Land unter in Pakistan

In Peshawar, einer Stadt im Nordwesten Pakistans, hält der Regen seit Tagen an, wie der Direktor der Partnerorganisation ARO Pakistan, Benjamin Schäffer, der deutschen Hilfsorganisation humedica in Kaufbeuren berichtet. Das Chaos sei groß und die Menschen auf internationale Hilfe angewiesen. Vergangene Woche machte sich ein Team aus Kaufbeuren auf, um den Überlebenden medizinische Versorgung zukommen zu lassen.

Das ganze Ausmaß der Flutkatastrophe ist immer noch ungewiss, aber bereits die zum jetzigen Zeitpunkt akute Lage sei erschreckend, betonte der Katastrophenmediziner Prof. Dr. Dr. Bernd Domres kurz vor seinem Abflug nach Pakistan im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Schätzungen zufolge seien mehrere Millionen Menschen von den Überschwemm- ungen betroffen, mehr als tausend Personen verloren ihr Leben, erklärte der Mediziner. Um den Überlebenden medizinische Versorgung zukommen lassen zu können, entsendet humedica ein erstes medizinisches Team nach Peshawar. Am Zielort angekommen, wird das Einsatzteam auf die Infrastruktur des einheimischen Partners ARO Pakistan (Aid for Refugees and Orphans) zugreifen können und unmittelbar mit der Behandlung der Flutopfer beginnen. Das Team besteht neben dem Katastrophenmediziner Prof. Domres aus Dr. Rashid al Badi und dem Rettungsassistenten Ferdinand Hofer. „Im Gepäck haben wir rund 270 Kilogramm Medikamente zur Erstversorgung von 3000 Flutopfern“, betont Professor Domres. Damit könne das Team bis zu vier Wochen diverse Opfer behandeln. Vor allem jede Menge Antibiotika und Mittel gegen Infektionen haben die Mediziner im Gepäck, aber auch Arznei für alle Krankheiten die durch Wasser und Feuchtigkeit hervorgerufen werden können, wie etwa Durchfall, Erkältung und Lungenentzündung. Aber auch für chirurgische Eingriffe ist das Team gewappnet sowohl fachlich als auch mit dem nötigen Equipment, betont Domres. Denn durch das viele Wasser und die darin befindlichen Keime haben sich viele Wunden entzündet und ähnlich wie in Haiti werde man wohl oft zum letzten Mittel der Amputation greifen müssen, um das Leben des Patienten zu retten. Das Team von humedica behandelt erkrankte Menschen in einem Auffanglager, wo bislang noch keine medizinische Hilfe eingetroffen ist. Der Ort ist Peshawar, der selber von den Fluten nicht in so starkem und direktem Ausmaße betroffen ist, erklärt Benjamin Schäffer, da es im Vergleich zu den umliegenden Siedlungen erhöht liegt. Diemeisten der massiv gebauten Gebäude haben den Regenfällen standgehalten und bieten nun zahlreichen Flutopfern eine Unterkunft. In Schulen untergebracht, die aufgrund der Schulferien als Notunterkünfte genutzt werden können, erhalten die Betroffenen von ARO sauberes Trinkwasser. Aber auch auf die eigene Sicherheit muss das Team um Professor Domres bedacht sein. Er selbst war genau vor einem Jahr im betroffenen Gebiet und hat ein Gutachten erstellt, inwieweit die dortigen Krankenhäuser für eine Katastrophe dieses Ausmaßes gerüstet sind. Schon damals galten besondere Sicherheitsbeschränkungen, die wohl jetzt um so mehr gelten dürften, sagte Domres kurz vor dem Abflug. Damals wie heute sind sie im Gerätehaus der Universität einquartiert. Er hofft, dass das Gebiet weitestgehend geschützt ist. Eines ist aber klar, wenn es dunkel wird, geht man lieber nicht mehr raus. KL

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