Neues Führungsteam

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Das neue Führungsteam der Lebenshilfe Ostallgäu: Ralf Grath (v. li.), Claudia Kintrup und Klaus Prestele.

Kaufbeuren – Vor mehr als 50 Jahren taten sich betroffene Eltern im Ostallgäu zusammen um die Entwicklung ihrer behinderten Kinder zu fördern und gründeten 1964 die „Lebenshilfe Ostallgäu“. Nach wie vor spielt die Selbsthilfe eine wichtige Rolle und so arbeiten Eltern und Angehörige von behinderten Menschen aktiv in der „Lebenshilfe“ mit. Zwischenzeitlich zählt die „Lebenshilfe Ostallgäu“ an die 800 Mitglieder und gehört damit zu den größten Vereinigungen ihrer Art in Deutschland.

Ohne die aktiven 440 hauptamtlichen und 150 ehrenamtlichen Mitarbeiter könnten all die gestellten Aufgaben, so Markus Wittmer in einem Pressegespräch, nicht bewältigt werden. An die 700 Erwachsene und 600 Kinder und Jugendliche werden dabei an 25 Standorten betreut. Dabei stehe an erster Stelle die behinderten Menschen in den Mittelpunkt all dieser Bemühungen zu stellen. Bei diesem stets wachsenden Aufgabenbereich würden die dabei gesetzten Ziele im Laufe der Jahre immer vielfältiger und komplexer.

Deshalb musste bereits im Jahr 2015 mit einem Umbruch in der Leitungsstruktur innerhalb der Lebenshilfe begonnen werden. Dieser sei nun abgeschlossen, wie Hans Raabe, Vorsitzender der Lebenshilfe Ostallgäu, erklärte. Nach Ralf Grath, der bereits seit 2015 tätig ist, vervollständigen nun seit September und Oktober dieses Jahres Claudia Kintrup und Klaus Prestele das Geschäftsführungsteam. Bedarfsgerecht und den eingetretenen Veränderungen entsprechend soll in Zukunft nicht mehr bereichsmäßig voneinander getrennt, sondern aufgrund neuer Strukturen enger zusammengearbeitet werden. Dabei müsse unter anderen auch die Tatsache beachtet werden, dass behinderte Menschen in heutiger Zeit immer älter und dementsprechend betreut werden müssen. All diese Veränderungen wurden in die Planungen mit einbezogen und man sei sich sicher, dass mit der neuen Aufgabenverteilung flexibler und auch schneller reagiert werden könne.

Claudia Kintrup stellte sich als eine langjährige Mitarbeiterin der Lebenshilfe vor und war bisher als Leiterin des Marktoberdorfer Wohnheims tätig. Sie soll nun überwiegend für das Thema „Wohnen“ verantwortlich sein. Prestele kommt, wie er sagt, von der „Aktion Hoffnung“ und übernimmt die Leitung der zentralen Dienstleistungen. Ralf Grath ist in erster Linie für „Interdisziplinäre Führungsstellen“ zuständig.

Um Selbstbestimmung der Betroffenen und nicht um starre Strukturen soll es künftig gehen und so möchte Grath mit entsprechenden Vorträgen und Workshops im kommenden Jahr einige Schwerpunkte setzen. Eine weitere große Herausforderung komme, so die Geschäftsführer übereinstimmend, mit dem neuen Bundesteilhabegesetz auf sie zu. Der Gesetzgeber möchte damit erreichen, dass Menschen mit Behinderung noch intensiver ins gesellschaftliche Leben integriert und einbezogen werden. Dies bringe aber mit Sicherheit Veränderungen mit sich, die sich letztlich auf zusätzliche Kosten auswirken.

Inklusion sei ein weiteres Thema. Auch hier müsse mit „Neuem“ gerechnet werden, schließlich gehe es dabei um neue Wohnformen, indem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam ihr Leben gestalten. Trotz dieser Neuerungen wolle man aber – und darin waren sich die drei einig – auch weiterhin auf den erreichten Qualitätsstandard achten und diesen auch aufrecht erhalten.

Vorsitzender Hans Raabe dankte zum Abschluss dieses Pressegespräches den in letzter Zeit ausgeschiedenen Aktiven, die viel in den zurückliegenden Jahren geleistet hätten. Mit Wolfgang Neumayer scheidet zum Jahresende das letzte Mitglied der „alten Führungsriege“ aus. Allerdings bleibe er der Lebenshilfe erhalten und werde neben Raabe als zweiter Vorsitzender weiterhin zur Verfügung stehen.

von Klaus-Dieter Körber

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