Landkreis kauft Gymnasium bereits 2013

Das Krankenhaus in Marktoberdorf. Bleibt es beim vorausberechneten Defizit, muss der Landkreis Jahr für Jahr etwa drei Millionen Euro zuschießen. Foto: Bauer

Dass das Gymnasium Buchloe 2013 ans Netz gehen soll, ist bekannt, dass dann mit der Inbetriebnahme rund 20 Millionen Euro fällig werden ist eine logische, wenn auch unangenehme Begleiterscheinung für den Landkreis. Landrat Johann Fleschhut begründete den Kauf der Schule für 2013 mit den wesentlich besseren Zinskonditionen für die öffentliche Hand.

Ursprünglich war nämlich erwogen worden, die neue Schule im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) nicht nur zu bauen und zu betreiben, sondern auch über ÖPP zu finanzieren. Auf die haushälterische Herausforderung im Jahr 2013 muss sich der Landkreis natürlich vorbereiten, damit dann nicht der „Finanzielle Winter“, wie Fleschhut sich ausdrückte, hereinbricht. Da ist es gut, dass die Schuldenlast seit 2003 um rund zehn Millionen Euro reduziert werden konnten. Ein Risiko für den Haushalt jedoch sind und bleiben die Kliniken Kaufbeuren-Ostallgäu. Das Defizit sei zwar nicht gestiegen, es bleibe aber gleich bleibend hoch, führte Fleschhut aus. Aus heutiger Sicht plane der Klinikverbund bis 2014 Fehlbeträge in Höhe von rund 23 Millionen Euro. Dies würde den Haushalt des Landkreises mit fast drei Millionen im Jahr belasten. Eine weitere Erhöhung der Kreisumlage sei dann unumgänglich, dies geht aus dem Haushaltsvortrag des Kreiskämmerers Hermann Thoma hervor. Mit Hilfe der Beraterfirma Kienbaum Consultants müssen nun Wege aus der Finanzmisere gefunden werden, denn so erklärte Fleschhut, diese Verluste könne und wolle der Landkreis nicht durchhalten. Wenn es nicht gelinge nach unten zu kommen, dann müsse deutlich in die Struktur der Kliniken eingegriffen werden. Etwaige Schließungen seien aktuell aber kein Thema so Fleschhut auf Anfrage. Klar sei aber auch, wenn es nicht gelinge, das Defizit deutlich zu minimieren, werde der Landkreis große Schwierigkeiten haben, seiner Pflicht unter anderem in Bezug auf Schulsanierungsmaßnahmen und Straßenerhalt zukünftig nachkommen zu können. Fleschhut ist jedoch überzeugt, dass die eingeleiteten Maßnahmen durch die Beraterfirma Kienbaum greifen werden. „Denn nur durch strukturelle Veränderungen wird es gelingen, alle fünf Krankenhäuser zu erhalten.“

Meistgelesene Artikel

Nach dem Rechten sehen

Marktoberdorf – Eine ehrenamtliche Sicherheitswacht soll künftig in Marktoberdorf Polizei und Bürger unterstützen. Seit vergangener Woche liegt die …
Nach dem Rechten sehen

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kommentare