Positive Sicherheitslage

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Kinder begingen 2015 zwei Prozent der angezeigten Straftaten in Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Die Aufklärungsquote in der Wertachstadt sei „phänomenal“. Auch die Anzahl der Straftaten befindet sich auf dem niedrigsten Niveau seit 2000. Damit ist Kaufbeuren von insgesamt 25 die viert-sicherste kreisfreie Stadt in Bayern. Die Sicherheitslage in der Stadt für das Jahr 2015 stellt sich aus Sicht der Polizei „insgesamt positiv“ dar. Dieses Resümee zog der Leiter der Kaufbeurer Polizeidienststelle Thomas Maier zusammen mit seinem Stellvertreter Reinhard Janko und Kriminalhauptkommissar Andreas Trinkwalder am vergangenen Dienstag bei einem Pressegespräch.

Zum Vergleich zwischen Städten dient die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ). Sie gibt die Zahl der erfassten Fälle bezogen auf 100.000 Einwohner wieder. Diese Zahl ist damit Indikator für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung einer Stadt und nicht zuletzt auch ein Standortfaktor für Unternehmen. In Kaufbeuren liegt sie bei 6105 – der niedrigste Stand seit 15 Jahren. Zum Vergleich: für Memmingen liegt die KHZ bei 7200. 

Für Kaufbeuren sei das also auch ein Indiz für gute Polizeiarbeit. Dafür spricht auch der Faktor Aufklärungsquote, der für das vergangene Jahr für die 2565 begangenen Straftaten bei 71,7 Prozent liegt (Durchschnitt der letzten 15 Jahre: 66 Prozent). 

Bei der Gewaltkriminalität, die seit Jahren relativ konstant bei einer Fallzahl um die 100 liegt (2015: 103), könne man laut Maier „präventiv nicht viel tun“. Auffällig sei aber, so sein Stellvertreter Janko, dass die Aggressivität in der Bevölkerung immer weiter steige und der Respekt gegenüber der Polizei sinke. 

Die Straßenkriminalität sei 2015 um 17,3 Prozent auf 421 Fälle, davon 76 Körperverletzungen, gesunken. Polizeipräsenz sei ein Grund für den Rückgang, allerdings habe es in den Jahren zuvor ganze Serien an Sachbeschädigungen wie etwa Reifenstecher gegeben, so Maier. 

Bayernweit Anlass zur Sorge bereitet der Polizei laut Trinkwalder die Zahl der Einbruchsdiebstähle. Die sei im Falle Kaufbeurens mit 15 im Jahr 2015 zwar relativ gering (Memmingen: 33), stieg aber im Vergleich zum Vorjahr um drei. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 40 Prozent und meist seien die Täter Osteuropäer, oft Banden. 

Bei den Rauschgiftdelikten verzeichnet die Kaufbeurer Polizei einen Rückgang von 150 Straftaten im Jahr 2014 auf 82. Laut Trinkwalder könne man daraus aber nicht die Schlüsse ziehen, dass diese Sparte per se zurückgegangen sei. Die Polizei könne nicht sagen, „wie groß das Dunkelfeld“ bei diesem Kontrolldelikt ist, sie gehe jedoch jedem Anfangsverdacht nach. 

„Skimming“ und „Fishing“ – Begriffe, die aus dem Internetzeitalter stammen. Bei ersterem werden illegal die Daten von Kreditkarten oder Bankkarten ausgespäht, Fishing nennt man das Ausspähen von Bankdaten durch den Einsatz gefälschter Eingabemasken. Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie Betrug (429 Anzeigen) steigen immer mehr – besonders im Netz. Der Kripochef rät dazu, im Internet vorsichtig zu sein, vor allem wenn man aufgefordert würde, seine Passwörter oder TANs anzugeben. 

Im vergangenen Jahr gab es in Kaufbeuren fünf Tötungsdelikte, der aufsehenerregendste war wohl der 22-jährige Tote in der Wertach Anfang Juli. Drei Tatverdächtige wurden bald festgenommen und außerdem konnte die Polizei in diesem Umfeld noch zwei Raubüberfälle klären. 

Froh ist Maier darüber, dass der Anteil der von Kindern (bis 14 Jahre) begangenen Straftaten gesunken ist und 2015 nur zwei Prozent betrug (Durchschnitt der letzten 15 Jahre lag bei fünf Prozent). Kinder werden vor allem bei Ladendiebstählen erwischt, aber auch Körperverletzungen an Schulen werden vermehrt zur Anzeige gebracht. 

Den größten Anteil der Tatverdächtigen machen nach wie vor Erwachsene aus, doch war der Anteil im vergangenen Jahr mit 83,5 Prozent besonders hoch (Durchschnitt bei 72,5 Prozent). 5,5 Prozent der Straftaten wurden von Jugendlichen (14 bis 18 Jahre), was den niedrigsten Stand seit 15 Jahren bedeutet, und neun Prozent von Heranwachsenden zwischen 18 und 21 Jahren begangen. Von 7000 Einsätzen stehe nur ein knappes halbes Prozent im Zusammenhang mit Asylbewerbern. Bei 20 Straftaten seien 75 Prozent untereinander begangen worden.

von Martina Staudinger

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