrücklich, die Planungshoheit nicht aus der Hand zu geben. Denn dieses Gebiet, so die Worte des Bürgermeisters, werde die Zukunft der Stadt prägen.

von Angelika Hirschberg

Meistgelesene Artikel

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Mauerstetten – Es war ein denkbar knappes Ergebnis bei der ersten Sitzung des neuen Jahres im Mauerstettener Gemeinderat. Mit sieben zu sechs Stimmen …
Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Kommentare