Leerstand und kein Einkaufsmagnet

Mit städtebaulichen Feinuntersuchungen stehen drei Innenstadtbereiche von Marktoberdorf auf dem Prüfstand der Architekten und Stadtplaner Schirmer aus Veitshöchheim. Die Stadt hatte diese Untersuchungen in Auftrag gegeben, um mit einem integrierten Stadtentwicklungskonzept am Förderprogramm „Aktive Stadt und Ortsteilzentren“ von Bund und Land Bayern teilzunehmen. Erste Ergebnisse der Feinuntersuchungen wurden jüngst dem Stadtrat vorgestellt.

Klara Knestel (Grüne) brachte es mit ihrem Statement zur Innenstadtproblematik auf den Punkt: „Ein hoher Leerstand von privaten Häusern, keine Vorgaben für die Stadtentwicklung, Unklarheiten bezüglich eines oder mehrerer Einkaufsmagnete, die fehlende Bereitschaft der Leute bei der Sanierung ihrer Häuser mitzuziehen, all dies sind Gründe für die fehlende Attraktivität von unserem Oberdorf“. An dieser Stelle soll nun das Förderprogramm ansetzen, denn die durch Knestel dargestellten Schwierigkeiten sind nicht auf Marktoberdorf allein beschränkt. Dabei spielt für die Inanspruchnahme der Fördermittel ein Stadtentwicklungskonzept, in dem das oder die Fördergebiete durch Beschluss der Gemeinde räumlich abgegrenzt sind, eine zentrale Rolle. Im Fokus der städtebaulichen Entwicklung stehen in Marktoberdorf deshalb folgende drei Bereiche: Das Quartier rund um das Rathaus, von der Meichelbeckstraße bis zur Bahnhofstraße, das Quartier St. Martin Schule, zwischen Eberle-Kögl-Straße, Kurfürstenstraße und Kaufbeurer Straße sowie das Quartier um den Kreuzungspunkt von Poststraße und Birkenweg, zwischen Georg-Fischer- und Gschwenderstraße. An der mit einem hohen Verkehrsaufkommen belasteten Meichelbeckstraße, beziehungsweise an der Rauhkreuzung, stoßen die drei betrachteten Gebiete aufeinander. Mit der dadurch verursachten „Barrierewirkung“, so der Stadtplaner Stefan Lehmann vom Veitshöchheimer Planungsbüro Schirmer, wird eines der Kernprobleme für die Innenstadtentwicklung sehr deutlich. Bei der Feinuntersuchung seien deshalb die verkehrsentlastenden Auswirkungen der Ortsumfahrung Berthodshofen - Marktoberdorf berücksichtigt worden. Auf Nachfrage des KREISBOTEN äußerte Stadtbaumeister Peter Münsch jedoch Zweifel an der erhofften starken Verkehrsentlastung, denn (wir berichteten) ein Großteil des innerstädtischen Verkehrs sei hausge- macht. Wie bei der Einführung in die Thematik durch Münsch deutlich gemacht wurde, komme es bei dem Gesamtkonzept, das bis Anfang 2011 abgeschlossen sein solle, besonders darauf an, die Bürger und natürlich besonders die betroffenen Eigentümer mit zu nehmen. Mit der Initiative „Mitten in Marktoberdorf“ verfüge man bereits über ein wichtiges Instrument zur Bürgerbeteiligung, außerdem würde man die Eigentümer aus den Quartieren einladen, um deren Anregungen in das Konzept einfließen zu lassen. In den folgenden Ausgabe werden die einzelnen Quartiere näher beleuchtet und Aussagen der Untersuchung über Lösungsansätze skizziert.

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