ESVK-Coach unterschreibt Trainervertrag bei den Heilbronner Falken

Latta verlässt den ESVK

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Dieses Foto dürfte vielen ESVK-Anhängern richtig weh tun. Am Mittwoch unterschrieb Latta seinen Vertrag bei den Heilbronner Falken: Ken Latta (Mitte), Falken-Geschäftsführer Ernst Rupp (li.) und Sportdirektor Rico Rossi.

Heilbronn/Kaufbeuren – Jetzt ist es offiziell: Ken Latta ist neuer Trainer des Eishockey-Zweitligisten Heilbronner Falken. Der Kreisbote sprach mit Latta über seinen Wechsel KL

Der ESV Kaufbeuren steht aktuell ohne Cheftrainer da: Ken Latta hat die mündliche Vereinbarung mit dem Eishockey-Zweitligisten gelöst und wird in der kommenden Spielzeit Coach der Heilbronner Falken. Den entsprechenden Kontrakt haben die Vereinsführung und Latta am Mittwochvormittag in Heilbronn unterzeichnet. Schon im Vorfeld gab es Spekulationen: Obwohl Joker-Vorstand Andreas Settele bekannt gab, mit Ken Latta in eine weitere Saison gehen zu wollen, war dies eine einseitige Verkündung: Vom 50-Jährigen sei nichts unterschrieben gewesen. Jetzt gehen Latta und der ESVK getrennte Wege. Der Kreisbote sprach mit Ken Latta.

Was ist der Grund, warum Sie den ESVK nun doch verlassen?

Latta: „Nach einem Gespräch mit Dieter Hegen kam ich ins Grübeln. Wir haben uns über viele Sachen unterhalten. Danach musste ich feststellen, dass es für mich nicht mehr nach vorne geht. Die Entscheidung traf ich aus dem Bauch heraus“.

Das heißt, Sie sahen für sich keine Perspektiven mehr?

Latta: „Ich war in der vergangenen Saison sehr frustriert. Das habe ich jedes Wochenende auch gesagt. Ich habe sehr an die junge Mannschaft geglaubt. Der letzte Play-Off-Platz wäre möglich gewesen. Wir haben 17 Spiele nur mit einem Tor Unterschied verloren. Gewinnst du zehn Partien davon, schaut es natürlich anders aus. Es war unterm Strich Zeit zu gehen“.

Hat Ihnen die Stadionsituation und die Unsicherheit, ob Sie überhaupt im August dort trainieren können, die Entscheidung zu gehen doch etwas leichter gemacht?

Latta: „Es hat sehr viel Energie und Kraft gekostet. Es war ein auf und ab, nicht nur für mich, sondern auch für die Spieler. Ich persönlich habe nicht noch einmal die Kraft so etwas durchzumachen. Ich möchte nicht mehr enttäuscht werden. Die Unsicherheit, Woche für Woche nicht zu wissen, wie es weiter geht, hat mit einer professionellen Arbeit in der 2. Bundesliga nichts mehr zu tun“.

Der ESVK hat in einer Pressemitteilung etwas voreilig die weitere Zusammenarbeit bestätigt. Sie haben aber nie unterschrieben. Ist das richtig?

Latta: „Das stimmt.“Warum hat der Verein es dennoch getan?Latta: „Da müssen sie den Vorstand fragen. Vielleicht hät- te ich ähnlich reagiert, wenn ich in deren Lage gewesen wäre. Trotzdem hätte ich bis zur Unterschrift gewartet“.„Es hat sehr viel Energie und Kraft gekostet. Es war ein auf und ab, nicht nur für mich, sondern auch für die Spieler. Ich persönlich habe nicht noch einmal die Kraft so etwas durchzumachen. Ich möchte nicht mehr enttäuscht werden.“

Wollte der ESVK im Umkehrschluss vielleicht „pokern“?

Latta: „Nein, das glaube ich nicht. Andreas Settele und ich haben viele und gute Gespräche miteinander gehabt. Er hat sich ehrlich und korrekt mir gegenüber verhalten. Die Vereinsführung hat immer zu mir gesagt – und Klaus Habermann kann dies auch bestätigen – sie würden mir nie einen Stein in den Weg legen“.

Es gab also keine Spannungen?

Latta: „Nein, überhaupt nicht. Es ging alles sehr freundlich und fair ab“.Gehen Sie mit Wehmut aus Kaufbeuren weg?Latta: „Wer mich kennt, der weiß auch, dass es mir nicht leicht gefallen ist. Es ist als hätte ich jemanden verloren. So fühle ich gerade“.

Also eher ein schmerzvoller Abschied?

Latta: „Oh ja!“

In der kommenden Saison trainieren Sie also die Heilbronner Falken. Da wartet auf jeden Fall ein ganz anderes Umfeld als in Kaufbeuren auf Sie.

Latta: „Klaus Habermann und ich haben es geschafft, den ESVK mehr in Richtung Professionalität zu bringen. In Heilbronn ist es professioneller. Kaufbeuren hat ehrenamtliche Vorstände. Da läuft es etwas anders. Sie versuchen eine Professionalität zu halten, was nicht immer einfach ist. In Heilbronn ist es klar definiert: Ich bin Coach, Rico Rossi ist Sportdirektor und Ernst Rupp der Manager, also der Geschäftsführer“.

Die Kandidatensuche beim ESV nach einem Nachfolger läuft. Ein Anwärter dürfte Didi Hegen sein. Was wünschen Sie ihm für die Zukunft?

Latta: „Ich glaube, Didi Hegen wird es machen. Er ist für mich der Richtige. Didi und ich sind immer miteinander ausgekommen. Ich wünsche ihm, dass er zum 1. August ein Stadion hat und er mit seinem Team das Trainingslager und die Vorbereitungsphase optimal durchführen kann. Sonst ist Ärger vorprogrammiert“. sg

Schmerzlicher Abschied


Auch bei der Pressekonferenz der Heilbronner Falken am vergangenen Mittwoch Nachmittag betonte Ken Latta noch einmal, dass sein Weggang aus Kaufbeuren für ihn sehr schmerzlich sei: „Der Didi Hegen hat mir schon am Montag ins Gesicht gesagt, dass er sich im Stich gelassen fühlt. Manchmal ist es so im Leben. Die Trennung hat mir sehr wehgetan. Es war ein Gefühl, als wäre jemand gestorben. Ich habe aber mit Didi ein sehr gutes Verhältnis und dieses wird bestehen bleiben.“ Latta erklärte aber auch, dass die Heilbronner Falken eben eine „Top-Adres- se“ für einen Coach seien. KL
KL

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