Rückwirkender Zuschuss

Auf freiwilliger Basis

+
Die ambulanten Pflegedienste werden auch für das Jahr 2014 rückwirkend bezuschusst. Das freut auch Petra Damith, Leiterin des Pflegedienstes „Herbstsonne“ in Marktoberdorf.

Ostallgäu – Die Investitionsförderung, die der Landkreis Ostallgäu seit 2007 jährlich auf freiwilliger Basis an die ambulanten Pflegedienste zur Förderung des Ausbaus der flächendeckenden ambulanten Pflege ausschüttet, ist auch für das Jahr 2014 bewilligt worden.

18 Pflegedienste werden rückwirkend für das vergangene Jahr einen Zuschuss für förderfähige Pflegeleistungen erhalten. Um der veränderten Pflegepraxis jedoch auch zukünftig gerecht werden zu können, soll die derzeitige Förderpraxis inhaltlich überarbeitet werden. Dem 2007 vereinbarten Grundsatz des Landkreises „ambulant vor stationär“ folgend, wird seit dem Wegfall der Pflichtaufgabe des Landkreises die Förderung für ambulante Pflegedienste auf freiwilliger Basis fortgeführt. 

Hierfür stellte der Landkreis Ostallgäu bislang jährlich eine Fördersumme in Höhe von 90.000 Euro für die finanzielle Unterstützung der ambulanten Pflegedienste zur Verfügung. Diese Förderung soll nach einem einstimmigen Beschluss des Kreisausschusses für Familie und Soziales nun wieder in gleichem Umfang wie bisher auch für das Jahr 2014 rückwirkend ausgeschüttet werden. Laut Alexander Zoller waren im Jahr 2014 „22 ambulante Pflegedienste ganzjährig tätig“, wovon „18 Dienste einen Antrag auf Förderung stellten“. 

Der Förderbetrag wird entsprechend der Anzahl der insgesamt 132 förderfähigen rechnerischen Vollzeitkräfte auf die ambulanten Pflegedienste verteilt. Somit beträgt die Förderung für 2014 pro förderfähiger Kraft rund 680 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 betrug diese bei nur 128 förderfähigen Vollzeitkräften noch 703 Euro pro Stelle. 

Kritik an Förderpraxis 

Gleichwohl stellte Ausschussmitglied Waltraud Joa (SPD) die derzeitige Förderpraxis in Frage. Laut Joa sei ein Ziel des vom Landkreis ausgearbeiteten Seniorenkonzepts „der Ausbau der flächendeckenden ambulanten Pflege“. Die seit dem Jahr 2003 bestehenden Förderrichtlinien würden der veränderten Strukturen jedoch mittlerweile nicht mehr gerecht. Joa wies dabei vor allem auf die zunehmende Zahl an Demenzerkrankten hin, deren Betreuung besondere Berücksichtigung erfordere. Sie forderte daher eine „inhaltliche Überarbeitung der Förderrichtlinien“. 

Laut Information Zollers werde sich die Bevölkerungsstruktur auch weiterhin ändern. „Die Altersgruppe 65 Plus wird bis 2030 um rund 50 Prozent zunehmen“, so Zoller. Diesen veränderten Pflegebedingungen wolle man nun nachkommen, um dadurch den zu erwartenden Anstieg an pflegebedürftigen Personen auch zukünftig pflegerisch bewältigen zu können. 

Die Verwaltung wurde laut Aussage von Lars Leveringhaus, Stellvertreter der Landrätin, daher beauftragt, „unverzüglich darüber zu beraten, die Förderhöhe dem gestiegenen Bedarf an ambulanter Pflege anzupassen“ und zeitnah einen „entsprechenden inhaltlichen Vorschlag zu erarbeiten“.

von Sabrina Hartmann

Meistgelesene Artikel

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Mauerstetten – Es war ein denkbar knappes Ergebnis bei der ersten Sitzung des neuen Jahres im Mauerstettener Gemeinderat. Mit sieben zu sechs Stimmen …
Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Kommentare