"Kurzweilig, kreativ, komisch"

Zum 25-jährigen Bestehen bot der Kaufbeurer Faschingsverein Aufbruch-Umbruch (AU) zur Premiere am vergangenen Freitag im Kaufbeurer Stadtsaal ein fulminantes Programm. Professionelle Tanz- und Musikeinlagen ergänzten sich mit unterhaltsamen Sketchen und Kabarett.

Der Fasching dieses Jahr ist kurz, und so war schon der Aufbau innerhalb einer Woche eine echte Herausforderung. „Wir waren jeden Abend am Aufbauen, teilweise bis 3 Uhr nachts“, so Vorstand Günther Seydel. „Aber wenn man will, kann man es schaffen, und zwar alle zusammen.“ Und was die AU-Crew alles geschafft hat. Die Mühe und den Aufwand hinter der ganzen Show konnten die Zuschauer wohl nur erahnen. Auch einige Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft waren gekommen. Vor allem Oberbürgermeister Stefan Bosse musste sich den einen oder anderen Seitenhieb gefallen lassen. So lästerten die lebendig gewordenen Denkmäler vom Neugablonzer Rüdigerbrunnen und der „nackte Mann“ über die fehlgeschlagene Bahnhofsrenovierung, die neue Finanz-Fachhochschule und die Christusstatue. Der Kommunalpolitik wurden die „Leviten gesungen“ und EU-Kommissar Günther Oettinger wurde aus aktuellem Anlass ein Englischkurs gewidmet. Artistica Anam Cara begeisterte mit mehreren Artistik- nummern. Herausragend war der Auftritt von Albert Weiß jun. als „der Mann mit den zwei Gesichtern“ – eine faszinierende, illusionistische Pantomime auf Weltklasseniveau. Die musikalischen und gesanglichen Einlagen waren durchweg professionell. Etwas Besonderes war vor allem auch für die Beteiligten das Revival der AU-Schürzenjäger. Vor 18 Jahren traten sie das erste Mal auf und spielten Stücke der Schürzenjäger live nach. Damit fing eine unerwartete Erfolgsgeschichte an, denn kurze Zeit später füllten die AU-Schürzenjäger mit ihren Auftritten riesige Bierzelte. Günther Seydel verriet im anschließenden Gespräch mit dem KREISBOTEN, dass es bis zum letzten Moment nicht klar war, ob es das nie mehr für möglich gehaltene Revival wirklich gibt: „Es ist auf den letzten Drücker entstanden.“ Nach einem noch nie gesungenen fetzigen Potpourri, schlugen die AU-Schürzenjäger ruhigere Töne an mit dem bekannten Song „Sierra Madre“ auf den Text „Buron, meine Stadt, die so vieles Schöne hat“. Das Fazit des Oberbürgermeisters von Buron: „Kurzweilig, kreativ, komisch.“ Bosse nahm sämtliche Anspielungen auf seine Person und Politik wie immer mit Humor – dafür bekam er bei der Galaveranstaltung zum 25-jährigen Jubiläum von AU im November ja bereits den Muhaggl-Orden verliehen. Das Publikum spendete mal mehr, mal weniger Applaus, ist aber „für ein Premierenpublikum richtig mitgegangen“, so Seydel. Die winzig kleinen Technikpannen machten die Stars auf der Bühne zu sympathischen, „ganz normalen“ Menschen und wurden sofort verziehen. Alles in allem eine gelungene Premiere und dem 25. Geburtstag von Aufbruch-Umbruch auf jeden Fall würdig. Es gibt noch Karten Wer jetzt Lust auf einen unterhaltsamen Abend im Stadtsaal bekommen hat: Es sind noch Restkarten an der Abendkasse für die Vorstellungen am kommenden Wochenende erhältlich.

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