Neugablonz-Geschichte ganz privat

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Die Jubiläumsausgabe der Gablonzer Bücher lässt private Erinnerungen der Geschichte des Kaufbeurer Stadtteils lebendig werden.

Kaufbeuren-Neugablonz – Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten kam dieser Tage bei der Leutelt Gesellschaft noch schnell ein weiteres Highlight zum Ortsjubiläum „70 Jahre Neugablonz“ heraus: „Neugablonz – Ein junger Stadtteil mit alter Tradition. Jubiläumsausgabe 1946-2016“. In der von den Mitgliedern der Leutelt-Gesellschaft sehnlichst erwarteten Jahresgabe 2016 –die Nummer 87 der Gablonzer Bücher – lässt ein buntes Kaleidoskop privater Erinnerungen die Geschichte des größten Stadtteils von Kaufbeuren auf eine völlig neue Art lebendig werden.

Auch ganz ohne offizielle Buchvorstellung wird es der Autorin Gabriele Stumpe, der Vorsitzenden der Leutelt-Gesellschaft, bereits aus den Händen gerissen. Sie hat in akribischer Arbeit die ihr zur Verfügung gestellten zahllosen Fotos aus privaten Familienalben gesichtet und Zeitzeugenerzählungen zusammengetragen. So entstand ein ungewöhnliches Buch über einen ungewöhnlichen Ort mit ungewöhnlichen Menschen, die die Ärmel hochgekrempelt und ihr Schicksal in die Hand genommen haben.

Das mit aktuellen und historischen Bildern reich illustrierte Werk weckt zum einen bei jedem Leser andere Erinnerungen – zum Beispiel an die Widrigkeiten, mit denen man zu kämpfen hatte, aber auch an die trotz allem fröhlichen Feste, die gefeiert wurden. Zum anderen zeigt es anschaulich die Entwicklung von den ersten Anfängen eines „tristen Ortes, der außer verlassenen feuchten Bunkern und kahlen Baracken inmitten einer Waldflur nichts zu bieten hatte“ bis hin zum heutigen blühenden Ortsteil. Dabei stehen nicht trockene Zahlen und Fakten oder ein strenge chronologische Reihenfolge im Vordergrund, sondern vor allem die persönlichen Erlebnisse der nach 70 Jahren „alteingesessenen“ Neugablonzer der ersten Stunde. Besonders interessant sind immer wieder vergleichende Gegenüberstellungen der frühen Ansichten mit heutigen Fotos. Oftmals sind die abgebildeten Örtlichkeiten trotz gleicher Perspektive kaum noch zu erkennen.

Alte Heimat

Ein gutes Drittel des Buches ist der alten Heimat der in Neugablonz angesiedelten Vertriebenen gewidmet, um aufzuzeigen, welche immateriellen Werte, Traditionen, Gewohnheiten und Fertigkeiten bei der Vertreibung aus Gablonz und dem Sudetenland mitgenommen und hier wiederbelebt wurden.

von Ingrid Zasche

Zum Buch:

Gabriele Stumpe: Neugablonz – Ein junger Stadtteil mit alter Tradition

520 Seiten reich illustriert

Hardcover

Format 23,5 x 17 cm

November 2016

Leutelt-Gesellschaft, Nr. 87 der Gablonzer Bücher

Preis: 25 Euro

Erhältlich ist das Neugablonz-Buch während der Öffnungszeiten in der Leutelt-Stube sowie im Isergebirgs-Museumsshop, in der Buchhandlung Menzel und beim Kaufbeuren Tourismus- und Stadtmarketing

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