Faninitiative und Neues Kaufbeuren informieren parallel in der Innenstadt

Demonstration fürs "Profi-Stadion"

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Kleinstschüler des ESVK (vorne), Fans, Spieler und ehemalige Eishockey-Größen waren an den Obstmarkt gekommen, um für ein neues Profistadion buchstäblich „Flagge zu zeigen“.

Kaufbeuren – Wer schon vor dem Bürgerentscheid am 18. Januar seine Meinung für oder gegen ein neues, profitaugliches Eisstadion kundtun wollte, hatte am vergangenen Samstag in der Kaufbeurer Altstadt reichlich Gelegenheit.

Denn sowohl die Faninitiative ProStadion KF als auch die Initiatoren von Neues Kaufbeuren e. V. warben zwischen Obstmarkt und Salzmarkt für „ihre“ Sache. Der Kundgebung der Fan-Initiative ging ein Zug vom Stadion bis hin zum Obstmarkt voraus. 

Hunderte Interessierte und Fans hatten sich zu der Kundgebung der Faninitiative eingefunden und folgten den Argumenten der Befürworter eines neuen DEL2-tauglichen Eisstadions mit mindestens 3.500 Sitzplätzen. Neben Dr. Bernhard Lehmann als Vorsitzendem der Initiative ProStadion waren ehemalige Spieler, Zweitliga-Mannschaft und Bürger mit dabei, Musik von der Diamond Revival Band und Gratis-Verpflegung sorgten außerdem dafür, dass der Obstmarkt über die gesamte, rund zweistündige Veranstaltung mit zeitweise über 600 Besuchern gefüllt blieb. 

Unter den Rednern waren auch Ernst Holy, 3. Bürgermeister der Stadt Kaufbeuren, und der FW-Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl. Dieter Medicus, ehemaliger Nationalspieler und ESVK-Legende, sprach eines der hauptargumente der Profistadion-Befürworter an: „Der ESVK ist ein Alleinstellungsmerkmal von Kaufbeuren, und Alleinstellungsmerkmale bekommt man nicht von allein“. 

Betont wurde zudem von allen Rednern die Bedeutung, die der Fortbestand des Profi-Eishockeys in Kaufbeuren für den Nachwuchs habe: „Die Jungs, die hier bei den Kleinstschülern spielen, haben ihre Vorbilder. Wenn die wegbrechen, fehlt irgendwann auch der engagierte Nachwuchs“. Die finanzielle Spanne zwischen dem Bau eines „kleineren Stadions“ wie von der Initiative Neues Kaufbeuren gefordert, und dem Stadion mit 3.500 Plätzen sei nicht so groß, um dafür den Verein „über den Jordan gehen“ zu lassen, hieß es. 

Argumente, denen sich die Initiative Neues Kaufbeuren nicht anschließen will. Die Initiatoren informierten ab 10 Uhr am Salzmarkt über ihre Position. Ulrich Fürst, Vorsitzender von Neues Kaufbeuren, findet ein von der Stadt finanziertes Profistadion schlicht „ungerecht“. Er erklärte im anschließenden Gespräch gegenüber dem Kreisbote, es habe bei den Bürgern, die am Samstag den Infostand besuchten, „viel Informationsbedarf gegeben“. 

Eine Idee verband am Samstag allerdings Befürworter und Gegner eines städtisch finanzierten Profistadions: Fürst berichtet, es seien Unternehmer auf ihn zugetreten, die sich an einem Eisstadion – „wie groß oder klein es am Ende auch wird“ – mit Spenden beteiligen würden. Und auch die Faninitiative ProStadion hat eine Aktion ins Leben gerufen, mit der bis zum Jahr 2017 eine Million Euro auf einem eigenen Spendenkonto des ESVK gesammelt werden soll. Zudem können Bürger mit 40 Euro pro Jahr zur Hälfte den ESVK und die Stadt unterstützen, wie Dr. Bernhard Lehmann bekannt gab. von Michaela Frisch

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