Einheitliche Ausbildung

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Neuer Mitarbeiter: Jürgen Rößler (re.) berät Bernhard Pohl zukünftig in zivil-militärischen Luftfahrtangelegenheiten.

Kaufbeuren – Einem Antrag der Freien Wähler (FW) mit der Forderung nach „standardisierten Ausbildungsinhalten für die Steuerer von unbemannten Luftfahrtsystemen im Katastrophenschutz“ in Bayern hat der Bayerische Landtag im Dezember 2015 einstimmig zugestimmt. Der Antrag enthält auch die Empfehlung für Kaufbeuren als möglichen Schulungsstandort, wie MdL Bernhard Pohl (FW) gegenüber dem Kreisboten bestätigte.

Vor einigen Tagen hatte laut „Münchner Merkur“ Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ebenfalls Pläne für einen möglichen „Drohnen-Führerschein“ für gewerbliche Betreiber angekündigt. Zudem hat Pohl seit Jahresbeginn mit Jürgen Rößler einen erfahrenen Berater für den Bereich „Luftfahrt“ als Mitarbeiter an seiner Seite.

Wie der Kaufbeurer Landtags­abgeordnete auf Nachfrage bestätigte, hatte seine Fraktion diesen Antrag im Oktober 2015 initiiert. Mit dem Antrag „wird die Staatsregierung gebeten, darauf hinzuwirken, dass auf Bundesebene für Steuerer von unbemannten Luftfahrtsystemen angemessene standardisierte Ausbildungsinhalte festgelegt werden“. Laut Antrag werden die Einsatzgenehmigungen wie beispielsweise für den Katastrophenschutz grundsätzlich durch Bundesgesetze geregelt.

Aber die in der Länderhoheit liegende Vergabepraxis der Luftfahrt­ämter für Genehmigungen sei „bundesweit uneinheitlich“, heißt es in dem Antrag als Begründung und weiter: „Bayern sollte mit gutem Beispiel vorausgehen und klare Regelungen schaffen.“ Als Basis hierfür könne der Entwurf des Bundes der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie für den „Inhalt/Umfang einer standardisierten und zertifizierten Ausbildung zur Erlangung eines Befähigungsnachweises für Steuerer sonstigen Luftfahrtgeräts“ dienen.

Schulungsort Kaufbeuren 

In dem verabschiedeten Antrag heißt es abschließend: „Als Schulungsort bietet sich zum Beispiel der bereits luftrechtlich zugelassene Flugplatz in Kaufbeuren an, wo unter anderem auch die Luftsicherheitsausbildung für die deutsche Bundeswehr stattfindet. Hier sind sowohl die räumlichen, als auch die personellen Voraussetzungen gegeben.“ „Mit diesem Vorschlag stärken wir weiter den Technologiebereich in Bayern und Kaufbeuren mit Arbeitsplätzen“, so Pohl. „Dies stellt eine konsequente weitere Initiative in Fortführung der bereits etablierten Flugsicherheitsausbildung als weiteres Standbein dar.“ Pohl erwarte sich zudem Synergieeffekte.

"Spezialist für Luftfahrt" 

Mit Jürgen Rößler hat Pohl künftig einen ausgewiesenen Experten als Berater in Sachen Luftfahrt an seiner Seite. Rößler war Stabsoffizier bei der Luftwaffe und unter anderem als Leiter verschiedener Dienststellen der zivil-militärischen Luftfahrt tätig, darunter fünf Jahre am Flughafen Frankfurt/Main. Es folgte die Tätigkeit als Unternehmensberater für allgemeine Luftfahrt und vor rund fünf Jahren die Spezialisierung für „unbemannte Luftfahrt“ auf internationaler Ebene. „Ich bin sehr froh und dankbar über eine Verständigung zur Zusammenarbeit mit Herrn Rößler“, sagte Pohl. „Mit seiner herausragenden Kompetenz und dem Herz für Kaufbeuren und die Region wollen wir gemeinsam etwas bewegen.“

Rößler sieht in dem Antrag den richtigen Weg: „Bayern hat damit als erstes Bundesland die Forderung nach bundesweit einheitlicher Ausbildung erhoben. Auch der Bund-Länder-Fachausschuss hat sich bereits in dieser Richtung verständigt und Handlungsbedarf gesehen.“ Der Vorschlag, Kaufbeu­ren als Ausbildungsstandort vorzusehen, erfülle mehrere verschiedene „Alleinstellungsmerkmale“.

von Wolfgang Becker

Drohnen:

Bei den im Katastrophenschutz schön länger im Einsatz befindlichen, aber auch im privaten Bereich immer häufiger verwendeten sogenannten Drohnen handelt es sich korrekt um sogenannte „ferngesteuerte Luftfahrtsysteme“ oder „unbemannte Flugsysteme“ (englische Bezeichnungen: RPAS = Remotely Piloted Aircraft Systems oder UAS = Unmanned Airvehicle Systems). Dazu zählen unbemannte Flugsysteme mit einer höchstzulässigen Startmasse von weniger als 25 Kilogramm. Einer Mitteilung aus dem Bundesverkehrsministerium zufolge soll der Betrieb privater wie kommerzieller Drohnen-Piloten stärker geregelt und auch eingeschränkt werden. Demnach werden unter anderem Drohnen über 500 Gramm künftig registriert, gewerbliche Nutzer sollen fliegerische und luftrechtliche Kenntnisse nachweisen und einen Führerschein ablegen.

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