Mehr Sozialarbeit an Schulen

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Der Landkreis will die sozialpädagogischen Angebote an den Schulen, wie hier an der Mittelschule Marktoberdorf, weiter ausbauen.

Ostallgäu – Der Landkreis Ostallgäu will die Sozialarbeit an den Ostallgäuer Schulen weiter ausbauen. Darauf haben sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses des Landkreises in ihrer jüngsten Sitzung verständigt. Stimmt die Stadt Marktoberdorf als Sachaufwandsträger zu, will der Landkreis Ostallgäu die „Jugendsozialarbeit an Schulen“ in der Mittelschule Marktoberdorf um eine Stelle aufstocken.

Mit dem Modellprojekt „Erstklassig Sozial“ soll darüber hinaus auch die präventiv arbeitende Sozialarbeit an Grundschulen weiter ausgebaut werden. An vielen Schulen sind ein steigender Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund, vielfältige Problemlagen in den Familien und zunehmende soziale Auffälligkeiten der Schülerinnen und Schüler zu beobachten. 

Der Bedarf für Sozialarbeit an Schulen nimmt dadurch immer weiter zu. Aus diesem Grund baut der Landkreis Ostallgäu seit einigen Jahren die „Jugendsozialarbeit an Schulen“ (kurz „JAS“) aus. Inzwischen sind alle Mittelschulen, Förderzentren und auch die Berufsschule mit staatlich geförderten „JAS“-Stellen ausgestattet. 

Ein Antrag des Trägers der Mittelschule Marktoberdorf, der „Katholischen Jugendfürsorge Augsburg“, hat dabei auf eine Versorgungslücke aufmerksam gemacht. Hier könne die derzeitig bestehende Stelle für die „Jugendsozialarbeit an Schulen“ den gestiegenen Bedarf nicht mehr ausreichend abdecken, weshalb die Maßnahme nun nach einstimmigem Beschluss des Jugendhilfeausschusses um eine weitere ganze Stelle aufgestockt werden soll, sollten die staatliche Förderung gewährt werden und sich der Träger an den Kosten beteiligen. 

Präventive Sozialarbeit an Grundschulen 

An den Grundschulen kann die staatliche geförderte „Jugendsozialarbeit an Schulen“ hingegen kaum eingesetzt werden, da sie sich unter anderem „ausschließlich an die Zielgruppe ,sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche’“ richte und „keine präventive Arbeit“ ermögliche, so die Leiterin des Jugendamts, Petra Mayer. 

Dennoch möchte der Landkreis an den Grundschulen nicht ohne Sozialarbeit auskommen. Laut Aussage der Landrätin Maria Rita Zinnecker habe man erkannt, dass die Grundschule ebenfalls eine Schulart darstelle, in der Sozialarbeit immer häufiger benötigt werde. Ziel sei es hier, den Schülerinnen und Schülern präventiv mit entsprechenden sozialpädagogischen Angeboten zu begegnen, damit es später gar nicht erst zu Problemen komme. 

An größeren Grundschulen wie in Marktoberdorf und Buchloe seien derzeit im Rahmen von Modellprojekten bereits Sozialpädagogen im Einsatz. Laut Mayer habe sich die Schulsozialarbeit an den beteiligten Grundschulen „bewährt und als bedarfsnotwendig erwiesen“. Daher sollen in Zukunft nach Möglichkeit alle Grundschulen mit sozialpädagogischer Unterstützung versorgt werden, um den gestiegenen Bedarf zu decken. 

Hier könnte künftig ein Modellprojekt des Landkreises, „Erstklassig Sozial“, ansetzen, in dem bereits Erstklässlern in Sozialkompetenztrainings Fähigkeiten im Umgang mit ihren Mitmenschen vermittelt werden. Die Angebote sollen dabei nicht nur sozial benachteiligten Kindern zukommen. Laut Mayer sei inzwischen durch alle Bevölkerungsschichten hindurch ein zunehmender sozialpädagogischer Förderbedarf festzustellen. Die Expertin sieht dabei gute Chancen, dass das Projekt in das LEADER-Förderprogramm aufgenommen werden könnte. 

Aus diesem Grund hat der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Ostallgäu mit einstimmigem Ergebnis beschlossen, einen Antrag auf LEADER-Förderung für das Projekt „Erstklassig Sozial“ zu stellen. Ende des Jahres soll dann im Kreistag, abhängig von der Zustimmung der Sachaufwandsträger der Schulen, nochmals eine Beschlussfassung über die konkrete Umsetzung der einzelnen Maßnahmen erfolgen.

von Sabrina Hartmann

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