„Mauke“ heißt Kartoffelbrei

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Die frischgebackenen Kulturpreisträger mit ihrer Urkunde: stehend von links: „Professor Dr. Dr.“ Herbert Stumpe (mit „Butterwischl- Orden“), Sven „Fastfinger“ Siegmund, „Der Bezaubernde“ Björn Siegmund; sitzend von links: Frontmann Wolfgang Klemm, Mundartdichter Michael O. Siegmund, Vizekonsul (mütterlicherseits) Dieter Schaurich (seit 2011 am Bass, vorher „Tonmon“)

Kaufbeuren-Neugablonz – Der international renommierte und vielfach ausgezeichnete Klarinettist Klaus Hampl ist nicht nur Kulturpreisträger der Stadt Kaufbeuren (1998), sondern seit 1999 der erste und bisher einzige offizielle Kulturbotschafter der Stadt.

Was jedoch die volkstümliche Seite betrifft, ist „Mauke – Die Band“ unangefochten inoffizieller Kulturbotschafter Nummer Eins, vor allem für die Mentalität der Neugablonzer und deren Mundart, das Paurische. Die Gruppe wurde 2006 gegründet und trat erstmals im Sudhaus im Rahmen der Kulturwoche auf. Ihren eigentlichen Durchbruch hatten sie bei den ARTigen Samstagen im August 2006. In logischer Konsequenz feierten sie zusammen mit den ARTigen Samstagen 20016 - auch wieder auf dem Salzmarkt - ihr zehnjähriges Jubiläum. 

Ihre beispiellose Erfolgsgeschichte mit immer restlos ausverkauften Sälen gipfelte im Kaufbeurer Kulturpreis 2013. Ausschlaggebend für die Vergabe des mit 2000 Euro dotierten Jörg-Lederer-Preises sei, so führte OB Stefan Bosse aus, die Mischung aus „Musik, Mundart und Kabarett vom Feinsten - eine richtige Mauke eben, unverwechselbar, originell und nur in dieser Rezeptur original“. Das paurische Wort „Mauke“ bedeutet auf Hochdeutsch „Brei“ und steht oftmals kurz für „Arepplmauke“ = „Kartoffelbrei“. Um Verwechslungen mit der unangenehmen Viehkrankheit, als die „Mauke“ gegoogelt werden kann, von vorne herein vorzubeugen, erhielt der Name den Zusatz „Mauke - Die Band“. 

„Mauke schnitzt - wie Jörg Lederer seine Holzbildwerke - konsequent und liebevoll am Bild der Gablonzer / Neugabloner in den Köpfen der Kaufbeurer und Allgäuer“, so Bosse in seiner Kulturpreis-Würdigung. Dabei sei die Musik „die Bahn, auf der die Botschaft ins Publikum rutscht“. Laudator Wolfgang Krebs, Kulturpreisträger 2011, rühmte die Erweiterung der Pflege des Paurischen um eine neue Facette - nicht mit tränenreicher, heimattümelnder Wehmut, sondern mit jeder Menge Humor und Selbstironie und mit neuen Sprachschöpfungen zu populärer Musik. Inzwischen hat „mauke – DIE BAND“ einen eigenen, regen Fan-Club mit Fan-Shirts in den Gablonzer Farben grün-weiß, wird als „Kult-Band“ bezeichnet und ist von Neugablonzer Festen kaum noch wegzudenken. 

„Mauke“ wird auch im Rahmen von „70 Jahre Neugablonz“ das Bürgerfest am 11. September zwei Stunden lang mit Stücken aus ihrem neuen Programm und früheren Hits bereichern. Ihr Repertoire enthält mittlerweile über 100 Ohrwurm-Songs, denen freche paurische Texte unterlegt wurden. Mit dem Lied vom Bad am Samstagabend, von der Erfindung des Snowboards oder der Fliegenpilze suchenden Lisbeth begeistern sie ihr Publikum immer wieder. Aktuelle Infos finden Sie auf www.mauke-dieband.de.

von Ingrid Zasche

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