"Ich bin in meinem Amt angekommen"

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In die Generalsanierung der Füssener Realschule investiert der Landkreis heuert rund sieben Millionen Euro.

Landkreis – „Ich bin angekommen“. Dieses Fazit hat Maria Rita Zinnecker im Redaktionsgespräch mit unserer Zeitung gezogen. Gemeint ist ihr Amt als Ostallgäuer Land­rätin, das sie seit gut einem Jahr und drei Monaten inne hat. Es ist bereits gute Tradition, dass der Kreisbote zum Jahreswechsel das Gespräch mit dem Landrat oder eben jetzt mit der Landrätin führt.

Und der Blick zurück auf das abgelaufene Jahr fällt für die Landkreischefin weitgehend positiv aus, vieles wurde auf den Weg gebracht beziehungsweise realisiert. Wichtig sei ihr bei Amtsantritt ein „guter Kommunikationsstil“ in der Verwaltung aber auch im Kreistag gewesen. Dies habe sie erreicht, resümierte Zinnecker.

Im Kreistag seien alle Fraktionen eingebunden und am Entwicklungsprozess beteiligt. Entsprechend gut sei die Zusammenarbeit, es herrsche eine „offene Sitzungskultur“. Dies zeige sich auch darin, dass beispielsweise der Haushaltsplan für 2016 nach intensivem Sitzungsmarathon bereits verabschiedet wurde. Auch in der Verwaltung selbst habe es Zinnecker inzwischen geschafft die jeweiligen Abteilungen kennenzulernen, es herrsche ein offenes Miteinander, das Betriebsklima sei gut, wenngleich die Verwaltung unter dem großen Anstieg an Asylsuchenden „ächzt“.

Überhaupt sei die Flüchtlingssituation das beherrschende Thema im abgelaufenen Jahr gewesen. So habe sich die Zahl der Schutzsuchenden im Landkreis im Vergleich zu 2014 nahezu verdreifacht. Waren 2014 noch gut 500 Menschen in 20 dezentralen Unterkünften untergebracht, seien es Ende 2015 rund 1500 gewesen, so die Landrätin.

Viel investiert 

Der Landkreis habe 2015 wieder einiges an der Verkehrs­infrastruktur verbessert. Zwölf Brückenneubauten beziehungsweise Sanierungen seien fertiggestellt worden, darunter der Ersatzneubau der einst so maroden Achbrücke bei Halblech. Darüber hinaus zählte die Landrätin den Kreisverkehr bei Oberthingau und die Fertigstellung der Ortsdurchfahrt Ronried auf. In der Summe habe der Landkreis 2015 rund neun Millionen Euro in Baumaßnahmen und Bauunterhalt investiert.

Auch habe man 2015 viel Geld in die Nachrüstung des Brandschutzes in den zwölf landkreiseigenen Schulen gesteckt. Ferner flossen rund 350.000 Euro in die Jugendsozialarbeit an Schulen, für Jugendhilfeleistungen nahm der Landkreis knapp 7,7 Millionen Euro in die Hand.

Weitere Meilensteine seien zudem der neue Senioren-Tarif sowie die Schaffung des Posten eines Demenzbeauftragten gewesen. „Hier erhoffen wir uns wichtige Impulse für die Zukunft“, so Zinnecker.

Auch wirtschaftlich habe sich der Landkreis 2015 „überaus erfolgreich präsentiert“. So sei das Ostallgäu im Landkreis-Ranking von FocusMoney auf Rang acht unter knapp 400 Kreisen und kreisfreien Städten gesetzt worden. „Eine beachtliche Einstufung“, so Zinnecker. Rückgrat dieses Erfolges seien aus ihrer Sicht die vielen großen, kleinen und mittelständischen Unternehmen. Um diese noch besser zu unterstützen wurde nicht nur das „Botschafter-Netzwerk“ neu aufgestellt und ein Standort-Journal herausgegeben, sondern auch ein „Wirtschaftsforum“ ins Leben gerufen. „Wir wollen unser Ohr ganz nah an der Wirtschaft haben, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.“

Auch beim Thema Klimaschutz hat der Landkreis eine Spitzenstellung im Allgäu eingenommen. Laut der Landrätin kommt derzeit 90 Prozent des verbrauchten Stroms im Ostallgäu aus regenerativen Energien. Ein Grund dafür seien die vielen Solaranlagen, die den Landkreis wieder den Meistertitel in der „Solar-Bundesliga“ eingebracht hätten. Und weil die Landrätin nicht zurückgehen, sondern in Sachen Klimaschutz weiter voranschreiten will, werden aktuell die Klimaschutzziele evaluiert, „um noch gezielter und besser handeln zu können“. Mit einem Ergebnis rechnet Zinnecker in Kürze.

Aber auch im Jahr 2016 will der Landkreis wieder viel investieren. So stehen die Generalsanierung der Realschule in Füssen für rund sieben Millionen Euro sowie der Neubau der Landwirtschafts- und Technikerschule für 8,7 Millionen Euro an. Rund zwei Millionen Euro wird er Ausbau der B472 mit der Ortsdurchfahrt Engratsried kosten, rund 1,4 Millionen Euro fließen in den Ausbau der Ortsdurchfahrt Westendorf-Gutenberg.

Alles in Allem stuft die Landrätin, die 2015 erstmals ein komplettes Jahr an der Spitze des Landkreises absolviert hat, die Ostallgäuer Lage als gut ein, und sie selbst sei im Amt „angekommen“.

von Kai Lorenz

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